No association between thrombin generation and intra-plaque haemorrhage in symptomatic carotid atherosclerotic plaques: The plaque at risk (PARISK) study

Thrombosis and Haemostasis, Vol.118, August 2018, S.1461-1469
G.A.J.C. Crombag et al., Maastricht/Holland

Ist es möglich, mittels Karotis-MRT und Thrombose-Erzeugungs-Parametern (z.B. Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin mittels der Protease Thrombin) einen Zusammenhang zwischen den einzelnen morphologischen atherosklerotischen Plaquemerkmalen (Intraplaque-Blutungen, lipidreiche nekrotische Plaque-Kerne) und einem potentiellen Schlaganfall herzustellen? Es zeigte sich, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gibt.

Zahlreiche histopathologische Studien haben gezeigt, dass Rupturen von vulnerablen atherosklerotischen Plaques in den Karotisarterien die Hauptursachen von Schlaganfällen sind. Kernspintomografische Untersuchungen zeigen semiquantitativ „hallmarks“ dieser Plaques, Intraplaque-Blutungen (IPH), lipidreiche nekrotische Kerne (LRNC) und dünne oder rupturierte fibröse Kapseln. IPH sind ein Vorhersagefaktor für einen Schlaganfall.

IPH werden gebildet, weil neue „unreife“ Gefäße von den Vaso vasorum in die Plaques eindringen und damit Erythrozyten in die Plaques gelangen. Aber auch eine Plaque- Ruptur kann zu IPH führen, weil dadurch das Koagulationssystem aktiviert und ein luminaler Thrombus gebildet wird. Schließlich kann eine beeinträchtigte Koagulation zur Entwicklung von IPH beitragen, verursacht durch die Gabe von Vitamin-K-Antagonisten oder durch eine Anti-Plättchen-Therapie.

Thrombin ist im Koagulationssystem eine zentrale Protease, die Fibrinogen zu Fibrin umwandelt. Die Thrombinerzeugung ist abhängig von fast allen Koagulationsfaktoren und mit Blutungstendenzen assoziiert.

Die vorliegende Multicenter-Studie sollte klären, ob es zwischen den einzelnen morphologischen Plaque-Merkmalen einen Zusammenhang gibt und wie sie durch Karotis-MRT und Thromboseerzeugungsparameter bewertet werden. Insgesamt wurden 161 Patienten in die Studie aufgenommen. 117 Patienten (73 %) waren Männer, 44 Patienten (27 %) Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 68,9 +/- 8,7 Jahre.

Von 65 Patienten mit IPH waren 89 % Männer, ohne IPH 62 %. Dieser Unterschied zu Frauen war signifikant. 22 % aller Patienten hatten einen Diabetes, 57 % eine Hypercholesterinämie, 64 % einen Hypertonus. Im MRT zeigten von 65 Patienten mit IPH 13,3 % der Fälle einen lipidreichen nekrotischen Kern, ohne IPH in 0 % (signifikant). Eine dünne bzw. rupturierte fibröse Kapsel wiesen 75 % der Patienten mit IPH auf, 15 % der Patienten ohne IPH.

Insgesamt fand sich aber bei Patienten mit einem Schlaganfall kein signifikanter Zusammenhang zwischen Thrombinerzeugung im Blutplasma und Merkmalen von Karotisplaques im MRT einschließlich IPH.

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