Rechtliche Vorgaben für die Praxisvertretung im Krankheitsfall

Im System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt der Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung. Im Krankheitsfall, bei Urlaub, der Teilnahme an ärztlichen Fortbildungen oder Wehrübungen sowie bei Schwangerschaft und Entbindung kann sich der Arzt aber vertreten lassen.

Vertretung innerhalb der eigenen Praxis: Der vertretene Arzt/Ärztin rechnet die Leistungen seines Vertreters/seiner Vertreterin selbst ab. Der vertretene Arzt/Ärztin muss ggf. in der Wirtschaftlichkeitsprüfung die Verordnung des Praxisvertreters verantworten. Vertretung außerhalb der eigenen Praxis: Eine Vertretung außerhalb der Praxis des kranken Arztes wiederum kann entweder durch eine Kollegin oder einen Kollegen in der Umgebung oder bei einer Praxisgemeinschaft durch den Praxisgemeinschaftspartner erfolgen. Der Vertreter darf in dem Fall alle Leistungen erbringen, die zu seinem Leistungsspektrum gehören und diese anschließend über den Vertreterschein (Muster 19) abrechnen.

Der Arzt/die Ärztin ist verpflichtet, Vertretungen, die länger als eine Woche dauern, seiner Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mitzuteilen. Dauert die Vertretung länger als drei Monate innerhalb eines Jahreszeitraums, ist sogar eine vorherige Genehmigung der KV erforderlich. Das gilt auch, wenn mehrere Vertretungszeiten zusammen den Zeitraum von drei Monaten innerhalb von zwölf Monaten übersteigen. Für die Genehmigung genügt ein formloser Antrag an die jeweilige KV.

Der Praxisvertreter/die Praxisvertreterin muss ins Arztregister eingetragen sein oder die Voraussetzungen für die Arztregistereintragung (Approbation und Facharztanerkennung für das zu vertretende Fachgebiet) erfüllen. Eine Kassenzulassung ist nicht erforderlich. Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es für die Vertreter nicht.

Die Zulassungsverordnung für Vertragsärzte schreibt vor, dass der Vertreter/die Vertreterin entweder dieselbe Gebietsbezeichnung führt oder im selben Versorgungsbereich wie der zu vertretende Kollege zugelassen sein muss.

In Ausnahmefällen ist es auch möglich, sich durch einen beim Praxisinhaber angestellten Weiterbildungsassistenten vertreten zu lassen, wenn sich dieser im letzten Ab- schnitt seiner Weiterbildung befindet. Die Vertretung ist bei kurzzeitigen Ausfällen, das heißt maximal 30 Arbeitstage innerhalb von zwölf Monaten, möglich.

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