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Kontrastmittelpauschale in Bayern angehoben

Die Pauschale für CT-Kontrastmittel wird rückwirkend vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. März 2021 von 11 auf 15 Cent pro ml angehoben. Diese gute Nachricht verkündete die KVB ihren Mitgliedern am 28. Januar. Die bayerischen Radiologen waren gegen die Pauschalenabsenkungen im Herbst 2019 Sturm gelaufen. Radiologienetz hatte damals umgehend eine Vollkostenbetrachtung der KM-Gabe erstellt und dieses Gutachten allen Entscheidungsträgern und Multiplikatoren zur Verfügung gestellt. Vor der drastischen Absenkung im Spätjahr 2019 lag die CT-Pauschale pro ml noch bei 47 Cent. Die jetzt beschlossene Erhöhung entspricht einer nachträglichen Mehrvergütung pro CT-Gerät von ca. 6.000 Euro pro Jahr für die Radiologen. Alle warten nun, dass die MRT Pauschale ebenfalls angehoben wird.

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Drastische KM-Pauschalenabsenkung in Bayern seit 1. Oktober

Die negative Berichterstattung im Sommer über Kontrastmittelerlöse hatte direkte Konsequenzen für die bayerischen Radiologen. Zum 1. Oktober wurden die Pauschalen auf das Niveau sehr günstiger Einkaufspreise abgesenkt. Für alle bayerischen Radiologen ein herber Einkommenseinschnitt. Daher wundert es nicht, dass die Organisationen bayerischer Radiologen BBDR, VRNZ und das Radiologienetz Bayern in dieser Sache eng kooperierten. Am 7. und 8. November blieben die Praxistüren von nach Schätzungen der Organisatoren 80% der bayerischen Radiologen geschlossen. Auf einem Treffen in Ingolstadt tauschten die Betroffenen ihre Argumente aus, um die KVB zu einem Entgegenkommen zu bewegen. Dort war mit den Kassen und ohne Einbeziehung der Radiologen im Vorfeld die radikale Pauschalenabsenkung beschlossen worden.

Auch das Radiologienetz unterstützte die Mitglieder durch eine weitere sofortige Preisabsenkung im Rahmen noch vorhandener Spielräume. „Da ist aber leider nicht mehr viel Luft drin“, konstatiert Verbundeinkaufsleiter Andreas Weissenberg. Zusammen mit Dr. Johannes Schmidt-Top-hoff und Carsten Krüger bereitete er eine faktenbasierte Argumentation vor, die auf einer außerordentlichen Vollversammlung am 5. Oktober in Planegg von den Mitgliedsradiologen verabschiedet und übernommen wurde. In dieser wurde ausgeführt, dass die neuen Pauschalen die Gesamtkosten einer KM-Untersuchung nur noch zu 25% decken. Nicht berücksichtigt von den Akteuren wurde nämlich, dass neben den reinen KM-Beschaffungskosten auch die Kosten für Verbrauchsmaterialien, Handlingkosten und der zusätzliche Geräte-/Arzt-/MTA- und IT-Aufwand gedeckt werden müssen. Fatale Folgen sehen die bayerischen Radiologen auch für junge Kollegen, die gerade erst in eine Praxis eingestiegen sind, und befürchten, dass dies den Nachfolgermangel weiter verschärfen wird. Auf der Vollversammlung des Radiologienetz Bayern wurde daher die Forderung einer sofortigen Aussetzung der neuen Regelung formuliert. Danach sollte eine einvernehmliche Lösung auf Faktenbasis unter Einbeziehung der Radiologen erarbeitet werden, die aus Sicht des Radiologienetz Bayern auf eine Erhöhung der jetzt festgesetzten neuen Kontrastmittelpauschalen oder eine entsprechende Honorarkompensation herauslaufen muss.

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