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Führung will gelernt sein! Halbzeit im CurAcademy Führungscurriculum

Ob Praxismanager(in), Leitende(r) MTRA oder Leiter(in) der Anmeldung: Die meisten radiologischen Praxen im Netz haben inzwischen eine zweite Führungsebene geschaffen, die im Tagesgeschäft die Mitarbeiter koordinieren soll. Zwar unterscheiden sich sowohl die Praxen in Größe und Struktur als auch die benannten Führungskräfte in Vorbildung, Alter und Erfahrungen, doch die Herausforderungen in der Führung sind erstaunlich ähnlich. Und genauso wie Fach- und Gerätekenntnis muss auch Führungskompetenz kontinuierlich (weiter-) entwickelt und professionalisiert werden.

Zehn Praxismanagerinnen aus sieben Mitgliedspraxen haben sich am 16. Juni bereits zum zweiten Mal im Haus der Radiologie getroffen. Anlass war ihre Teilnahme am modularen CurAcademy-Curriculum für Führungskräfte in radiologischen Praxen. In jedem der vier Module lernen sie praxistaugliche Führungstechniken kennen, üben und tauschen sich aus. Angeleitet und moderiert werden sie vom Trainer und Coach Markus Schmidt-Tophoff, der seine jahrzehntelange Erfahrung aus verschiedenen Branchen und mittelständischen und eigentümergeführten Unternehmen einfließen lässt.

In offener und vertrauensvoller Atmosphäre fanden sich die Teilnehmerinnen schnell als Gruppe zusammen und identifizierten überall ähnliche Herausforderungen, wenngleich in unterschiedlichen Schattierungen. So sind die Erwartungen an Führungskräfte in radiologischen Praxen hoch: Mitarbeiter wollen motiviert und informiert, Patienten schnell, freundlich und kompetent versorgt werden, und dann sind da noch in den allermeisten Praxen mehrere Chefs mit oft unterschiedlichen, manchmal auch unausgesprochenen Erwartungen.

Als Hausaufgabe zwischen den ersten beiden Modulen sollten die Praxismanagerinnen mit den Radiologen in ihrer Praxis in Einzelgesprächen gegenseitige Erwartungen und Regeln der Zusammenarbeit in puncto Führung herausarbeiten. Denn: Die Führungsrolle des Praxismanagers muss zwischen den Parteien klar und verbindlich definiert werden – sonst gibt es im Praxisalltag immer wieder Missverständnisse, die zu Reibungsverlusten und Frust führen.

„Wie gehe ich damit um, dass eine Mitarbeiterin sich während meines Urlaubs die Erlaubnis zur Teilzeit bei einem meiner gutmütigen Chefs holt, obwohl doch eigentlich ich dafür zuständig bin und ihr die zugesagte Lösung aufgrund der aktuellen Personalkonstellation so nicht hätte einräumen können?“, war eine Frage im letzten Modul. Die Situation kam vielen bekannt vor: Mitarbeiter übergehen bewusst die eigentlich Zuständigen in der Praxis und wenden sich an den Radiologen, zu dem sie persönlich eine gute Beziehung haben oder der besonders gutmütig ist.

Hier ist Aktion statt Resignation seitens der Praxismanager angesagt: Im Workshop wurden zwei Situationen im Rollenspiel geübt: das klärende Gespräch mit dem Chef sowie das Feedback an die Mitarbeiterin. Beide können gelingen, wenn sie gut vorbereitet sind. Schmidt-Tophoff empfiehlt beispielsweise den Aufbau des Gesprächs nach dem WWW-Modell: Schilderung der Wahrnehmung durch die Praxismanagerin –> negative (Aus-)Wirkung des Verhaltens –> Wunsch/Erwartung für künftige ähnliche Situationen. Alles sehr sachlich vorgetragen und am konkreten Beispiel festgemacht. Dadurch kann der Feedback-Adressat die Kritik annehmen, ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen.

Können im Rollenspiel realistische Situationen nachgestellt werden und bringt das dann tatsächlich was für den Praxisalltag? Diejenigen, die ihre „Fälle“ im Juni-Workshop schilderten und im Rollenspiel nachstellen ließen, sind davon überzeugt. „Ich habe durch die Reaktion im Rollenspiel viel gelernt, was ich im Ernstfall in den nächsten Wochen hoffentlich besser mache“, so eine Teilnehmerin.

Bisher sind alle davon überzeugt, dass sie ihr Know-how erweitern konnten und die Übung im samstäglichen Curriculum einen direkten Nutzen für ihren Praxisalltag stiftet.

Hausaufgabe für das dritte Modul, in dem es um Mitarbeiter(jahres)gespräche geht, war das Führen von unterjährigen Notizen zu konkreten Situationen von Mitarbeiterverhalten. So bleiben die Teilnehmer zwischen den Modulen am Ball. Sie bereiten sich auf die Fortbildung vor und können diese Vorbereitung gleichzeitig für den Arbeitsalltag direkt nutzen.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen fand bis 17 Uhr ein lebhafter Austausch statt, dessen abruptes Ende der Abfahrtzeit einiger Züge geschuldet war. Ein freiwilliger Acht- Stunden-Tag der besonderen Art, aus dem jede etwas mitnehmen konnte.

Weil die Gruppe auf nur zehn Teilnehmer beschränkt ist, um das intensive Miteinander und die persönliche Betreuung durch den Coach zu gewährleisten und einige späte Anfragen daher in diesem Jahr nicht berücksichtigt werden konnten, wird die CurAcademy das Curriculum für nicht-ärztliche Führungskräfte auch im nächsten Jahr nochmal anbieten. Termine für die vier Module sind:

Samstag, 12. Januar 2019
Samstag, 16. März 2019
Samstag, 18. Mai 2019
Samstag, 14. September 2019

Erstmals wird Markus Schmidt-Top-hoff 2019 auch einen Führungsworkshop für Radiologen anbieten, denn auch auf Seiten der Ärzte gilt es, die Klarheit der eigenen Führungsrolle zu entwickeln, professionell Aufgaben und Kompetenzen an Praxismanager zu delegieren und situationsadäquat zu kommunizieren und zu reagieren. Termin:

Samstag, 11. Mai 2019

 

Ihre Ansprechpartnerin:
Eva Jugel
eju@curagita.com

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