comment Add Comment
Posted on Last updated

#instagram#präsenz#important#or#nice2have#

Wer kennt es nicht – beim Surfen in den sozialen Medien stolpert man allzu häufig über passgenaue Angebote, die so manches Mal zu virtuellen Abzweigen und realen, wenn auch ungeplanten Käufen führen. Sind Social Media inzwischen zentrale Kommunikationskanäle für und daher unverzichtbar im Marketing radiologischer Praxen? Das Netzmanagement hat insbesondere Instagram näher unter die Lupe genommen. Hier die Ergebnisse unserer Eigenrecherche.

Vielleicht hängt es ja mit dem Digitalisierungsschub allerorts zusammen, dass 21 der 35 von uns auf Instagram entdeckten radiologischen Praxen in Deutschland erst seit letztem Jahr aktiv sind. Die meisten scheinen von sozial aktiven Akteuren der Praxis selbst betrieben zu werden, einige offensichtlich eher durch dafür eigens engagierte Werbeagenturen. Um es gleich zu sagen: das Bild ist recht heterogen und die durchschnittlich 17 Posts pro Praxis geben reine Statistik wieder. Denn sowohl die Anzahl der Posts als auch die Anzahl der Abonnenten sind pro Praxis sehr unterschiedlich (Minimum 35, Maximum 930 Follower) und auch nicht unbedingt davon abhängig, wie lange der jeweilige Instagram-Account bereits besteht und ob er professionell oder eher selbstgestrickt rüber kommt. Die allermeisten Praxen nutzen den Feed, um Content mit anderen zu teilen, circa die Hälfte stellt zusätzlich Stories online und etwa ein Drittel hat kurze Videosequenzen hochgeladen. Besonders unterhaltsam: eine gefilmte Demonstration, wie stark der Magnet im MRT wirkt anhand verschiedener metallischer Gegenstände, die in seine Nähe gebracht werden.


Da es sich bei Instagram um ein vorwiegend visuelles Medium handelt, das auch überwiegend im privaten Umfeld verwendet wird, arbeiten viele Praxen mit mehr oder weniger originellen Fotos von Praxis-Räumlichkeiten, Events, Gratulationen zu Jubiläen etc. Tenor: bei uns ist es besonders angenehm! Und diese Message ist natürlich in Richtung Patienten, aber durchaus auch in Richtung Mitarbeiternachwuchs gut nutzbar. So suchen ein Drittel der identifizierten Instagram-Praxen über ihren Account Personal und nutzen dafür Hashtags wie #healthworkers, #mfa, #teaching, #teamwork, #loveyourjob, #wirarbeitenfüreuch.

Stichwort Hashtags – für Menschen, die sich noch nicht damit beschäftigt haben: Hashtags sind Stichworte, die durch ein Rautezeichen vom übrigen Text abgehoben werden und diesen dadurch in eine Schlüsselwort-Suche integrieren. Bis vor kurzem konnte man Accounts oder Posts überhaupt nur finden, wenn man die genauen Hashtags kannte. Inzwischen bietet Instagram eine Keyword-Suche und wird dadurch zunehmend attraktiv für Business-Kunden.
Was heißt das nun alles für die Praxiskommunikation und ist Instagram ein wichtiger Kanal, der von einer radiologischen Praxis bespielt werden sollte? Also ein #must oder eher ein #nice to have?

Letztendlich kommt es darauf an: wo die Praxis liegt, welche Klientel sie bedient, wie schwierig es ist, Auszubildende und junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rekrutieren, welche Kommunikationsinstrumente online noch genutzt werden (Facebook, Xing, Jameda, LinkedIn?), wieviel Zeit und Budget für dieses Thema zur Verfügung steht und wer sich verantwortlich des Themas in der Praxis annehmen kann.

