Memorandum der erweiterten Fokusgruppensitzung vom 16.11.2018

RaDiagnostiX – Prostata: Ein Vorreiterprojekt

2013 startete im Radiologienetz mit RaDiagnostiX–Prostata ein vollumfängliches Verbundprojekt, das sich mittlerweile in Fachkreisen als Marke etabliert hat und kontinuierlich umgesetzt und weiterentwickelt wurde. Der Auf- und Ausbau erfolgte dabei in Stufen.


In der ersten Stufe wurde das Projekt auf wirtschaftliche und juristisch gesicherte Beine gestellt. Patientenpfade und die dazugehörige Dokumentation wurden aufgebaut, die gesundheitsökonomische Sinnhaftigkeit geprüft und durch internationale Studien bestätigt. Auch der Bedeutung der Qualitätssicherung wurde Rechnung getragen: Jährliche Qualitätsberichte wurden erstellt mit stetig wachsender Umsetzungsqualität in der ambulanten Versorgung.

In der zweiten Stufe wurden 37 Praxen an eine zentrale Falldatenbank angeschlossen, die 6.000 Untersuchungen umfasst. Sie ist Grundlage der jährlichen externen Qualitätssicherung, einem Kernelement des Projekts. Die Teilnehmer haben bis heute insgesamt je 110 CME Punkte bei Schulungsworkshops erworben, die in einen PDCA-Zyklus eingebunden waren und den wissenschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre Rechnung trugen. Dazu zählt auch das Q1 Zertifikat der AG Uroradiologie der DRG, das Qualitätsbausteine enthält, die im Verbundprojekt bereits seit längerem geschult werden.

Das Ziel, eine innovative Untersuchungsmethode ambulant, interdisziplinär und qualitativ seriös anbieten zu können, wurde somit erreicht.

Dies bestätigt auch die ökonomische Seite. Fast alle Teilnehmer (80%) erreichten das Ziel von 50 Patienten p.a. schnell und liegen mittlerweile weit darüber (50% >100 Pat. bzw. 20% > 200 Pat. p.a.). Es gelang ihnen mit RaDiagnostiX-Prostata, eine wirtschaftlich erfolgreiche Spezialisierung in ihrer Praxis zu etablieren und in den „2. Gesundheitsmarkt“ der Selbstzahler-Leistungen einzusteigen.

Chancen für die Zukunft

Neben dieser erfreulichen Entwicklung konnten im Verbundprojekt nicht alle zu Beginn definierten Ziele erreicht werden. Aus versicherungsökonomischen Gründen konnte die Idee der Kassen-Direktkontrahierung nicht umgesetzt werden. Angesprochene Kassen lehnten aus verschiedenen internen Gründen ab. Sie fürchteten aber im Besonderen, dass die Einsparungen im Bereich der Prostatakarzinom-Versorgung durch das Risiko-Assessment mittels mpMRT-Diagnostik durch Kosten anderer Erkrankungen, die Männer über 55 Jahren mit sich bringen, überkompensiert würden.

Neuere Entwicklungen in Richtung Qualitätsmedizin, Expertennetzwerke und Zentrenbildung könnten das Interesse der Kassen am Verbundprojekt jedoch erneut wecken mit dem Ziel, Kosten für Fehlallokation und deren Folgekosten zu vermeiden. Der abgekoppelte Einsatz der mpMRT von therapieführenden Ärzten als Risiko-Assessment signifikante von insignifikanten Tumoren zu trennen, ist hierbei besonders attraktiv.

Weiterhin verzögerte sich die Suche nach einer funktionsfähigen, bezahlbaren IT- basierten Softwarelösung mit einer Infrastruktur zum automatisierten Austausch von erster und zweiter Befundung, die in jedem Praxisumfeld realisierbar ist. Hier ist die Fokusgruppe der Ansicht, mit der IT-Lösung von Mint Medical eine attraktive, sofort umsetzbare Lösung (endlich!) gefunden zu haben.

Last but not least ergibt sich aktuell eine neue Chance, die Hürde der Selbstzahlerlistung zu nehmen mit der Aussicht, dass künftig die mpMRT (mit Qualitätsnachweis) mit Faktor 1,3 auf Erstattungsantrag seitens der Kassen bezahlt werden könnte. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Qualitätsmedizin, der die RaDiagnostiX-Teilnehmer gegenüber Wettbewerbern, die heute die Prostata-Diagnostik mit im Praxisportfolio haben, klar stärkt.

