comment Add Comment
Posted on Last updated

Die Weihnachtsvollversammlungen

Die vorweihnachtlichen Netztreffen waren trotz der einen oder anderen konkurrierenden Praxis-Weihnachtsfeier wie jedes Jahr gut besucht. Die inzwischen langjährigen Kontakte zwischen den Mitgliedsradiologen machen diese Vollversammlungsrunde mit Aperitif, Abendessen und zuweilen gemütlicher Atmosphäre im Kerzenlicht trotz fachlicher Agenda zu einem allseits beliebten Jahresabschluss im Radiologienetz.

 

In diesem Jahr stellte sich im pfälzischen Edenkoben Mansour Roger Sarochan als neuer Praxispartner der Mitgliedspraxis Ettlingen vor. Gleichzeitig verabschiedete sich Dr. Heide Braun. Sie war immer ein sehr aktives Mitglied im Verbund gewesen, eine der ersten Aktionärinnen der DeRaG und insbesondere bei den Radiologie.de-Halbmarathons in Heidelberg mehrfach mit am Start. Sie bedankte sich allseits für die jahrelange gute Zusammenarbeit im Radiologienetz Rhein-Neckar-Pfalz. Im Radiologienetz Bayern schnupperten Dr. Brunhilde Roedel und Dr. Amelie Kamp aus der Praxis Harlaching erstmals „Netzluft“ und entschieden sich im Anschluss für eine Mitgliedschaft. Insbesondere der offene Austausch mit den Kollegen über Praxisgrenzen und wettbewerbliche Befindlichkeiten hinweg hatte ihnen sehr gut gefallen. Immerhin befinden sich in und um München sowohl viele niedergelassene Radiologen aus dem Netz als auch mittlerweile acht Standorte der Conradia München/Schongau. Trotzdem gibt es unzählige Themen (von der Kontrastmittel-Pauschalenabsenkung bis zur Optimierung des eigenen Praxismanagements vor dem Hintergrund der aktuellen Honorar-Reform), die gemeinsam besser angegangen werden können als im Alleingang. Außerdem führte die von Anfang an praktizierte Transparenz bezüglich Conradia-Aktivitäten zu einem erfolgreichen Joint Venture in Planegg (Apparategemeinschaft Cornadia/München Süd West) und einer Einlage der langjährigen Netzpraxis Kittmann in die DeRaG Mitte des vergangenen Jahres.

 

Kontrastmittel

Aus aktuellem Anlass war Verbundeinkaufsleiter Andreas Weissenberg mit von der Partie und berichtete von den aktuellen Entwicklungen in den KV-Regionen mit Kontrastmittelpauschalen. In Bayern wurden diese drastisch gekürzt, was eine große Aktivität bei den bayrischen Radiologen mit mehrtägigen Praxisschließungen und noch ungewissem Ergebnis ausgelöst hat. Das Radiologienetz hat mit einer Vollkostenberechnung der KM-Gabe die Argumentation der Radiologen unterstützt und zum Jahresende die KVB und die AOK Bayern angeschrieben und um Gesprächstermine gebeten. Leider gingen die Adressaten bis Redaktionsschluss auf diesen Wunsch nicht ein.

Andreas Weissenberg

Im KV-Bereich Nordrhein wurde das gerade erst zum 1. April neu eingeführte System der Kontrastmittelpauschalen zum 31.12. gekündigt. Somit kehrt die Region KVNO ab April 2020 wieder zur wirkstoffgruppenbezogenen Ausschreibung zurück. Seit 1. Januar müssen sich gemäß KVNO die Praxen auf eigene Kosten ihre Lager zum Ende des 1. Quartals füllen.

