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Muss der Arzt den Aufklärungsbogen unterschreiben?

Allgemein ergeben sich die Aufklärungs- und Informationspflichten aus den Vorschriften über den Be­hand­lungs­ver­trag (§§ 630a ff. BGB). § 630c Ab­satz 2 BGB enthält bspw. die Verpflichtung, dem Patienten sämtliche für die Behand­lung wesentlichen Umstände, insbesondere die Diagnose, die voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung, die Therapie und die zu und nach der Therapie zu ergreifenden Maßnahmen, zu erläutern.

Der Arzt ist ferner gemäß § 630e Absatz 1 BGB verpflichtet, den Patienten über sämtliche für die Patienteneinwilligung wesentlichen Umstände aufzuklären. Dazu gehören insbesondere Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie. Es ist auch auf Alternativen zur Maßnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen führen können. Weitere Anforderungen an die Aufklärung ergeben sich aus § 630e Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 bis 3 BGB, wonach die Aufklärung mündlich zu erfolgen hat und ergänzend auf Unterlagen Bezug genommen werden kann, die der Patient in Textform erhält. Die Aufklärung muss so rechtzeitig erfolgen, dass die Entscheidung des Patienten über die Einwilligung wohlüberlegt getroffen werden kann. Sie muss in verständlicher Form und durch eine Person erfolgen, die über die zur Durchführung der Maßnahme notwendige Ausbildung verfügt.

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Weiterhin Übernahme-Boom im deutschen Gesundheitswesen

Das Institut Arbeit und Technik (IAT) an der Westfälischen Hochschule beleuchtete im Februar dieses Jahres das boomende Geschäftsmodell von kapitalstarken privaten Finanz­investoren im deutschen Gesundheitsmarkt. In einer wissenschaftlichen Studie zu diesem Thema stellte es fest, dass seit dem Jahr 2013 rund 130 Übernahmen von Unternehmen im deutschen Gesundheitssektor stattfanden, 60 Prozent allein in den letzten zwei Jahren. Das Geschäftsmodell basiert darauf Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und -dienste zu kaufen, diese zu restrukturieren und wieder zu verkaufen.

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Conradia Hohenschönhausen – Im Gespräch mit Dr. Sabine Dickert

Sabine Dickert hat keinen Koffer in Berlin. Sie hat ihr ganzes Leben in Berlin. Genauer gesagt Ostberlin. Wie sie selbst verschmitzt sagt: „Komplett ost-sozialisiert eben!“   

Die Radiologin Dr. Sabine Dickert hat sich 1998 in Hohenschönhausen niedergelassen, um die Ecke ihrer Alma Mater in der ehemaligen DDR, wo sie studierte und ihre Facharztausbildung absolvierte. Zwanzig Jahre war sie freiberuflich tätig und hat im Untergeschoss des Ärztehauses, in dem sich ihre radiologische Praxis befindet, eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen. Baulich in die Jahre gekommen, besticht die Praxis weniger durch Chic und Glamour als vielmehr durch ein frisches knalliges Grün und ein freundliches – übrigens rein weibliches – Team, das Besucher auch am Sprechstunden­ende gut gelaunt begrüßt.

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„So soll ein Radiologe sein.“ Interview mit Dr. Axel Wagenmann

Von Bewertungsportalen kann man halten, was man will. Fest steht: Dr. Axel Wagenmann – Radiologe, Nuklearmediziner und Geschäftsführer in der Conradia München – schneidet auf Jameda mit einer glatten Eins nicht nur sehr gut ab, sondern steht damit auf Platz 1 der 8.400 Radiologen umfassenden Liste. Was macht er so gut, dass ihm 162 Patienten ihr Vertrauen öffentlich aussprechen? Wir haben direkt bei ihm nachgefragt.


Redaktion: Herr Dr. Wagenmann, was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Dr. Axel Wagenmann: Eigentlich sind es zwei Aspekte: Erstens versuche ich, mich möglichst jedem Patienten mit voller Aufmerksamkeit zu widmen und mich dabei in seine Lage zu versetzen. Er oder sie kommt vielleicht zum ersten Mal in die Praxis, kennt sich nicht aus und hat Angst, welche Diagnose ihn bzw. sie erwartet. Auch wenn diese aus Arztsicht nicht dramatisch oder gar lebenslimitierend ist, sondern eventuell „nur“ einen Bandscheibenschaden oder einen Meniskusriss darstellt, bewertet jeder Mensch seine Diagnose individuell. Ich versuche bei jedem Patienten Verständnis zu zeigen, wenn ihn seine Diagnose aus der Bahn wirft, auch wenn ich persönlich jeden Tag viele schlimme Diagnosen höre und es sich aus meiner Sicht nur um eine „kleinere Krankheit“ handelt. Zum zweiten motiviere ich das Praxisteam zu einem patientenfreund­lichen Verhalten.

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