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Extrabudgetäre Honorare – gute Beziehungen zu TSS und Hausärzten lohnen

Nun hat der Bundestag am 14. März also das lang diskutierte Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verabschiedet. In den letzten Stunden hat noch die eine oder andere Veränderung Eingang in den Text gefunden, am Ende hat sich der Minister mit dem schon frühzeitig von ihm festgelegten Leitlinien weitgehend durchgesetzt. Am 1. Mai ist es in Kraft getreten.

Die wichtigste und interessanteste Neuerung für Radiologen ist, dass die Leistungen für Patienten, die von der TSS vermittelt werden, ab sofort extrabudgetär vergütet werden. Die Vergütung erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (M-GV), vergleichbar Leistungen für die Strahlentherapie oder Prävention. Allerdings hat das zur Folge, das im Folgejahr die gedeckelte Vergütung entsprechend bereinigt wird. Die Zeche zahlen schlussendlich nicht die Kassen alleine, sondern wieder einmal alle Fachärzte.

Außerdem wird ab 1. August 2019 auf die sogenannte Grund- oder Versichertenpauschale ein extrabudgetärer Zuschlag gezahlt, der wartezeitabhängig ist. Dieser beträgt z.B. 50 %, wenn der Termin auf Anfrage der TSS innerhalb von 8 Tagen zu Stande kommt.

Der EBM kennt allerdings keine Grund- oder Versichertenpauschale für Radiologen. Hier wird es sich bestenfalls um die Konsiliarpauschale handeln.

Damit schafft die Bundesregierung einen Anreiz zur Kooperation mit den TSS. Das entschärft natürlich die ebenfalls eingeführte Verpflichtung der Praxen, Termine auf Anfrage der KVen zu melden. So bietet sich auf den ersten Blick an, größere Terminslots für die TSS-Patienten frei zu halten und so die eigene Vergütungssituation zu verbessern. Aber Vorsicht: die Mitarbeiter der TSS werden sich sicher nicht in die Organisation Ihrer Anmeldung einbinden lassen. Sie werden einen Patienten auch dann zum Wirbelsäulen-MRT vermitteln, wenn Sie an diesem Tag eigentlich nur Knie untersuchen wollen.

Besser steuerbar und nicht minder attraktiv macht das TSVG zukünftig die Zusammenarbeit mit Hausärzten. Auch Leistungen für Patienten, die direkt von einem Hausarzt zu einer dringlichen Untersuchung an den Facharzt vermittelt werden, sind künftig außerhalb des Budgets zu vergüten. Darüber hinaus erhält der Hausarzt selbst einen Anreiz, nämlich 10 € je vermitteltem Patienten. Da lohnt es sich durchaus, mit den wichtigen hausärztlichen Zuweisern ins Gespräch zu gehen und einen Prozess zu finden, wie ihre Patienten zukünftig zu beiderseitigen Vorteil in Ihre Praxis kommen.

Ihr Ansprechpartner

Carsten Krüger, ckg@curagita.com

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