Am 9.12. hat die Firma Sanochemia, die sich mehrheitlich im Eigentum der Bender-Gruppe befindet und von dieser auch gemanagt wird, veröffentlicht, dass sie insolvent ist. Dies betrifft einige Generika-Produkte (Dotavision, Iovision, Cyclolux, Unilux, Gastrolux, Urolux und Barilux). Der Homepage der Sanochemia und entsprechenden Presseartikeln war zu entnehmen, dass die Insolvenz auch durch den Entzug der Produktionszulassung aufgrund von Produktverunreinigungen begründet ist. Andreas Weissenberg bat im Nachgang der Vollversammlung die AOK in RLP und BaWü um Stellungnahme. Dies und auch Lieferschwierigkeiten von Guerbet bzgl. Optiray untermauern die Befürchtung, dass der ruinöse Preiskampf im KM-Bereich dazu führen wird, dass mittelfristig Versorgungsengpässe entstehen können.

 

EBM

Die vielen Fragezeichen rund um die durch das TSVG geforderte Reform mit Absenkung der technischen Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab scheinen für die Radiologie nichts Gutes zu bedeuten. Mittlerweile hat die KBV die neuen Daten veröffentlicht mit Abwertungen bei CT und MRT zwischen 12 und 13%. Die EBM-Bewertung sagt jedoch nicht alles. Am Ende ist der HVM der jeweiligen KV ausschlaggebend: Unterschiedliche Modi der Honorartopfbildung in den KV-Bereichen werden am Ende ausschlaggebend dafür sein, wie sich eine EBM-Absenkung konkret für eine Praxis auswirkt. Vieles ist mittlerweile geklärt. Siehe dazu auch unser CuraCompact-Schwerpunkt.

 

 

Radiologienetz 2020

Das Ziel der Arbeit im Radiologienetz wird auch im Jahr 2020 sein, einen Beitrag zur Zukunftssicherung der radiologischen Mitgliedspraxen zu leisten. Folgende Themen werden angegangen:

 

  • Einnahmenoptimierung insbesondere „Fit for EBM“, Zuweisermarketing, Patientenportal.
  • Vorsprung durch Wissen mittels Netzkommunikation, im Wesentlichen die Fortführung der bisherigen Formate.
  • Medizinische Qualität, Schwerpunkt Prostatadiagnostik mit jährlichen Updates und einer Netz-Fortbildung. Weiterhin ist eine
  • hochkarätige Mamma-MRT für den 10. Oktober projektiert sowie ggf. eine Teilnahme an einem KI-Pilotprojekt mit dem DKFZ.
  • Kostensenkung durch Volumen-Bündelung: Neben diversen Netzrabatten profitieren Mitgliedspraxen durch die Teilnahme am Verbundeinkauf, rabattierten Beschaffungs- und Wartungskonditionen bei Siemens (CuraFuture) und Philips sowie radiologiespezifischen Dienstleistungen (CuraProtect, CuraFee, CuraPEP) und Schulungen (CurAcademy).
  • Leistungssteuerung: An diesem Benchmarking zur Messung der MRT-Geräteproduktivität von 23 Conradia-MRT können 2020 zunächst AR-, später Fachbeiratspraxen sowie weitere interessierte Mitgliedspraxen teilnehmen.

 

Die Anwesenden sind einverstanden mit den vorgestellten Themenschwerpunkten für 2020. Ergänzend wurde als brennendes Thema die Erreichbarkeit von Praxen zur Terminvereinbarung genannt. Daher haben wir es gleich in diese CuraCompact-Ausgabe mit aufgenommen.

 

 

Sonstiges

Ab Januar können Mitglieder ihren Bürobedarf direkt bei Schäfershop bestellen. Der Zugang erfolgt über den Radioshop. Dies funktioniert nach einmaligem Anmelden. Wir erweitern damit unser Bürobedarfsangebot und stellen Ihnen einen fünfprozentigen Mitgliederrabatt auf diesem Bezugsweg sicher.

 


 

Ihre Ansprechpartner:

Berufspolitik:
Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Organisation Vollversammlung:
Eva Jugel
eju@curagita.com

Schreibe einen Kommentar

Wir verwenden die von Ihnen angegebenen Daten ausschließlich, um auf Ihr Anliegen zu reagieren.