Zwei neue Radiologen im Team der Conradia Dresden

Die Conradia Dresden arbeitet seit April in fünfköpfiger Ärzteschaft. Das Team durfte zwei erfahrene Radiologen im Team an der Elbmetropole neu begrüßen: Dipl.-Med. Igor Kats und Dr. med. Peter Begoff.

 

Interview mit Dipl.-med. Igor Kats

 

Dipl.-med. Igor Kats

CC: Herr Kats, wie wurden Sie am ersten Arbeitstag im Team begrüßt?

Hr. Kats: Ich wurde sehr freundlich von den Assistentinnen und Kollegen empfangen. Dr. Ralph Dalicho hatte ich bereits im Rahmen meiner Kontaktaufnahme mit der Praxis im Oktober letzten Jahres kennengelernt. Sicher war am 1. April die Situation mit Masken ungewöhnlich. Aber das tat dem Miteinander und Kennenlernen keinen Abbruch.

 

CC: Wo haben Sie davor praktiziert?

Hr. Kats: Vor sechsundzwanzig Jahren kam ich aus Moldawien nach Deutschland und habe nach einer Ausbildung am Städtischen Klinikum sowie der Diakonie in Karlsruhe fortlaufend in niedergelassenen Praxen gearbeitet, zuletzt in Pforzheim.

 

CC: Wie kam es zum Einstieg bei der Conradia in Dresden?

Hr. Kats: Ich kenne Curagita schon sehr lange und finde das Conradia-Konzept sehr spannend für Ärzte wie mich, die auf der Suche nach Verantwortung sind, sich aber nicht mehr traditionell niederlassen wollen. Im Oktober 2019 lernte ich Conradia Dresden kennen, das mir gleich von der überschaubaren Praxisgröße her zusagte. Eine noch kleinere Einheit im Osten der Republik mit viel Wachstumspotenzial und Support und Synergien durch die Einbindung in die inzwischen beachtlich große und professionell geführte Conradia. Die Übernahme der ärztlichen Geschäftsführung ist für mich eine Pionieraufgabe, in die ich mit Engagement, Ideen und Verantwortung starte.

 

CC: Hatten Sie denn bereits vorher eine Verbindung zu Dresden?

Hr. Kats: Ich war im Jahr 2000 das letzte Mal hier. Nach zwanzig Jahren Pause bin ich nun fasziniert, wie sich die Landeshauptstadt entwickelt hat. Dresden hat mich in seinen Bann gezogen. Dazu die Möglichkeit eines attraktiven Einstiegs in die Dresdner Conradia Praxis, das passte!

 

CC: Apropos, schildern Sie doch einmal, wie der Wechsel organisatorisch ablief.

Hr. Kats: Es ist alles ideal gelaufen. Durch die Unterstützung der zentralen Conradia-Personalabteilung in Hamburg und der Praxismanagerin Jana Liebers vor Ort waren alle Unterlagen für die Zulassung und den KV-Ausschuss schnell ausgefüllt und erledigt. Ich bin mobil, arbeite in einem tollen Umfeld – ich bin happy. Das Einleben in Dresden muss ich leider etwas langsamer angehen wegen der Einschränkungen durch Corona. Pläne gibt es schon: Ich möchte mich in der hiesigen Ärzteschaft engagieren und unter den russischsprachigen Kollegen vor Ort ein Format für unseren Austausch entwickeln. So kann ich Kontakte mit Kollegen knüpfen und mich Zuweisern vorstellen.

 

CC: Was sind Ihre Schwerpunkte und wie passt diese Ausrichtung zum Profil der Conradia in Dresden?

Hr. Kats: Schnittbildgebung ist eindeutig mein Spezialgebiet. CT inklusive Interventionen wie CT-gesteuerte Schmerztherapie, ebenso die muskuloskelettale Diagnostik, die onkologische Bildgebung sowie die Gefäßdiagnostik per MRT. Ich diskutiere gerne Fälle mit dem Team. Jeder soll seine Stärken einfließen lassen. Das umfasst auch das nicht-ärztliche Team. Ich beziehe auch die MTRA in die Diagnostik mit ein, um die Aufmerksamkeit für bestimmte Strukturen zu schärfen. Mein Vater war über 40 Jahre ein exzellenter MTRA und hat mir vieles erklärt. Dass das Fach mich so fasziniert, ist auch sein Verdienst.

 

CC: Nun haben Sie mitten in der Corona-Krise den neuen Job angetreten. Mit welchen besonderen Herausforderungen waren Sie seither konfrontiert?

Hr. Kats: Vor einem Monat waren weniger Patienten da. Die Zuweiserpraxen hatten geschlossen. Daher gab es weniger Überweisungen an die Radiologie. Glücklicherweise blieb unser Personal bisher gesund. Wir haben natürlich die notwendigen Schutzmaßnahmen sofort getroffen. Mit anderen Conradia MVZ sind wir jetzt per Videokonferenz im Kontakt. Das funktioniert gut.

 

CC: Wenn wir ein Jahr vorausschauen und wieder im Gespräch wären: Was möchten Sie dann erreicht haben?

