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Von der Netzpraxis zum DeRaG-MVZ: Manchmal geht es schneller, als man denkt.

Zum 1. Oktober 2017 wurde die erste Praxis im Radiologienetz Deutschland ein Medizinisches Versorgungszentrum der Deutschen Radiologienetz AG. Wir haben mit Rita Waldmann-Straub, Fachärztin für Radiologie und Praxis-Inhaberin über die MVZGründung, Herausforderungen und neue Möglichkeiten gesprochen.

Bereits 2010 entstand die bisherige Praxis in der viertgrößten Stadt des Saarlandes aus zwei bis dato unabhängigen Praxen. Damals traf Frau Waldmann-Straub auf ihren Kollegen Dr. Michael Schwarz: „Ich hatte bis dahin eine Einzelpraxis in Völklingen. Der leider zwischenzeitlich verstorbene Dr. Schwarz hatte eine Doppelpraxis am Markt. Bei ihm war damals eine Kollegin ausgeschieden. Wir haben konsequenterweise unsere beiden Praxen 2010 zusammengelegt. Hervorgegangen ist eine Praxis mit drei Sitzen.“

Die Praxis sieht sich heute vor allem als Basisdienstleiter für die örtlichen Kollegen und Umgebung: „Wir haben hier die klassische radiologische Diagnostik mit Mammographie, Ultraschall, Computertomographie und Kernspintomographie. Wir sehen unsere Hauptaufgabe in der radiologischen Grundversorgung.“

Von der Idee zum MVZ
Vor knapp drei Jahren machten Frau Waldmann-Straub und Dr. Schwarz sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft der Praxis, mögliche Wege und die langfristige Planung zum schrittweisen Ausscheiden im Alter. In diesem Zusammenhang kam die Idee einer MVZ-Gründung erstmals auf.

Kurze Zeit später ist Dr. Schwarz akut erkrankt und verstorben. „Nach dem dramatischen Ableben von Dr. Schwarz war es für mich die logische Konsequenz, das Ganze, was wir damals zusammen angedacht hatten, mit einer erhöhten Dynamik umzusetzen.“ Die neue Situation schuf neue Bedingungen. Frau Waldmann-Straub stand plötzlich alleine da. Und das Arbeitspensum als Einzelkämpferin ist immens: „Auf Dauer ist es einfach zu schwierig, als Vollzeit-Radiologe da zu sein und zusätzlich die komplette Verwaltung zu verantworten.“ Die Aussicht auf Unterstützung schien schlecht. Denn auch im Saarland herrscht Fachkräfte-Mangel: „Wir haben hier große Probleme, Kollegen zu akquirieren, die in ihre Selbstständigkeit investieren wollen. Daher ist das MVZ und die Zusammenarbeit mit angestellten Ärzten für mich die optimale Lösung.“

Ein Praxisverkauf ist – gerade wenn man vorhat, weiter tätig zu sein – echte Vertrauenssache. Frau Waldmann-Straub war eines der ersten Mitglieder im Radiologienetz Rhein-Neckar-Pfalz. Sie kann auf über 15 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit im Netz zurückblicken. „Als langjähriges Netzmitglied war die DeRaG daher für mich erster Ansprechpartner.“

Vorbereitung ist alles
Wer übernimmt auf kaufmännischer Seite welche Aufgaben? Was ist auf ärztlicher Seite zu tun? Wie kommuniziert man die Veränderung an das Praxisteam, die Patienten und die Zuweiser? Zur Vorbereitung der Gründung wurden vorab ausführliche Gespräche geführt und alle relevanten Aufgaben verteilt. „Es gibt Vieles zu klären. Ich kann nur jedem empfehlen, im Vorfeld hier in eine Planungsphase zu gehen und sich für die Aufgabenverteilung entsprechend Zeit zu nehmen.“

Am Ende ging es ganz schnell: „Mit dem Zulassungsausschuss Saarland ging alles sehr zügig über die Bühne. Nach Antragsstellung wurde der Entscheid noch in die letzte Sitzung im September aufgenommen. Bereits am 27. September 2017 wurde das MVZ genehmigt. Seit dem 1. Oktober 2017 sind wir die MVZ SAARA GmbH.“ Die ausstehende Genehmigung, die drei Tage vor der geplanten Gründung erteilt wurde, sorgte für einen enormen Zeitdruck, der für Frau Waldmann-Straub rückblickend zur größten Herausforderung führte. „Das ist meiner Meinung nach aber ein Ausnahmefall. In der Regel wird man hier sicher mit größeren Zeitfenstern rechnen können.“

In den Kinderschuhen
Wie zu erwarten war, betrafen die ersten Schritte als MVZ klassische Basisarbeiten. „Das Erste, was getan werden muss, sind Verwaltungsaufgaben. Damit die Praxis kontinuierlich weiterlaufen kann, müssen alle Bankverbindungen, Versicherungen, Festverträge etc. auf das MVZ übertragen werden.“

Nach dem Tod des Kollegen blieb nur Zeit zur Bestandssicherung. Jetzt können neue Pläne geschmiedet und umgesetzt werden. „Wir wollen unser Fenster für Leistungen und Zeiten öffnen, um auch neue Patienten mit einem verbesserten Service erreichen zu können. Mittelfristig sind außerdem Investitionen und eine Neupositionierung angedacht.“

Als nächstes ist jedoch die Einarbeitung eines weiteren Kollegen geplant. „Hierbei hoffen wir auch auf Unterstützung durch die Curagita.“

Support seitens Curagita
Die Gründung eines MVZ bringt einen erheblichen administrativen Aufwand mit sich. Auch hier konnte Frau Waldmann-Straub vom kompetenten Curagita-Support profitieren. „Alle Anträge für den Zulassungsausschuss wurden durch die Curagita sauber vorbereitet, so dass wir praktisch nur noch unterschreiben mussten. In diesem Antrags-Wirrwarr war das eine große Hilfe.“ Bereits seit einem Jahr unterstützt ein externer Praxismanager aus dem Curagita-Team Frau Waldmann-Straub tatkräftig. Seit Oktober gibt es eine feste Zuständigkeit im Curagita-Team durch die Person von Philip Wittlinger unter der Geschäftsführung von Dr. Johannes Schmidt-Tophoff. Das erste Kennenlernen verlief sehr positiv, wenngleich Frau Waldmann-Straub den Wechsel von der bisher für sie zuständigen Person im Curagita-Team ein wenig bedauert. Wie im richtigen Leben lief auch hier nicht alles optimal: „Leider ist mein ursprünglicher Curagita-Ansprechpartner nicht mehr mit von der Partie, so dass sich die Zusammenarbeit mit einem neuen Praxismanager wieder einspielen muss. Aber das passiert. Am Ende hat alles geklappt und ich habe meine Entscheidung nicht bereut.“

Frau Waldmann-Straub blickt zuversichtlich in die Zukunft. „Ich hoffe, dass wir als DeRaG-MVZ die Praxis in stabiles Fahrwasser führen und die wirtschaftliche Existenz sichern und ausbauen können.“ Die Basis dafür hat die Fachärztin bereits geschaffen. Das Zukunftsmodell der DeRaG schafft optimale Voraussetzungen, um auch langfristig als radiologische Einrichtung erfolgreich zu sein und gleichzeitig für den verkaufenden Radiologen bzw. in diesem Fall für die Radiologin den Umfang und die Qualität des eigenen Wirkungsraums in einem individuell festgelegten beruflichen Zeithorizont mit zu gestalten.

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

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