Neues zur elektronischen Patientenakte

Bei der flächendeckenden Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) verfolgt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen ambitionierten Zeitplan: Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten spätestens zum 1. Januar 2021 eine ePA anzubieten. Geplant ist die Einführung einer ersten Version.

 

Die ePA wird den Ärzten erstmalig sektorenübergreifend behandlungsrelevante Dokumente verfügbar machen. Die Vertragsärzte müssen bis zum 30. Juni 2021 nachweisen, dass sie auf die ePA zugreifen können. Wer dies nicht nachweist, dessen Honorar soll zusätzlich um 1 % gekürzt werden. Ab Januar 2022 sollen weitere Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen hinzukommen – darunter die Pflegekräfte, Hebammen sowie Physiotherapeuten. Für die Patienten soll es ab 2022 möglich sein, einen Vertreter zu benennen, welcher im Notfall die ePA betreut. Im Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) (siehe Bericht in diesem Newsletter) erfolgen weitere gesetzliche Detailregelungen.

 

Die Ärzte werden verpflichtet, die Versicherten auf Verlangen bei der Nutzung und Verarbeitung medizinischer Daten in der elektronischen Patientenakte im aktuellen Behandlungskontext zu unterstützen. Die Aufgabe kann auch nichtärztlichen Praxismitarbeitern übertragen werden. Die Ärzte erhalten eine Vergütung für die Speicherung von Daten in der ePA im aktuellen Behandlungskontext sowie die Unterstützung des Versicherten bei der Nutzung ihrer ePA in Höhe von 10 Euro. Der Bewertungsausschuss für die ärztlichen Leistungen wird verpflichtet, mit Wirkung ab 1. Januar 2021, den EBM so anzupassen, dass die mit der erstmaligen Befüllung der elektronischen Patientenakte im aktuellen Behandlungskontext erbrachte Leistung zusätzlich vergütet wird. Hierbei soll berücksichtig werden, dass eine „Erstbefüllung“ pro Versicherten und ePA insgesamt nur einmal durchgeführt werden kann und im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung daher insgesamt nur einmal pro Versicherten abrechenbar ist.

 


 

Meldungen aus der Gesundheitspolitik

Dieser Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

 

 

Elektronische Patientenakte

Die Krankenkassen werden gesetzlich verpflichtet, ihrenVersicherten spätestens ab dem 1. Januar 2021 eine von der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der
Gesundheitskarte mbH – zugelassene elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung zu stellen. Diese Regelung ist im Terminservice- und Versorgungsgesetz vorgesehen, das sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindet.

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Elektronische Patientenakte

Das Projekt „Einführung einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA)“ ist im Aufwind. Mit der eGA können Patienten und Ärzte in Zukunft alle Gesundheitsdaten des Patienten auf einem einheitlichen Medium erfassen und für die weitere Versorgung des Patienten nutzen. Dieses Projekt hat ein erhebliches gesundheitspolitisches Potential.

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Elektronische Patientenakte

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat im Rahmen ihrer Vertreterversammlung (VV) am 22. September 2017 ein Positionspapier zur Entwicklung einer elektronischen Patientenakte (ePA) veröffentlicht. Die KBV begrüßt darin ausdrücklich die Initiative des Gesetzgebers, eine ePA einzuführen. Als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Dokumentations- und Kommunikationswegen könne dieses Instrument den Austausch zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, anderen nichtärztlichen Gesundheitsberufen und Patienten verbessern und somit die Effektivität, Effizienz und Qualität in der Versorgung steigern – beispielsweise wenn medizinisch nicht notwendige Doppeluntersuchungen entfallen.

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