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Krisenmanagement in radiologischen Praxen

In einer Radiologienetz-Umfrage baten wir Anfang Mai die Mitgliedspraxen im Radiologienetz um Rückmeldungen und Einschätzungen. 34 Mitgliedspraxen nahmen teil.

 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Coronakrise die Nachfrage nach Untersuchungen kurzfristig enorm reduziert hat. Bei 42 % der antwortenden Praxen lag der Nachfragerückgang an Untersuchungen im April bei über 40 %. Im Bereich der Privatpatienten lag er noch deutlich höher. Hier blieben in 64 % der Praxen die Patienten weg (mehr als 40 % Rückgang). Seit Mai verzeichnet die große Mehrheit der Praxen (82 %) eine kontinuierlich stärker werdende Nachfrage, die jedoch noch weit weg vom Normalbetrieb ist. Die Hoffnung, bereits im Juni/Juli wieder auf das Schlagzahl-Niveau vor Corona zu kommen, hat mehr als die Hälfte der Befragten (55 %), die anderen rechnen längerfristig nicht damit. Negative wirtschaftliche Folgen, die noch zu den Honorarrückgängen durch die EBM-Reform addiert werden müssen, befürchten fast alle antwortenden Radiologen. Ein gutes Drittel ist der Meinung, dass sich durch Corona zusätzlich Einnahmeüberschüsse bzw. Gewinne um mehr als 20 % reduzieren werden. Als Hauptinstrumente im Krisenmanagement wurden reduzierte Öffnungszeiten, Kurzarbeit und die Schließung einzelner Abteilungen genannt.

 

Eine Korrelation zwischen Lage der Praxis (Großstadt, mittelgroße Stadt, ländlicher Bereich) und negativen Auswirkungen der Krise konnte aus den Antworten nicht abgeleitet werden. Vermutlich traf es Stadt und Land gleichermaßen in Abhängigkeit von der lokalen Corona-Situation, die ja bundesweit sehr unterschiedlich ausgeprägt war. Auf jeden Fall viel Aufregung und Veränderung in den Praxen durch die Corona-Pandemie! Und dies, obgleich es bei fast der Hälfte der antwortenden Praxen keine Coronafälle bei den Patienten gab und in nur acht Praxen einzelne Coronafälle im Team selbst auftraten.

 

Wir haben einige aktuelle Fragestellungen aus den Conradia MVZ zusammengetragen, die auch für Mitgliedspraxen von Interesse sein könnten. Sie alle entstammen entweder den Themenbereichen „Schutz vor Corona-Viren“ oder „Stabilisierung der wirtschaftlichen Praxissituation“. Die Halbwertszeit der Antworten auf aktuell brennende Fragen ist kurz und das Risiko groß, dass es schon eine aktuellere Version zum Zeitpunkt des Drucks von CuraCompact geben könnte. Daher verweisen wir bei allen Antworten auf mögliche Aktualisierungen im Blog und freuen uns über die Schwarmintelligenz im Netz und auf Ihre Kommentare und Beiträge im Nachgang zur Lektüre dieses Artikels und bei den Vollversammlungen, auf denen wir die Thematik vertiefen werden.

 


Ihre Ansprechpartnerin

Eva Jugel
eju@curagita.com

 


 

Die Schwerpunktthemen der Juni-Ausgabe CuraCompact auf einen Blick:

Krisenmanagement in radiologischen Praxen

Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren 

Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation 

Corona Hilfspaket: Was können Praxen erwarten? 

Teleradiologie als Option in der Krise?

Das Conradia Hygienekonzept in der Coronakrise  

Code Red – ein Leitfaden für den Krisenmodus

 

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