Im Fokus des Online-Praxismarketings: Google und die Praxiswebseite

Der Dreh- und Angelpunkt der Online-Kommunikation heute auf der Suche nach einer radiologischen Praxis ist sicherlich die Google-Suchmaschine, die entweder auf der Map oder als organisches Suchergebnis anzeigt, wohin sich ein potentieller Patient mit einer Terminanfrage wenden kann. Hier spielt die Webseite als Online-Praxiskommunikationsmittel Nummer 1 die wesentliche Rolle. Sie muss responsive und auffindbar sein. Responsive bedeutet, dass sie auf allen Endgeräten ansprechend dargestellt und komfortabel nutzbar ist. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund einer aktuellen Statista-Auswertung, die belegt, dass fast 80% der Internetsurfer über ihr Smartphone ins Netz gehen, eine zentrale Anforderung. Und die Auffindbarkeit im www wird auch immer mehr zum Wettlauf mit dem Wettbewerber – insbesondere, wenn es um lukrative Patienten bzw. Untersuchungen geht. Hier sind Suchmaschinenoptimierung (SEO) und geschickte Google My Business Einträge gefragt, da die allermeisten Suchenden auf die ersten drei vermeintlich neutralen Ergebnisse einer Google-Suche klicken. Und daher muss das Ziel sein, beim sogenannten Google Local Pack dabei zu sein.

Natürlich kann man auch die Sucher auf Instagram durch einen aufgeräumten minimalen Basisaccount, der zur Praxis-Webseite verlinkt, „leiten“. Dies ist absolut empfehlenswert, da man in den jungen sozialen Medien ohne Aufwand vertreten ist und Interessierte zur Praxis-Webseite weiterlenkt. Das geht übrigens auch mit Facebook.

Sollte man aber selbst intensiver Nutzer der sozialen Medien sein und Spaß haben, verschiedene Zielgruppen der Praxis durch unterschiedliche Themen kontinuierlich anzusprechen, kann man das Projekt Social Media als Praxis starten. Sinnvollerweise sollte man es dann professionell aufziehen, das heißt:

• die Farbwelt der Praxis und der Stil der Praxis (Corporate Identity) sollten sich in den Posts und Fotos wiederfinden und vor allem von den Betrachtern als Praxis typisch und sympathisch erkannt werden!
• Die Ziele und die Zielgruppen des Kanals sollten definiert und bedient werden – sowohl in der Art der Ansprache als auch mit den erwarteten Inhalten.
• Durch ein planvolles Vorgehen, z.B. mit Themenliste für Posts und Zeitplan wird sichergestellt, dass kontinuierlich Content produziert wird.
• Verantwortliche müssen quasi arbeitstäglich diese Medien checken, um kurzfristig auch reagieren zu können. Interaktivität und Aktualität werden bei Social Media großgeschrieben.
• Neben der Verlinkung zur Webseite ist auch ein Management von Keywords und Hashtags sinnvoll, das die Auffindbarkeit verbessert. Alleine zum Thema Hashtags gibt es für Autodidakten auch eine Menge Tutorials auf Youtube (übrigens auch ein spannender Zukunftskanal für die Praxiskommunikation). Hier wird erklärt, die Nutzung wie vieler Hashtags vom Suchalgorithmus belohnt wird (-> ca. 4), dass trotz unseres Hangs zu Anglizismen deutsche Hashtags vorzuziehen sind und Ortsangaben zur Vernetzung in der Umgebung genutzt werden sollten.

Fazit

Das Wichtigste im Praxis-Onlinemarketing ist heute die Webseite und ihre Auffindbarkeit im Netz. An zweiter Stelle kann man sich als Praxis in den Social-Media-Kanälen tummeln und beispielsweise zunächst einfache Präsenzen mit Weiterleitung zur Praxiswebseite schaffen. Wenn man das alles gut und aktuell hält, ist schon viel erledigt. Falls in der Praxis Verantwortliche oder auch ein junges Team Interesse an Social-Media-Aktivitäten haben, kann das vor allem den Beteiligten Spaß machen und damit eine positive Innen- und auch eine gewisse Außenwirkung entfalten. Aber auch hier gilt es: Ziele definieren, planen, umsetzen, ausprobieren und dann und wann überprüfen, ob der Nutzen den Aufwand, rechtfertigt.

Schreibe einen Kommentar

Wir verwenden die von Ihnen angegebenen Daten ausschließlich, um auf Ihr Anliegen zu reagieren.