Schistosomiasis – kaum beachtet, aber auch in Europa zunehmend relevant

Zeitschrift für Gastroenterologie, Vol. 56, September 2018, S. 1049
U. Klare, Behnkenhagen

Ca. 200 Millionen Menschen, zu 90 % Afrikaner, leiden an Bilharziose (Schistosomiasis), die zunehmend auch in Europa auftritt. Jährlich sterben an dieser Krankheit 200.000 Menschen. Nach zunächst symptomlosem Verlauf kommt es zu Fieber, Husten, Muskel-, Bauch- und Kopfschmerzen. Granulomatöse Entzündungen finden sich in der Blase und in den Genitalien. Die Würmer lassen sich erfolgreich mit Praziquantel behandeln.

Schistosomiasis ist eine der häufigsten und sozio-ökonomisch verheerendsten Parasitosen in den Tropen. Weltweit leiden ca. 200 Millionen Menschen an dieser Krankheit, über 90 % davon in Afrika, 10 % verteilen sich auf Südamerika, auf die arabische Halbinsel und auf einige Regionen Asiens.

Die Krankheit kann zunächst komplett symptomlos verlaufen. Oft kommt es aber schon kurz nach der Infektion zu Juckreiz und Hautausschlägen an der Eintrittsstelle der Zerkarien. 2-10 Wochen später kann es zu einer Immunreaktion kommen, die sich als Katayama-Fieber äußert. Es kommt zu nächtlichem Fieber, zu Müdigkeit, Husten, Muskel-, Kopf- und Bauchschmerzen. Dazu zeigen sich granulomatöse Entzündungen (je nach unterschiedlicher Art der Pärchen-Egel) in der Blase und in den Genitalien, die zu Infertilität und selten auch zu Blasen-Kar­zi­nomen führen. Es können zudem Symptome im Darm hervorgerufen werden, und es kann zu kardiopulmo­nalen oder neurologischen Symptomen kommen.

Die Würmer lassen sich meist problemlos mit Praziquantel behandeln. Die – nach jahrelang unbehandeltem Befall – entstandenen Organveränderungen sind allerdings irreversibel. Jährlich sterben etwa 200.000 Menschen an den Spätfolgen. Eine frühe Diagnose (serologisch oder durch Ei-Nachweis) ist daher essenziell. Bei einer Reiseanamnese sollte bei entsprechender klinischer Symptomatik auch immer an die Schistosomiasis gedacht werden.

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