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Rechtsprechung zur Patientenaufklärung

Welche rechtlichen Anforderungen sind bei der präoperativen Aufklärung des Patienten im Hinblick auf Behandlungsalternativen zu beachten? Das Oberlandesgericht Hamm hat dazu in einem Urteil wichtige Hinweise gegeben (Az.: 3 U 54/14).

In diesem Rechtsstreit ging es um die Aufklärung des Patienten über Behandlungsalternativen vor der Implantation einer Bandscheibenprothese. Das OLG Hamm hat dem Patienten ein Schmerzensgeld zugesprochen und zwar allein wegen der mangelhaften Aufklärung über bestehende Behandlungsalternativen und nicht etwa einem Behandlungsfehler bei der Durchführung der Operation.

Das Gericht stützte sich bei seiner Entscheidung auf ein medizinisches Sachverständigengutachten. Der Sachverständige hatte dargelegt, dass zum Behandlungszeitpunkt die gewählte Methode des Bandscheibenersatzes noch relativ neu gewesen sei; dies zum einen in der seinerzeit als „Goldstandard“ bewerteten operativen Fusion, zum anderen in der Fortsetzung der konservativen Therapie ohne operatives Vorgehen.

Der zentrale Punkt: Wenn ein bestimmtes operatives Behandlungsverfahren noch relativ neu ist und (noch) nicht dem medizinischen Standard entspricht, stellen die Gerichte hohe Anforderungen an die präoperative Aufklärung des Patienten. Der Patient muss, auch wenn er nicht ausdrücklich danach fragen sollte, lückenlos über die Vor- und Nachteile der innovativen Behandlungsmethode aber in gleicher Weise auch über die Vor- und Nachteile der bestehenden Behandlungsalternativen aufgeklärt werden.

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Dieser Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Michael Kreft mik@curagita.com

Carsten Krüger ckg@curagita.com

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