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„So soll ein Radiologe sein.“ Interview mit Dr. Axel Wagenmann

Von Bewertungsportalen kann man halten, was man will. Fest steht: Dr. Axel Wagenmann – Radiologe, Nuklearmediziner und Geschäftsführer in der Conradia München – schneidet auf Jameda mit einer glatten Eins nicht nur sehr gut ab, sondern steht damit auf Platz 1 der 8.400 Radiologen umfassenden Liste. Was macht er so gut, dass ihm 162 Patienten ihr Vertrauen öffentlich aussprechen? Wir haben direkt bei ihm nachgefragt.


Redaktion: Herr Dr. Wagenmann, was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Dr. Axel Wagenmann: Eigentlich sind es zwei Aspekte: Erstens versuche ich, mich möglichst jedem Patienten mit voller Aufmerksamkeit zu widmen und mich dabei in seine Lage zu versetzen. Er oder sie kommt vielleicht zum ersten Mal in die Praxis, kennt sich nicht aus und hat Angst, welche Diagnose ihn bzw. sie erwartet. Auch wenn diese aus Arztsicht nicht dramatisch oder gar lebenslimitierend ist, sondern eventuell „nur“ einen Bandscheibenschaden oder einen Meniskusriss darstellt, bewertet jeder Mensch seine Diagnose individuell. Ich versuche bei jedem Patienten Verständnis zu zeigen, wenn ihn seine Diagnose aus der Bahn wirft, auch wenn ich persönlich jeden Tag viele schlimme Diagnosen höre und es sich aus meiner Sicht nur um eine „kleinere Krankheit“ handelt. Zum zweiten motiviere ich das Praxisteam zu einem patientenfreund­lichen Verhalten.

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SPIKES-Modell: Breaking Bad News in sechs Schritten übermitteln

Das von Walter F. Baile et al. im Jahr 2000 veröffentlichte und zuerst im Oncologist erschienene Modell gibt Medizinern einen Leitfaden, um Patienten schlechte Nachrichten auf die beste Art und Weise zu übermitteln. Ziel der bewährten Methode ist es, Informationen über den aktuellen Wissensstand des Patienten zu sammeln, um in einer Reaktion darauf die medizinischen Fakten in Abhängigkeit der jeweiligen Bedürfnisse des Patienten mitzuteilen. Damit verbunden signalisiert der Arzt seine Unterstützung und stellt Möglichkeiten zur weiteren Behandlung vor.

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Buchempfehlungen zum Thema Arzt-Patienten-Gespräch

Guten Tag, mein Name ist Hiob …
Ein Ratgeber zum Überbringen schlechter Nachrichten in der Medizin

Christian Perings, Christian Lüdke

Mit Fallbeispielen, Interviews und Formulierungshilfen geben Prof. Dr. Christian Perings und Christian Lüdke Hilfestellung für Ärzte, die Patienten und ihren Angehörigen schlechte Nachrichten zu überbringen haben. Wie können Botschaften empathisch, aber eindeutig formuliert werden? Wie es geht, kann man auf 130 Seiten aus Erfahrungsberichten und Anleitungen für das nächste Patientengespräch lernen.

Prof. Dr. Christian Perings ist approbierter Facharzt für Innere Medizin. Mit seinen erworbenen Zusatzqualifikationen in Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin deckt er ein weites Spektrum der Akutmedizin ab. Seine umfangreiche klinische Tätigkeit konfrontiert ihn im Bereich seiner Spezialgebiete seit über 25 Jahren mit der Thematik ‚Arzt-Patienten-Kommunikation‘ auch und insbesondere in Ausnahmesituationen. Dr. Christian Lüdke ist approbierter Kinder- und Jugendpsychotherapeut.

Autoren: Christian Perings / Christian Lüdke
ISBN: 978-3-86216-251-2
Medhochzwei Verlag GmbH Heidelberg 2017 | 130 Seiten

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Als Arzt sichtbar werden durch Gespräche mit Patienten

Reden ist Silber – Schweigen ist Gold. Das ist die Devise von vielen Radiologen, wenn es um die Mitteilung von Befunden an Patienten geht. Dies umso mehr, wenn es sich um schwerwiegende Befunde handelt.

Der allzu vollbeladene Arbeitstag eines Radiologen wird durch das Arzt-Patienten-Gespräch unkalkulierbar verlängert. Dazu kommen die Bedürfnisse vieler Zuweiser, die sich vorbehalten wollen, ihren Patienten die Diagnosen persönlich mitzuteilen, und es gar nicht möchten, dass die Radiologen ihre Sicht der Dinge vorab kommunizieren. Ist es also als Radio­loge einerseits effizient, andererseits zuweiseroptimiert und zum Dritten auch noch irgendwie ganz bequem, wenn man sich insbesondere die schwierigen Gespräche gar nicht zur Aufgabe macht?

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