Rechtsprechung zur Patientenaufklärung

Die Neulandmethode erfordert besondere Aufklärung: Die Einwilligung einer Patientin in eine Operation mit einer neuen, noch nicht allgemein eingeführten Methode (Neulandmethode) ist unwirksam, wenn die Patientin nicht besonders darauf hingewiesen wird, dass es sich um ein neues Verfahren handelt, bei dem auch unbekannte Risiken auftreten können. Die mit einer unwirksamen Einwilligung vorgenommene Operation ist rechtswidrig und kann Schadensersatzansprüche der Patientin begründen (Oberlandesgerichts Hamm Az.: 26 U 76/17).

Wird die Operation „relativ“ indiziert, muss der Patient besonders aufgeklärt werden. Das heißt: Besteht nur eine relative Indikation zur Vornahme eines operativen Eingriffs, muss ein Patient dezidiert mündlich über die echte Alternative einer konservativen Behandlung aufgeklärt werden. Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichtes Hamm entschieden (Az.: 26 U 3/14).

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