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KBV fordert Verlängerung des Rettungsschirms – erhebliche Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat an die Bundesregierung appelliert, zügig die dringend notwendige Entscheidung zur Verlängerung des Schutzschirmes für die Praxen zu treffen. Ansonsten könne nicht sichergestellt werden, dass es im zweiten Lockdown nicht zu den befürchteten Insolvenzen und zum Sterben der vertragsärztlichen Praxen komme.

Der im März eingerichtete Schutzschirm müsse mindestens für das erste Quartal 2021 verlängert werden, forderte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Das sollte eigentlich selbstverständlich sein angesichts der Rettungspakete für Unternehmen und Dienstleister in Milliardenhöhe.“

Gassen wies darauf hin, dass durch den Schutzschirm – bedingt durch das vertragsärztliche Vergütungssystem – im Wesentlichen keine Belastungen oder Zusatzkosten für die Krankenkassen entstanden seien. Der Schutzschirm habe aber dafür gesorgt, dass die medizinische Versorgung während der gesamten Pandemie uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden konnte. Continue reading „KBV fordert Verlängerung des Rettungsschirms – erhebliche Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie“

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Analogabrechnungsempfehlung für aufwendige Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie

Aufgrund der Entwicklung des aktuellen Infektionsgeschehens haben die Bundesärztekammer (BÄK), der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und die Beihilfekostenträger ihre gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung für die Erfüllung aufwendiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie analog der Nr. 245 GOÄ über den 31.12.2020 hinaus verlängert. Die neue Abrechnungsempfehlung gilt ab dem 01.01.2021 bis zum 31.03.2021 und ist nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer ambulanten Behandlung anwendbar.

Abrechnungsempfehlung ab dem 01.01.2021 bis zum 31.03.2021:
Gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen nach beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder für die Erfüllung aufwendiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie. Continue reading „Analogabrechnungsempfehlung für aufwendige Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie“

Corona-Impfverordnung

Bei dem Start der Impfkampagne in Deutschland hat es gehörig „geruckelt“. Kontrovers diskutiert wird derzeit die Rechtsgrundlage für die notwendige Priorisierung bei der Verteilung der Impfstoffe in der Bevölkerung. Erst mittel- und langfristig steht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen. Der Bundesminister für Gesundheit hat in einer Rechtsverordnung vom 18. Dezember 2020 die folgende Reihenfolge bei dem Zugang zu den COVID-19-Impfstoffen bestimmt.

„Priorisierung“
Die Länder und der Bund sollen den vorhandenen Impfstoff so nutzen, dass die Anspruchsberechtigten in der folgenden Reihenfolge berücksichtigt werden:

  1. Anspruchsberechtigte nach § 2 (Schutzimpfungen mit höchster Priorität),
  2. Anspruchsberechtigte nach § 3 (Schutzimpfungen mit hoher Priorität),
  3. Anspruchsberechtigte nach § 4 (Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität) und
  4. alle übrigen Anspruchsberechtigten nach Absatz 1.

In der Rechtsverordnung wird der Anspruch der Bevölkerung auf eine Schutzimpfung konkretisiert. Im Mittelpunkt steht die folgende Definition: Continue reading „Corona-Impfverordnung“

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„Die Infektion von Endothelzellen spielt eine Schlüsselrolle“

Covid-19 als generalisierte Entzündung?

Offenbar weit mehr als eine Atemwegserkrankung: Inzwischen mehren sich wissenschaftliche Hinweise, dass sich Covid-19 bei manchen Patienten systemisch manifestiert. Als Erklärungsansatz dafür kommt möglicherweise eine generalisierte Entzündungsreaktion in Frage. Die aktuelle Studienlage dazu und was dies für die Covid-19-Therapie bedeuten könnte, erörterte der änd mit Prof. Eberhard Windler, Co-Direktor von Conradia Medical Prevention Hamburg und Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie.

Herr Prof. Windler, welche systemischen Covid-19-Verläufe und Symptome sind inzwischen bekannt und auch hinreichend belegt?

