comment Add Comment
Posted on Last updated

KVNO und Berufsverband machen mobil!

In einem Schreiben vom 22.11.17 an die AOK Rheinland/Hamburg regt die KV Nordrhein „dringend“ an, „den beschrittenen Weg der wirkstoffübergreifenden Ausschreibung von Kontrastmitteln zu überdenken“. Darüber hinaus führt der BDR Landesverband Nordrhein derzeit eine Umfrage unter den Mitgliedern durch, welchen Kontrastmittelmodus sie wünschen.


Die KVNO argumentiert folgendermaßen:

1. Für einen Austausch von Arzneimitteln, die nicht wirkstoffgleich sind (aut simile, nicht aut idem), gebe es keine wirksame Rechtsgrundlage. Das sah bereits im November 2016 der BDR genauso und führte dies seinen Mitgliedern am 24.11.16 in einem Rundschreiben aus.

2. Der Substitutionszwang bei gleichzeitigem Verbleiben der haftungsrechtlichen Risiken beim Radiologen sei nicht aus der Verpflichtung zur Wirtschaftlichkeit ableitbar.

3. Verschärft werde die aktuelle Situation dadurch, dass wider besseren Wissen, Radiologen aufgrund des Ausschreibungsverfahrens ein niedriger dosierbares MR Kontrastmittel nicht einsetzen sollen, obwohl von der Europäischen Zulassungsbehörde so empfohlen.

Darüber hinaus führt der BDR Landesverband Nordrhein derzeit eine Umfrage unter den Mitgliedern durch, welchen Kontrastmittelmodus sie wünschen. Zur Auswahl stehen folgende Modi:

1. die im Nordrhein (sowie in RLP, Saarland und Schleswig-Holstein) praktizierte wirkstoffübergreifende Ausschreibung, in der Kontrastmittel zu Wirkstoffgruppen zusammengefasst werden (Einschränkung der Therapiefreiheit),

2. das Open House Verfahren (wie z.B. in Hessen), bei dem Radiologen weiterhin Therapiefreiheit haben und nur Händler und Hersteller zu den von den Kassen intendierten Kosteneinsparungen durch die Zusage von Rabattgewährungen verpflichtet werden,

3. die Kontrastmittelpauschale (wie z.B. in Bayern und Westfalen-Lippe), bei der die Radiologen von den Kassen für die Kontrastmittelgabe einen Pauschalbetrag erhalten und sich um den Einkauf der Kontrastmittel selbst kümmern müssen (inkl. Preisverhandlungen und Kostenrisiko).

Was in der Auswahl des BDR fehlt, ist die wirkstoffgenaue Ausschreibung, die seit 1. Oktober in Baden-Württemberg praktiziert wird. Hier sind Radiologen immer dann verpflichtet, ein Produkt zu wechseln, wenn in einer Wirkstoffgruppe (aut idem) ein Generikum den Zuschlag erhalten hat und sie vorher etwa das Originalprodukt oder ein anderes Generikum nutzten.

Was heißt das für Sie und was können wir als Radiologienetz tun?

Die Mobilmachung in den KV-Regionen führt hoffentlich dazu, dass die wirkstoffübergreifende Ausschreibung in der nächsten Ausschreibungsperiode einer Alternative weicht, die Ihre Therapiefreiheit erhält und dennoch die intendierte Kosteneinsparung bei den Kassen bewirkt.

Radiologienetz schafft Informationstransparenz auch über KV-Regionengrenzen hinweg, so dass viele unserer Mitglieder feststellen, dass sie nicht alleine agieren, wenn sie sich in ihrer Therapiefreiheit nicht einschränken und durch Regressandrohungen nicht einschüchtern lassen.

Auf den Dezember-Vollversammlungen diskutieren wir, ob auch das Radiologienetz eine Umfrage zum aus Ihrer Sicht geeigneten Ausschreibungsmodus durchführen sollte. Bilden Sie sich Ihre Meinung und halten Sie uns bitte auf dem Laufenden, falls Sie neue Informationen haben.

In stürmigen Ausschreibungszeiten versuchen einzelne Hersteller, Sie und Ihren Verbundeinkauf auseinander zu dividieren. So hat die Fa. Guerbet die Zusammenarbeit mit dem Verbundeinkauf zum Jahresende gekündigt, beliefert uns seit kurzem nur noch schleppend und versucht vielmehr, Sie direkt zu beliefern. Ein kurzfristiger (medizinisch vertretbarer) Produktswitch für 1-2 Quartale könnte hier die Stärke des Verbunds gegenüber der Industrie demonstrieren. Sprechen Sie uns diesbezüglich an. Wir können Ihnen viele gute Produkt-Alternativen bieten.

Stärken Sie Ihr Netz, in dem Sie weiterhin unbeirrt alle KM-Bestellungen an den Verbundeinkauf weitergeben. Bei den GKV-Rezepten garantieren wir wie auch bisher 100% ausschreibungskonformen Umgang. Privat-Kontrastmittel unterliegen nicht den Ausschreibungen der Krankenkassen.

Ihr Ansprechpartner im Verbundeinkauf:
Bernhard Seidler
bes@curagita.com

Schreibe einen Kommentar

Wir verwenden die von Ihnen angegebenen Daten ausschließlich, um auf Ihr Anliegen zu reagieren.