Hr. Kats: Corona sollte hinter uns liegen und die Schlagzahl der Patienten wieder zugenommen haben. Ich möchte zum Conradia-Wachstum in Dresden einen Beitrag leisten. Wir müssen insbesondere die Terminvergabe optimieren: Kurzfristige Termine sind ein starkes Pfund, neue Patienten zu gewinnen. Vielleicht können wir im nächsten Jahr sogar über ein zweites MRT nachdenken!

 


Interview mit Dr. med. Peter Begoff

 

Dr. med. Peter Begoff

CC: Hr. Dr. Begoff, Sie arbeiten erst wenige Wochen in der neuen Praxis. Gibt es ein erstes Resümee?

Dr. Begoff: Hier in der Praxis laufen die Organisation, die Bestellung der Patienten, die Untersuchung und die Befundübermittlung effizienter als am Universitätsklinikum. Meine neuen nicht-ärztlichen Kollegen bzw. überwiegend Kolleginnen sind sehr engagiert und arbeiten routiniert. Die hiesigen MRT-Untersuchungsprotokolle sind super. Kleine Stellschräubchen erkenne ich bei der Aufnahmetechnik und den CT-Protokollen, die noch feinjustiert werden könnten. Der Austausch mit den ärztlichen Kollegen ist sehr gut. Und natürlich habe ich bei Conradia durch die Zentralfunktionen und gemanagten Prozesse eine Struktur, um die ich mich vorher selbst kümmern musste und die es mir nun ermöglicht, mich deutlich mehr auf fachspezifisch-radiologische Probleme zu konzentrieren.

 

CC: Was hat Sie dazu bewegt, die eigene Praxis an den Nagel zu hängen und die vollständige Selbständigkeit aufzugeben?

Dr. Begoff: Ich war zwanzig Jahre als niedergelassener Radiologe in eigener Praxis tätig, zuerst am St. Joseph-Stift mit zusätzlicher Leitung der Röntgenabteilung des Krankenhauses. 2010 habe ich meinen Praxissitz an das Dresdner Uniklinikum verlegt. Hier konnte ich meine fachlichen Erfahrungen insbesondere auf den Gebieten der Onkologie und seltener Erkrankungen nochmals hervorragend erweitern. Dieses Jahr habe ich meinen 65. Geburtstag gefeiert und mir dabei Gedanken gemacht, wie ich administrative Verantwortung – ich meine damit die lästige Bürokratie – abgeben kann, um gleichzeitig fachlich nochmal ein „bisschen Gas zu geben“. Ich kannte die Situation der Radiologie in Strehlen und sah mit dem Einstieg in das Conradia MVZ eine ausgezeichnete Möglichkeit, dieses zu realisieren. Am 1. April habe ich meinen Praxissitz in das MVZ eingebracht und somit den Standort Dresden-Strehlen gestärkt. Das Conradia-Konzept ist für mich auch eine gute Option, irgendwann meinen Ausstieg aktiv zu gestalten.

 

CC: Haben Sie Ihre Patienten von Striesen nach Strehlen mitgenommen?

Dr. Begoff: Ich hatte damit gerechnet, dass einige Mammographie-Patientinnen mir folgen werden. Nun erlebe ich es, dass sehr viel mehr Patienten mir treu bleiben. Das ehrt mich sehr.

 

CC: Inwiefern wirkt sich die Arbeit in einer Ärztegemeinschaft auf Ihren Untersuchungsschwerpunkt aus?

Dr. Begoff: Ich arbeite weiterhin auf allen Teilgebieten der diagnostischen Radiologie, wie konventionelle Röntgendiagnostik, Ultraschall, Mammografie, CT und MRT sowie schmerztherapeutisch. Da ich alles gleichermaßen gerne mache, habe ich keinen besonderen Schwerpunkt und kann theoretisch alle Patienten untersuchen bzw. behandeln.

 

CC: Wenn wir ein Jahr vorausschauen und wieder im Gespräch wären: Was möchten Sie dann erreicht haben?

Dr. Begoff: Ich wünsche mir ein sowohl fachlich wie auch menschlich hervorragendes oder wie es neuerdings heißt sozial kompetentes, überschaubares Team von ärztlichen Kollegen und Mitarbeitern, die sich in jeder Beziehung verstehen, und hoffe, hier meinen Beitrag leisten zu können. Dazu gehört auch, dass z.B. im Falle einer schwierigen oder problematischen Untersuchung jeder – und das jederzeit – sich bei einem Kollegen bzw. Kollegin einen Rat holen kann, d.h. dass wir uns gegenseitig fachlich uneingeschränkt in jeder Beziehung unterstützen – auch im Fehlermanagement. Bezüglich der technischen und apparativen Ausstattung sind wir vorerst ziemlich gut ausgestattet. Ein kleiner, wohl nicht realisierbarer Traum von mir wäre die Etablierung der Röntgenschmerz- bzw. Entzündungsbestrahlung, einem segensreichen Verfahren mit unglaublich dankbaren Patienten, welches leider ziemlich in Vergessenheit geraten ist und deshalb es kaum noch qualifizierte bzw. berechtigte Kollegen gibt, die diese Behandlung nach mir ausüben können bzw. dürfen.

 

CC: Herzlichen Dank an Sie beide und alles Gute!

 

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