Quantitative MRI analysis of infrapatellar fat pads in normal controls, moderate and end-stage osteoarthritis

Annals of Anatomy, Vol. 221, Januar 2019, S. 108-114
Ch.G. Fontanella et al., Padua und Bologna

Die infra- und suprapatellaren Fettgewebepolster (IFP und SFP) erfahren bei vorhandener Osteoarthrose deutliche Veränderungen, wie MRT-Untersuchungen an 44 Kniegelenken gezeigt haben. Mit zunehmender Osteoarthritis zeigt sich eine Abnahme der IFP-Parameter und eine Zunahme der SFP-Parameter.

Bei der Osteoarthritis des Kniegelenks (OA) sind alle Gewebestrukturen beteiligt (subchondraler Knochenanteil, Synovialmembran, Ligamente und Menisci), und eine Beteiligung des IFP ist nachgewiesen worden. Das IFP liegt unterhalb der Patella und wird begrenzt durch die Patellarsehne, durch das Patella-Retinakulum, durch den vorderen Anteil der Tibia, das Vorderhorn der Menisci und die Femurkondylen. Das IFP ist ein extrasynoviales, aber intrakapsuläres Fettdepot, befestigt an der intrakondylären Kerbe des Femurs.

Es ließ sich zeigen, dass das IFP die Quelle von „adipocytokinetischen“ Zellen und die Ursache für eine Entzündung mit vermehrter Durchblutung bei Patienten mit OA ist. Das größte IFP, das mittels MRT gemessen werden konnte, zeigte sich bei verschmälerten Gelenkspalten, medialen Osteophyten, Knorpeldefekten, Knochenmark-Läsionen und Knieschmerzen. Das SFP liegt über der Patella und hinter dem suprapatellaren Gelenk-Rezessus.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, mittels MRT das Volumen und die Morphologie von IFP und SFP bei Normalpatienten und bei Patienten mit unterschiedlich stark ausgebildeter OA zu untersuchen. Es wurden retrospektiv in einer Multicenter-Studie 44 Kniegelenke bei 44 Patienten mittels T2-gewichteter Sequenzen (z.T. fettsupprimiert) untersucht. Es wurden IFP-Volumen und IFP-Tiefe sowie der Femoral-Bogen und die Tibia-Länge auf dem sagittalen Bild im Zentrum gemessen. Auf gleiche Weise wurde die Volumenbestimmung der SFP durchgeführt.

Bei den 44 Patienten handelte es sich um 17 Kontrollpersonen (58,2 % Männer, 41,8 % Frauen), 15 Patienten mit geringer OA (33,3 % Männer und 66,7 % Frauen) sowie 12 Patienten mit ausgeprägter OA (25 % Männer, 75 % Frauen). Das Durchschnittsalter insgesamt betrug 67,5 Jahre.

Bei der Auswertung zeigte sich bei IFP eine signifikante Abnahme aller Parameter bei Zunahme der OA. SFP dagegen zeigte eine geringe Zunahme der Parameter bei Zunahme der OA. Insgesamt zeigte sich im MRT mit zunehmender OA ein Anstieg der IFP-Parameter im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe, sodass IFP hinsichtlich der Entstehung und Ausdehnung einer postentzündlichen Fibrose eine wichtige Rolle spielt.

 

Wir danken unserem Ehrenmitglied
Prof. Dr. U. Klein
aus München, der Ihnen die
Veröffentlichungen aus den
Fachzeitschriften auswählt
und zusammenfassend
erläutert.

Schreibe einen Kommentar

Wir verwenden die von Ihnen angegebenen Daten ausschließlich, um auf Ihr Anliegen zu reagieren.