Am 16. November tagte die um Gäste erweiterte Fokusgruppe RaDiagnostiX und diskutierte folgende Fragen vor dem Hintergrund des skizzierten Projektverlaufs:

• Soll das Verbundprojekt RaDiagnostiX-Prostata gemeinsam mit Vollgas auf eine neue Qualitätsstufe, dem Expertenverbund, gehoben werden oder wollen die Teilnehmer die in ihrem Praxisumfeld eingeführten Strukturen ab sofort in Eigenregie fortführen?
• Finden sich ausreichend Interessenten im Verbundprojekt für gemeinsame Investitionen in eine gemeinsame IT-Lösung zur strukturierten Befundung mit Zweitmeinungsportal und die aktive Vermarktung des Angebots?
• Soll die Projektbegleitung durch Curagita künftig ein einzeln von einer Praxis zu beauftragendes Projekt zu definierenden Umfangs sein oder ist weiterhin eine zentrale für alle Teilnehmer aktive und das Projekt vorantreibende Steuerung gewünscht?

Das Votum der Diskussion auf der Fokusgruppensitzung war eindeutig: Vollgas geben, inklusive der Umsetzung einer automatisierten Befundung mit einem strukturierten Bericht, der mit den entsprechenden Schlüsselbildern versehen den Urologen den Qualitätsmehrwert augenscheinlich darstellt.

Alle Anwesenden sprachen sich dafür aus, das überregionale Expertennetzwerk mit einem qualitätsbasierten Ansatz, der seine Umsetzungsreife bereits seit 4 Jahren dokumentiert hat, jetzt gerade erst recht durch Investitionen in IT und ein neues Marketingkonzept weiter auszubauen.

Als Gast war Dr. Baumhauer, CEO von Mint Medical, in der zweiten Hälfte der Sitzung mit dabei und stellte die Software Mint Lesion vor. Diese dient der strukturierten Befundung der Prostata mpMRT nach PIRADS 2.0 und bietet gleichzeitig eine Infrastruktur zur ersten und zweiten Befundung per privater Cloud inkl. Sicherheitsstandards. Weiterhin ist das strukturierte Reporting auch für andere Organe erweiterbar und im Preis inkludiert. Im Vorfeld hatte die Projektleitung mit dem DeRaTeK-Team bereits über notwendige Funktionalitäten, PACS Integration und Preisvarianten verhandelt, so dass den Anwesenden ein Preismodell mit einmaligem Invest plus monatlich laufenden Kosten auf der Basis von 20 Teilnehmern vorgestellt werden konnte.

Ausschlaggebend für die Empfehlung der Teilnehmer der Fokusgruppe waren insbesondere die deutlich bessere Darstellung der Befundqualität nach außen und die Kosten über ein variables Einstiegsmodell. Hinzu kamen die zusätzlichen Funktionalitäten mit der Anbindung der kooperierenden Urologen und Ausbaumöglichkeiten der Plattform sowohl hinsichtlich weiterer Indikationen als auch wissenschaftlich möglicher Auswertungen und erweiterbarer Schnittstellen. Vertrauen in die Software wurde dadurch hergestellt, dass nachweislich viele Experten die Software bereits im Einsatz haben und deren Funktionalität im Alltag bestätigen können.

Daher wurde am Ende der Sitzung folgender Beschluss gefasst:
Die Teilnehmer der Fokusgruppe empfehlen einstimmig den Einsatz des vorgestellten IT- Modells für das Projekt und die weitere Umsetzung und den Ausbau des Projekts RaDiagnostiX – Prostata auf die nächste Stufe.

Sie beauftragten die Projektleitung der Curagita, ein neues Angebot vorzulegen.

Dies wurde bereits umgesetzt. Alle RaDiagnostiX-Prostata-Teilnehmer wurden in der KW 49/50 mit der Bitte um Rückmeldung bis 31.12. angeschrieben.

Für Fragen zum weiteren Vorgehen und zu IT Details steht die Projektleitung jederzeit gerne zur Verfügung.
Ansprechpartnerin: Dr. med. Barbara Amler, E-Mail alr@cuargita.com

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