Radiology Report

Am 1. Oktober veröffentlichten die Radiologen Michael P. Hartung, Ian C. Bickle, Frank Gaillard und Jeffrey P.Kanne aus den USA, England und Australien, einen Artikel in der Zeitschrift Radiographics, der von Matt O´Connor auf der Online-Plattform Health Imaging zusammengefasst wurde. „How to create a great radiology report“ befasst sich intensiv mit dem Befundbericht. Die Autoren stellen Schlüssel-Prinzipien vor, die beim Erstellen des Befundberichts berücksichtigt werden sollten, um sicherzustellen, dass die Reports von den Zielgruppen wirklich verstanden werden.

Eine Zusammenfassung der Empfehlungen aus dem Bericht finden Sie hier.

 

Zu diesem Anlass haben wir einen unserer Experten aus dem Netz gebeten, diese Empfehlungen von der praktischen Seite her zu kommentieren: Prof. Dr. Lars Grenacher. Er ist ärztlicher Geschäftsführer der Conradia Radiologie München und fordert Kollegen zu „harten Befunden“ auf.

Was er darunter versteht, lesen Sie im Interview hier.

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„Die Infektion von Endothelzellen spielt eine Schlüsselrolle“

Covid-19 als generalisierte Entzündung?

Offenbar weit mehr als eine Atemwegserkrankung: Inzwischen mehren sich wissenschaftliche Hinweise, dass sich Covid-19 bei manchen Patienten systemisch manifestiert. Als Erklärungsansatz dafür kommt möglicherweise eine generalisierte Entzündungsreaktion in Frage. Die aktuelle Studienlage dazu und was dies für die Covid-19-Therapie bedeuten könnte, erörterte der änd mit Prof. Eberhard Windler, Co-Direktor von Conradia Medical Prevention Hamburg und Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie.

Herr Prof. Windler, welche systemischen Covid-19-Verläufe und Symptome sind inzwischen bekannt und auch hinreichend belegt?

Das SARS-CoV-2-Virus reist mittels Aerosolen von Mensch zu Mensch. Daher fungieren die oberen Atemwege als Eintrittspforte des Virus, das entsprechend Nase, Rachen und nachfolgend die Lungen als erste erreicht. Voraussetzung für die Vermehrung ist allerdings der Eintritt in die Zellen, um die Wirts-DNA zur Replikation zu nutzen. Der Entwicklungsdruck hat bei allen Coronaviren zur Ausprägung der charakteristischen Füßchen geführt, die spezifisch an ACE2 andocken können – einem Exopeptid vieler Zellen, das Coronaviren als Rezeptor dient. Unter anderem Testosteron und Adipositas regulieren ACE2 herauf, was den häufigeren Befall von Männern sowie übergewichtigen Risikogruppen und den geringen von präpubertären Kindern zumindest teilweise erklären mag.

ACE2 ist aber nicht nur in den oberen Atemwegen zu finden, sondern dient auch als eines der Moleküle der Blutdruckregulation in vielen Zellen. Daher folgt als nächster Schritt einer Infektion mit SARS-CoV-2-Viren die systemische Ausbreitung unter anderem in Hirn, Herz, Muskeln, Leber, Nieren und Gastrointestinaltrakt. Das Infektionsmuster variiert individuell. So ist der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn zwar häufig, aber nicht obligat. Kinder klagen beispielsweise vermehrt über Bauchschmerzen und entwickeln Diarrhoen und Erbrechen als Erstsymptome. Manchen Covid-19-Patienten schwellen die Füße und Hände an, während andere Nieren- oder Herzinsuffizienz oder Rhythmusstörungen entwickeln. Diese Vielfalt schillernder Verlaufsformen ist nicht geklärt.  Continue reading „„Die Infektion von Endothelzellen spielt eine Schlüsselrolle““

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Versuchen Sie, „harte Befunde“ zu erstellen!

Im Gespräch mit dem ärztlichen Geschäftsführer der Conradia Radiologie München, Professor Lars Grenacher

CuraCompact: Herr Professor Grenacher, was sagen Sie zu den Empfehlungen Ihrer Kollegen aus Übersee im gerade erschienenen Artikel „How to create a great radiology report“?

Prof. Grenacher: Die Befundqualität ist ein wichtiges Thema. Insbesondere in einer großen Praxis wie der unseren sollten die Befunde einem Qualitätsstandard entsprechen, auch wenn sie von vielen verschiedenen Kollegen erstellt werden.

CuraCompact: Was gehört Ihrer Meinung nach zu einem Conradia-Qualitätsstandard?

Prof. Grenacher: Grundlegende Basics für die Befunderstellung sind aus meiner Sicht folgende Punkte:

  • Die Gliederung des Befundberichts in Befund und Beurteilung
  • Die Bewertung der im Befund beschriebenen radiologischen Auffälligkeiten im Rahmen der Beurteilung – das ist die eigentliche akademische Leistung!
  • Die Beantwortung der Fragestellung gemäß Überweisungsschein
  • Unbedingte Nutzung des kollegialen Vier-Augen-Prinzips bei Unsicherheiten
  • Effizienz- und Qualitätssicherung durch die Verwendung von Textbausteinen
  • Last but not least: die klinische Adäquanz der Befundberichte. Damit meine ich einmal die angemessene Ausführlichkeit der Beantwortung einer Fragestellung – Telegrammstil mit nur 2-3 Zeilen Länge geht gar nicht! Aber eben auch die korrekte Beschreibung von Pathologien. Beispielsweise sind „multisegmentale degenerative Veränderungen der LWS“ kein radiologischer Befund!

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Schon gewusst? Patienteninformationen zum Datenschutz müssen nicht unterschrieben werden.

In vielen Praxen staut es sich am Patientenempfang häufig. Schuld ist neben der Bewältigung der üblichen Stoßzeiten der notwendige „Papierkram“, der vom Empfangen der Überweisung und der Einpflege der Versichertenkarte über Anamnese-Erhebungen, in diesen Tagen ergänzt um einen Corona-Fragebogen bis zu diversen Einverständnis-/Einwilligungserklärungen (z.B. bei Privatabrechnungen über Dritte) reicht. Seit der Verschärfung des Datenschutzes 2018 ist darüber hinaus das Thema Datenschutz in den Fokus gerückt. Viele Praxen lassen sich nun zusätzlich die Kenntnisnahme der Patienteninformationen zum Datenschutz unterschreiben. Das ist nicht notwendig, wie unser CuraProtect-Team weiß. Datenschutz-Spezialist Dirk Schäfer dazu: “Die Patienteninformation zum Datenschutz ist Pflicht! Diese muss für Patienten verfügbar gemacht werden, unterschrieben werden muss sie nicht.“ Praxen können die Informationen beispielswiese laminieren und an der Rezeption oder im Wartebereich aushängen. Mit einem Barcode kann man das Ganze (zusätzlich) platzsparend und elegant lösen und die Informationen auf der Webseite hinterlegen. Sinnvoll ist es, sich geprüfte Vorlagen, zum Beispiel das Muster Patienteninformation zum Datenschutz auf der KBV-Seite herunterzuladen und geringfügig um die individuellen Praxisinformationen zu ergänzen.

Patienteninformationen als Muster für Ihre Praxis hier zum Download.


Ihr Ansprechpartner

Dirk Schäfer
dis@curagita.com