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Elektronische Patientenakte

Das Projekt „Einführung einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA)“ ist im Aufwind. Mit der eGA können Patienten und Ärzte in Zukunft alle Gesundheitsdaten des Patienten auf einem einheitlichen Medium erfassen und für die weitere Versorgung des Patienten nutzen. Dieses Projekt hat ein erhebliches gesundheitspolitisches Potential.

Die Mehrheit der Deutschen ist grundsätzlich bereit, eine eGA anzulegen. 56 % der Bevölkerung, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, sind an einer Nutzung ihrer Gesundheitsdaten interessiert.

Die Techniker Krankenkasse (TK) entwickelt gemeinsam mit IBM Deutschland eine eGA, die im laufenden Jahr an den Start gehen soll. Der Versicherte bekommt damit die Möglichkeit, seine Gesundheitsdaten gebündelt und sicher an einer zentralen Stelle zu speichern. Unabhängig von einer Arztpraxis hat er so jederzeit Zugriff auf seine Daten. Und jeder Einzelne entscheidet für sich, ob nur er selbst Einblick bekommt oder die Informationen auch einem Arzt zur Verfügung gestellt werden. Die eGA ist ein Novum im deutschen Gesundheitssystem. Erstmalig haben Patienten Transparenz über ihre Daten und sind über Diagnose und Therapie umfassend informiert. Sie bekommen mit der eGA ein Tool an die Hand, das es ihnen ermöglicht, gemeinsam mit dem Arzt selbstbestimmte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.

Bei der eGA geht es also nicht um eine neue Funktion auf dem Smartphone, betont Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. Vielmehr läute sie ein Umdenken in der Versorgung ein. Historisch gewachsen sei das Verhältnis zwischen Patient und Arzt noch immer paternalistisch geprägt. Patienten sind in den Entscheidungsprozess über ihre eigene Gesundheit oft nicht ausreichend eingebunden. Indem die TK Möglichkeiten der Digitalisierung für ihre Versicherten nutze, rücke der Patient in den Mittelpunkt. Er werde aktiv in den eigenen Behandlungsverlauf eingebunden. Der Versicherte habe schließlich das größte Interesse an seiner eigenen Gesundheit und deshalb ein Recht darauf, involviert zu sein. Baas ist der Überzeugung, dass der Versicherte die Souveränität über seine Daten, seine eigene Gesundheit, haben muss.

Die Ortskrankenkassen entwickeln ein Gesundheitsnetzwerk mit der eGA im Mittelpunkt. Das Besondere am Gesundheitsnetzwerk der AOK ist, dass die Gesundheitsinformationen nicht zentral gespeichert werden, sondern bei demjenigen bleiben, der sie erhoben hat. „Mit dem Gesundheitsnetzwerk der AOK bleibt jeder Patient zu jeder Zeit Herr über seine Daten. Das stärkt die Patienten und vereinfacht die Behandlung auch für die Ärzte. Außerdem bietet unsere Plattform durch ihre dezentrale Struktur weniger Angriffsfläche für Datendiebstahl“, sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes.
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Dieser Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Michael Kreft mik@curagita.com

Carsten Krüger ckg@curagita.com

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