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Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren

Bereits im April hat das Netzmanagement eine Video-Unterweisung von Anette Butzmann mit dem Titel „Arbeitsschutz und Hygiene im Zeichen von Corona“ allen Radiologienetz-Praxen zum Download zur Verfügung gestellt. Hier konnten und können Praxen Orientierung für ihr Praxismanagement zu diesem Thema finden.

 

Was heißt das nun konkret für Risikogruppen innerhalb der eigenen Praxis?

Nach dem RKI sind Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, insbesondere folgende:

• Ältere Personen ab 50 Jahren
• Personen mit verschiedenen Grunderkrankungen wie z. B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen
• Personen mit unterdrücktem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z. B. Cortison)

 

Wie genau geht man als Praxis mit Partnern und/oder Mitarbeitern um, die zur Risikogruppe gehören?

Klar ist, dass ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz nur aufgrund der Zugehörigkeit zur Risikogruppe nicht zu rechtfertigen ist, zumal eine ärztliche oder auch nicht-ärztliche Tätigkeit in einer Arztpraxis immer ein gewisses Berufsrisiko durch den Umgang mit Patienten mit potentiell auch ansteckenden Krankheiten vorhanden ist. Ärzte können also nicht beispielsweise einfach ihre Zulassung ruhen lassen oder sich vertreten lassen. Was aber auch klar ist: in Praxen muss für die Risikogruppen eine Situation hergestellt werden, die das individuelle Risiko des einzelnen minimiert. Bei Patientenkontakt müssen die Risikogruppen daher besonders sorgfältig die Schutzmaßnahmen ergreifen, wie z.B. Nutzung von FFP2 Masken und Einhaltung von Mindest-Abständen zu anderen Personen. Für Mitarbeiter ohne Patientenkontakt, z.B. im Abrechnungsteam, können Homeoffice-Regelungen getroffen werden.

 

Wie genau lauten die aktuellen Quarantäne-Regeln für Corona-Kontakte innerhalb und außerhalb der Praxis?

 

1. Quarantäneregeln von Praxismitarbeiter*Innen (Quelle RKI, Ärzteblatt vom 23. März):

  • bei hohem Expositionsrisiko (z.B. Kontakt mit Sekreten oder Aerosolen eines Erkrankten) erfolgt eine häusliche Quarantäne, die aber auf 7 Tage reduziert werden kann. Zeigt die Kontaktperson anschließend keine Symptome, kann sie mit Mund-Nasen-Schutz arbeiten.
  • bei begrenztem Expositionsrisiko (z. B. bei Kontakt unter 2 m zu COVID-19-Erkrankten ohne Schutzausrüstung oder mindestens 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt) kann den Empfehlungen zufolge bei Symptomfreiheit  mit Mund-Nasen-Schutz weitergearbeitet werden. Falls möglich sollte aber der Einsatz dieser Personen in der Versorgung vulnerabler Patientengruppen vermieden werden. Auch diese Kontaktpersonen müssen sich selbst beobachten, Symptome dokumentieren und beim Auftreten von Symptomen umgehend einen Test auf SARS-CoV-2 durchführen lassen.

2. Außerhalb der Praxis:

  • In Quarantäne muss, wer ein hohes Risiko hat, sich angesteckt zu haben. Dies ist der Fall, wenn man innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Patienten hatte. Ein enger Kontakt bedeutet, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat, bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  • Außerdem: Quarantäne gilt, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.
  • Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19 Erkrankung. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet, z. B. im Krankenhaus oder in der Altenpflege, sollte aber in jedem Fall seinen Arbeitgeber informieren. (mehr Informationen: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/quarantaene.html)

 

Wie lange gelten die verschärften Hygieneregeln und woran muss sich eine Praxis orientieren, um ihnen zu genügen?

Es gibt aktuell keinen Zeithorizont, die Maßnahmen, welche das RKI vorschlägt, sind umzusetzen. Dann hat man als Praxis ausreichend getan. Das Infektionsschutzgesetz verweist auf die RKI-Richtlinien, dadurch entwickeln diese den Charakter einer gesetzlichen Vorschrift.

 

Welche Masken müssen in der Praxis von wem getragen werden? Wer trägt die Kosten?

Es wird geraten, mind. FFP2-Masken zu tragen, wenn man sich vor Corona schützen will. Will man andere schützen, so reicht ein mehrlagiger chirurgischer Mund-Nasen-Schutz. Man benötigt beide Maskentypen in der Praxis. FFP3 nur, wenn man sich Aerosolen aussetzt z.B. beim Zahnarzt. Die Kosten für die Masken werden inzwischen (auch rückwirkend, allerdings partiell auch zeitlich begrenzt) von den Landes-AOKen übernommen. So übernimmt beispielsweise die AOK Hessen rückwirkend vom 28.01.2020 an die Kosten für folgende Materialien für Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken), FFP2 und FFP3-Masken sowie Schutzbrillen. Die näheren Informationen für die jeweiligen regionalen Regelungen sind den Seiten der Landes KVen zu entnehmen.

 

Download-Angebot

Eine gemeinsame Stellungnahme von DRG, DGNR, GPR, DeGIR, BDNR, BDR zu Empfehlungen für die radiologische Versorgung im Zusammenhang mit SARS-CoV-2/COVID-19.

Ihre Ansprechpartnerin

Anette Butzmann
abu@curagita.com

 


 

Die Schwerpunktthemen der Juni-Ausgabe CuraCompact auf einen Blick:

Krisenmanagement in radiologischen Praxen

Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren 

Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation 

Corona Hilfspaket: Was können Praxen erwarten? 

Teleradiologie als Option in der Krise?

Das Conradia Hygienekonzept in der Coronakrise  

Code Red – ein Leitfaden für den Krisenmodus

 

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