Preise für Praxisübernahmen stark gestiegen

Die Übernahme als Einzelpraxis bleibt mit 52 Prozent die häufigste Form der Niederlassung als Hausarzt. Die dafür gezahlten Kaufpreise sind allerdings im Vergleich zu 2015 um rund 20 Prozent auf durchschnittlich 94.000 Euro gestiegen. Das zeigt die jüngste Analyse der ärztlichen Existenzgründungen, die jährlich von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sowie dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgelegt wird.

Von den unterschiedlichen Optionen, sich als Arzt selbständig zu machen, war die Niederlassung in einer Einzelpraxis durch Übernahme einer bereits bestehenden Praxis die teuerste. Insgesamt investierten 2017 die ärztlichen Existenzgründer in den Kaufpreis plus die medizinisch-technischen Geräte, Einrichtung, IT sowie Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen durchschnittlich 143.000 Euro. Die im Schnitt günstigste Niederlassungsvariante war die Überführung einer Einzelpraxis in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), damit waren 2017 durchschnittliche Gesamtinvestitionen in Höhe von 97.000 Euro verbunden.

„Sich in einer eigenen Praxis allein niederzulassen ist offenbar nach wie vor eine attraktive Option für ärztliche Existenzgründer“, sagte Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank. „Allerdings ist die Einzelpraxis von heute eine andere als noch vor zehn Jahren. Immer mehr Praxisinhaber arbeiten hier mit angestellten Kollegen, seit es 2007 erlaubt ist, bis zu drei Ärzte einzustellen. So können mehr Patienten behandelt und mehr Einnahmen generiert werden. Bei einer Praxisabgabe beziehungsweise -übernahme werden dann auch entsprechend höhere Kaufpreise erzielt.“ Ein Blick auf den Zusammenhang zwischen Kaufpreis und geographischer Lage zeigt auch, dass Hausärzte im Westen Deutschlands mit fast 105.000 Euro im Schnitt die höchsten Übernahmepreise zahlten. In den östlichen Bundesländern lagen die Durchschnittswerte mit knapp 81.000 Euro am niedrigsten. Ein Preisgefälle wird auch zwischen Stadt und Land deutlich erkennbar: Je mehr Einwohner am Standort, desto höher ist der Kaufpreis. Die Preisspanne reichte von durchschnittlich rund 74.000 Euro in den ländlichen Regionen bis 108.000 Euro in der Großstadt.

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