Das SARS-CoV-2-Virus reist mittels Aerosolen von Mensch zu Mensch. Daher fungieren die oberen Atemwege als Eintrittspforte des Virus, das entsprechend Nase, Rachen und nachfolgend die Lungen als erste erreicht. Voraussetzung für die Vermehrung ist allerdings der Eintritt in die Zellen, um die Wirts-DNA zur Replikation zu nutzen. Der Entwicklungsdruck hat bei allen Coronaviren zur Ausprägung der charakteristischen Füßchen geführt, die spezifisch an ACE2 andocken können – einem Exopeptid vieler Zellen, das Coronaviren als Rezeptor dient. Unter anderem Testosteron und Adipositas regulieren ACE2 herauf, was den häufigeren Befall von Männern sowie übergewichtigen Risikogruppen und den geringen von präpubertären Kindern zumindest teilweise erklären mag.

ACE2 ist aber nicht nur in den oberen Atemwegen zu finden, sondern dient auch als eines der Moleküle der Blutdruckregulation in vielen Zellen. Daher folgt als nächster Schritt einer Infektion mit SARS-CoV-2-Viren die systemische Ausbreitung unter anderem in Hirn, Herz, Muskeln, Leber, Nieren und Gastrointestinaltrakt. Das Infektionsmuster variiert individuell. So ist der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn zwar häufig, aber nicht obligat. Kinder klagen beispielsweise vermehrt über Bauchschmerzen und entwickeln Diarrhoen und Erbrechen als Erstsymptome. Manchen Covid-19-Patienten schwellen die Füße und Hände an, während andere Nieren- oder Herzinsuffizienz oder Rhythmusstörungen entwickeln. Diese Vielfalt schillernder Verlaufsformen ist nicht geklärt.  Continue reading „„Die Infektion von Endothelzellen spielt eine Schlüsselrolle““

COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung erlassen

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 30. April 2020 die COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung (COVID-19-VSt-SchutzV) erlassen. Mit dieser Rechtsverordnung hat Jens Spahn MdB (CDU), Bundesminister für Gesundheit, die ihm mit dem Infektionsschutzgesetz eingeräumte Möglichkeit genutzt, durch Rechtsverordnung und ohne Gesetz wichtige Maßnahmen im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie durchzusetzen.

 

Mit der COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung wird eine Liquiditätshilfe für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte zur Überbrückung der finanziellen Auswirkungen der infolge der COVID-19-Pandemie verminderten Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen eingeführt. Die Gesamtvergütung für vertragszahnärztliche Leistungen wird für das Jahr 2020 auf 90 % der gezahlten Gesamtvergütung des Jahres 2019 festgesetzt. Der zentrale Punkt: Eine mögliche Überzahlung muss in den Jahren 2020 und 2021 vollständig zurückgezahlt werden. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat kritisiert, dass mit dieser Regelung die massiven negativen Auswirkungen der Corona-Krise für die vertragszahnärztliche Versorgung in Deutschland nicht abgefedert werden und die Verordnung nicht zur Sicherstellung einer flächendeckenden zahnärztlichen Versorgung beiträgt. Die Regelung sehe – im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf – nur noch kurzfristige Liquiditätshilfen vor, die vollständig zurückgezahlt werden müssen.

 

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV, betonte: „Von einem Schutzschirm kann keine Rede sein, wenn uns lediglich ein Kredit gewährt wird, der in den nächsten zwei Jahren mit viel Bürokratieaufwand vollständig zurückgezahlt werden muss. Damit wird die Krise für die zahnärztlichen Praxen nur verlängert.“

 

Außerdem sind in dieser Rechtsverordnung Ausgleichszahlungen an Heilmittelerbringer vorgesehen. Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen erhalten bei Einnahmeverlusten in der Corona-Pandemie Ausgleichszahlungen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds. Für bestimmte Pflegehilfsmittel wird eine zeitlich begrenzte Preisregelung getroffen.

 

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com