Sudden cardiac and noncardiac death in sports: Epidemiology, causes, pathogenesis and prevention

Seminars in Thrombosis and Hemostasis, Vol. 44, November 2018, S. 780-786
G. Lippi et al., Verona, Sydney, Valencia, New York

Nur 5 % aller sudden-death-Fälle passieren unmittelbar nach sportlichen Aktivitäten. Die übrigen Fälle (Wochenend- oder Ausdauersportler) haben als Ursache eine koronare Vasokonstriktion (Takotsubo-Syndrom), eine mäßige Koronarstenose oder es kommt zu einer ungenügenden O2-Verfügbarkeit mit Kontraktionsverminderung des Myokards. Es ist daher empfehlenswert, vor sportlicher Tätigkeit ein Koronar-Screening durchzuführen.

41 % der Europäer machen wenigstens einmal in der Woche Sport. 46 % dieser Menschen betreiben sehr intensiv einmal in der Woche Sport und 20 % fünfmal pro Woche. Männer treiben in 45 % der Fälle Sport, Frauen in 37 %, wobei die Jüngeren (15-24 Jahre) zu 64 % aktiv sind, die Älteren (über 55 Jahre) nur zu 30 %. In Europa überwiegt der Schwimmsport (22 %), gefolgt von Radfahren (19 %), Gehen (14 %), Laufen (13 %) und Fußball (6 %).

Nur 5 % aller sudden-cardiac-death-­Vorkommnisse (SCD) passieren nach sportlicher Aktivität. Über 88 % der SCD passieren bei Nicht-Sportlern. Die Ursachen sind vielfältig, z.B. Kardiomyopathie, links-ventrikuläre Hypertrophie sowie koronare Herzerkrankungen (KHE). Drei Mechanismen sind für den Myokardschaden nach Sport verantwortlich:

Vasokonstriktion durch Katecholamin-Freisetzung (Adrenalin-Schock „Takotsubo“-Syndrom), ohne wesentliche atherosklerotische Läsionen.

Mäßige Koronarstenose, die den notwendigen Blutzufluss zur Sauerstoffversorgung nicht mehr leisten kann. Am häufigsten sind davon die Wochenendsportler sowie die Ausdauersportler betroffen. Dazu kommt, dass Sport viele prothrombotische Veränderungen verursacht, einschließlich Thrombin-Erzeugung und Thrombozyten-Hyperaktivitäten.

Unabhängig von der Struktur und der Funktion der Koronararterien kommt es bei sehr intensivem Sport zu einer ungenügenden O2-Verfügbarkeit im Blut mit nachfolgender Kontraktionsverminderung des Myokards.

Obwohl der Sport Vorteile für Gesundheit und Fitness bietet (die WHO empfiehlt für Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren 150 Minuten moderaten Sport in der Woche), ist er für einige Individuen risikoreich. Das heißt, alle Personen, die Sport betreiben wollen, sollten vorher ein Herz-Screening durchführen und eine jährliche Kontrolle folgen lassen.

Wir danken unserem Ehrenmitglied
Prof. Dr. U. Klein
aus München, der Ihnen die
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