Fortbildungstipp: Arthroskopie- und Diagnostikkurs Wolkenstein

Gastbeitrag von Dr. Maik Götze, Mitgliedspraxis Lörrach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Südtirol, Wolkenstein, Sellarunde – all das verbinden die meisten von uns mit Erholung und Lebensfreude in den Dolomiten, im Sommer wie im Winter. Dass man sich hier auch gezielt interdisziplinär fortbilden kann, ist vielleicht weniger bekannt. Schon zum 18. Mal fand vom 15. bis 22. Februar der Arthroskopie- und Diagnostik-Kurs Wolkenstein statt. Das Konzept des Erfahrungsaustausches zwischen Radiologen und Orthopäden hat sich bewährt und wird seit Jahren erfolgreich fortgesetzt.

 

Man muss im Ort schon ein wenig suchen, um das kleine Kulturhaus „Oswald von Wolkenstein“ zu finden. Kein großer Counter am Empfang und auch nicht der übliche Dresscode der großen Kongresse. Alles klein und überschaubar, kurze Wege und stets enge Kontakte zu allen Teilnehmern und Referenten. Es geht entspannt zu. Trotzdem ist alles perfekt organisiert, vom funktionierenden Scannen des Fortbildungsausweises bis zum Cappuccino aus der Cimbali-Maschine.

 

Auch 2020 gab es wieder täglich vormittags einen diagnostisch orientierten Kursteil im Erdgeschoss und parallel einen vorwiegend arthroskopischen Kursteil im Obergeschoss des Kulturhauses. Die wissenschaftliche Leitung hatten Roland Becker (Brandenburg), Hans-Martin Klein (Burbach) Wolfgang Nebelung (Düsseldorf) sowie Marco Zanetti (Zürich).

 

Für uns Diagnostiker sind die Vorträge der Experten der MSK-Radiologie aus Deutschland, der Schweiz und Österreich immer einen Besuch wert. Hier wird Bekanntes didaktisch sauber aufbereitet. Egal, wie lange man das Thema zu Hause schon beackert hat: Es findet sich immer wieder etwas Neues und Spannendes. Und die Vortragenden, deren Bücher man in der Praxis stehen hat und je nach Fragestellung zurate zieht, stehen jedem Teilnehmer vor Ort zum direkten Dialog zur Verfügung.

In den praktischen Kursen zeigen erfahrene Operateure alle Tricks und Kniffe der rekonstruktiven Gelenkchirurgie. Für arthroskopische Einsteiger gibt es eine Einführungsgruppe, welche separat betreut wird. Hier hat man die Gelegenheit sich anzuschließen und sich selbst einmal in der Arthroskopie zu versuchen. Es ist gar nicht so einfach, sich im kleinen Gelenk zu orientieren. Es braucht schon eine gehörige Portion Ausdauer und Geschick im Umgang mit Optik und Arbeitsgerät via Zugangsportal! Auch dieser Ansatz trägt sehr zum Verständnis der Belange unserer Zuweiser und Kollegen der Orthopädie und Unfallchirurgie bei.

 

In den Nachmittags- und Abendsessions sind dann alle Disziplinen anwesend und die Themen der Vorträge sind fachübergreifend gesetzt. Für die Bergsportfans besteht die Möglichkeit, beim Hands-on Workshop „auszukneifen“ und zwischen Mittagspause und Nachmittagssession einen Abstecher auf die Pisten oder Loipen an Langkofel und Sella zu machen. Natürlich sind alle angehalten, immer schön auf Erhalt der Kreuzbänder und Menisci zu achten.

 

Zusammengefasst: Wer schon immer einmal in ungezwungener Atmosphäre auf routinierte orthopädische Kollegen, die eigentlich alles operieren können, wie auch auf gestandene Radiologen mit viel Erfahrung in der MRT-Diagnostik treffen wollte und wer endlich seine letzten Wissenslücken zwischen „stener-like lesions“, „anterior corner sign“ und „FABS-Position“ schließen möchte, dem bietet sich hier eine sehr attraktive Kommunikations- und Weiterbildungsmöglichkeit. Idealerweise kommt gleich noch einer der zuweisenden Orthopäden mit und – wieder zu Hause – gestaltet sich die Zusammenarbeit noch intensiver und verständnisvoller. Außerdem wird der Besuch der Veranstaltung immerhin mit 33 CME-Punkten honoriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen finden Sie online
unter: https://www.arthroskopie-kurs.de/

 

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