comment Add Comment

Corona-Hilfspaket: Was können Praxen erwarten?

Der Schutzschirm für die Vertragsarztpraxen umfasst Leistungen, die aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (budgetierte Leistungen) honoriert werden, und Leistungen, die extrabudgetär bezahlt werden.

Die Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte sind in den Paragrafen 87a Abs. 3b S. 3 SGB V (extrabudgetäre Leistungen) bzw. § 87b Abs. 2a SGB V geregelt. Praxen mit Umsatzverlusten von zehn Prozent und mehr und einem pandemiebedingten Rückgang der Fallzahlen können einen Ausgleich für extrabudgetäre Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen oder ambulante Operationen erhalten. Für Radiologen gibt es nur sehr wenige Leistungen, die nicht budgetiert vergütet werden (z.B. Orthovolttherapie, Aufschläge für Untersuchungen bei onkologischen Patienten in Baden-Württemberg). Vergleichszeitraum ist das jeweilige Quartal des Vorjahres.

Für budgetierte Leistungen – und das ist die Masse in Radiologie und Nuklearmedizin – sieht das Gesetz vor, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang ausgezahlt wird. Die Krankenkassen müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu „normalen“ Zeiten. Sie dürfen auch im kommenden Jahr aufgrund eines geringeren Behandlungsbedarfs die MGV nicht kürzen. Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung im Rahmen der budgetierten Gesamtvergütung ist eine pandemiebedingte Fallzahlminderung in einem Umfang, der die Fortführung der Arztpraxis gefährden würde. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Fallzahlminderung vorliegt, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen im Benehmen mit den Krankenkassen zu treffen.

Continue reading „Corona-Hilfspaket: Was können Praxen erwarten?“

comment Add Comment

Stabilisierung der wirtschaftlichen Praxissituation

Auf der KBV-Seite konnte man am 27. April lesen, dass vertragsärztliche Praxen nach einer internen Weisung der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich kein Kurzarbeitergeld erhalten. Grund seien die im März durch den Bundestag beschlossenen Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte und Psychotherapeuten.

Die Ausgleichzahlungen wirkten wie eine Betriebsausfallversicherung, sodass die erforderlichen wirtschaftlichen Gründe für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld fehlten, heißt es in der internen Anweisung der Behörde. Raum für eine Zahlung von Kurzarbeitergeld bestehe folglich nicht. Die Aufregung war groß und die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mittlerweile Gespräche mit den Bundesagenturen für Arbeit durchgeführt. Dies auch vor dem Hintergrund, dass gem. § 87a Abs. 3b SGB V Leistungen aus dem Kurzarbeitergeld auf die Auszahlungen im Rahmen des Schutzschirms durch die KV angerechnet werden können.

Am Ende dieser Verhandlungen stand die interne Weisung der Bundesagentur für Arbeit an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom 7. Mai, dass Kurzarbeitergeld an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen und zwar ohne Ansehung der Tatsache, ob diese Vertragsärzte sind oder reine Privatpraxen unterhalten, weiter gezahlt und die vorliegenden Anträge mit sofortiger Wirkung bearbeitet werden.

Davon unabhängig ist die durch die KBV angekündigte Anrechnung dieser Leistungen auf Zahlung der Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen des sog. Rettungsschirms an Vertragsärzte. Die Anrechnung dieser Leistungen auf die Zahlung aus dem Rettungsschirm hat sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung ausdrücklich vorbehalten.

Continue reading „Stabilisierung der wirtschaftlichen Praxissituation“

comment Add Comment

Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren

Bereits im April hat das Netzmanagement eine Video-Unterweisung von Anette Butzmann mit dem Titel „Arbeitsschutz und Hygiene im Zeichen von Corona“ allen Radiologienetz-Praxen zum Download zur Verfügung gestellt. Hier konnten und können Praxen Orientierung für ihr Praxismanagement zu diesem Thema finden.

 

Was heißt das nun konkret für Risikogruppen innerhalb der eigenen Praxis?

Nach dem RKI sind Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, insbesondere folgende:

• Ältere Personen ab 50 Jahren
• Personen mit verschiedenen Grunderkrankungen wie z. B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen
• Personen mit unterdrücktem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z. B. Cortison)

 

Wie genau geht man als Praxis mit Partnern und/oder Mitarbeitern um, die zur Risikogruppe gehören?

Klar ist, dass ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz nur aufgrund der Zugehörigkeit zur Risikogruppe nicht zu rechtfertigen ist, zumal eine ärztliche oder auch nicht-ärztliche Tätigkeit in einer Arztpraxis immer ein gewisses Berufsrisiko durch den Umgang mit Patienten mit potentiell auch ansteckenden Krankheiten vorhanden ist. Ärzte können also nicht beispielsweise einfach ihre Zulassung ruhen lassen oder sich vertreten lassen. Was aber auch klar ist: in Praxen muss für die Risikogruppen eine Situation hergestellt werden, die das individuelle Risiko des einzelnen minimiert. Bei Patientenkontakt müssen die Risikogruppen daher besonders sorgfältig die Schutzmaßnahmen ergreifen, wie z.B. Nutzung von FFP2 Masken und Einhaltung von Mindest-Abständen zu anderen Personen. Für Mitarbeiter ohne Patientenkontakt, z.B. im Abrechnungsteam, können Homeoffice-Regelungen getroffen werden.

Continue reading „Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren“

comment Add Comment

Krisenmanagement in radiologischen Praxen

In einer Radiologienetz-Umfrage baten wir Anfang Mai die Mitgliedspraxen im Radiologienetz um Rückmeldungen und Einschätzungen. 34 Mitgliedspraxen nahmen teil.

 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Coronakrise die Nachfrage nach Untersuchungen kurzfristig enorm reduziert hat. Bei 42 % der antwortenden Praxen lag der Nachfragerückgang an Untersuchungen im April bei über 40 %. Im Bereich der Privatpatienten lag er noch deutlich höher. Hier blieben in 64 % der Praxen die Patienten weg (mehr als 40 % Rückgang). Seit Mai verzeichnet die große Mehrheit der Praxen (82 %) eine kontinuierlich stärker werdende Nachfrage, die jedoch noch weit weg vom Normalbetrieb ist. Die Hoffnung, bereits im Juni/Juli wieder auf das Schlagzahl-Niveau vor Corona zu kommen, hat mehr als die Hälfte der Befragten (55 %), die anderen rechnen längerfristig nicht damit. Negative wirtschaftliche Folgen, die noch zu den Honorarrückgängen durch die EBM-Reform addiert werden müssen, befürchten fast alle antwortenden Radiologen. Ein gutes Drittel ist der Meinung, dass sich durch Corona zusätzlich Einnahmeüberschüsse bzw. Gewinne um mehr als 20 % reduzieren werden. Als Hauptinstrumente im Krisenmanagement wurden reduzierte Öffnungszeiten, Kurzarbeit und die Schließung einzelner Abteilungen genannt.

Continue reading „Krisenmanagement in radiologischen Praxen“