Oral distension methods for small bowel MRI: Comparison of different agents to optimize bowel distension

Acta Radiologica, Vol.57, Dezember 2016, S.1460 – 1467, S.A. Schmidt et al., Ulm, Stuttgart und Konstanz

Für die CT- und MRT- Darstellung des Dünndarms wurden für die Distensionsbeurteilung drei unterschiedliche Kontrastmittel verwendet: Methylzellulose, verabreicht mittels Duodenal-Sonde, oral verabreichtes Psyllium und locust bean gum / mannitol (LBM). Ergebnis: LBM-Gabe ist zur Darstellung vor allem für das Ileum gut geeignet und kann die Duodenal-Sonde ersetzen.


Der Dünndarm repräsentiert den größten Abschnitt des Verdauungstraktes. Wegen seiner Länge, dem geringen Durchmesser und der großen Varianz pathologischer Veränderungen stellt die Dünndarm-Diagnostik eine große Herausforderung dar. In den westlichen Ländern nehmen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa an Zahl kontinuierlich zu.

Die radiologische Bewertung des Dünndarms hängt von der adäquaten Distension der Dünndarmschlingen in allen Abschnitten ab. Dies wird meistens durch Gabe von Methylzellulose (Tylose) mittels einer Duodenalsonde erreicht. Ein KM, das ausschließlich mit dem gleichen Effekt oral verabreicht werden könnte, würde für die Patienten eine erhebliche Erleichterung darstellen.

Ziel der vorliegenden Studie war es, die Dünndarmbeurteilung mit drei verschiedenen Kontrastmitteln zu vergleichen: Verabreichung von Methylzellulose (Tylose) mittels Duodenalsonde, durch die orale Gabe von Psyllium (Mucofalk) und durch die Verabreichung von locust bean gum/ mannitol (Nestargel). Jede Gruppe bestand aus 15 Patienten. Die diagnostische Aussage wurde in fünf Grade eingeteilt: Sehr gut, gut, moderat, schlecht und unmöglich. Zusätzlich wurden die Durchmesser der Lumina von Duodenum, terminalem Ileum und Zökum gemessen.

Es handelte sich also um 45 Patienten, 19 Frauen (42,2%) und 26 Männern (57,8 %). Das Durchschnittsalter betrug 36,3 + / – 14,7 Jahre (12 bis 71 Jahre). Bei 27 Patienten (60,0 %) wurde eine Dünndarmwandverdickung beobachtet. Histologisch wurde bei 37 Patienten (82,2 %) ein Morbus Crohn diagnostiziert. Ein Vergleich der drei Gruppen ergab einen signifikanten Unterschied hinsichtlich des diagnostischen Wertes im Duodenum und im terminalen Ileum.
Im Duodenum ergab sich die beste Distension nach Thylose, gefolgt von LBM und Psyllium. Im terminalen Ileum waren die besten Ausdehnungswerte nach LBM-Gabe zu beobachten, gefolgt von Thylose- und Psyllium-Gabe. Für das proximale Jejunum und das Ileum zeigte Thylose die beste Distension, gefolgt von LBM und Psyllium. Für das distale Jejunum und das Zökum ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Die LBM-Applikation zeigte die beste Distension im Zökum.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass die LBM-Methode hinsichtlich der Distension des Dünndarms die Duodenal-Sonde überflüssig macht, insbesondere bei vermuteter Erkrankung im Ileum, das am häufigsten bei Morbus Crohn betroffen ist.

 

Bildschirmfoto 2017-06-16 um 12.37.35Wir danken unserem Ehrenmitglied Prof. Dr. U. Klein aus München, der Ihnen die Veröffentlichungen aus den Fachzeitschriften auswählt und zusammenfassend erläutert.

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