Corona-Pandemie: PKV zahlt den Ärzten eine Extravergütung

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat mit der Bundesärztekammer (BÄK) Vereinbarungen über eine „Hygienepauschale“ sowie über den erweiterten Einsatz von Telemedizin bei psychotherapeutischen Leistungen getroffen. Die Regelungen gelten rückwirkend ab 5. Mai 2020.

 

Die Regelungen im Überblick

 

  • Hygienepauschale: Bis zum 31. Juli 2020 können Ärzte in der ambulanten Versorgung für jeden unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakt einen Betrag in Höhe von 14,75 Euro für erhöhten Hygieneaufwand abrechnen.
  • Telemedizin: In der Psychotherapie werden die Möglichkeiten zum Einsatz von Telemedizin in der Corona-Krise erweitert. Hier kann ausnahmsweise auf den sonst erforderlichen unmittelbaren persönlichen Kontakt mit dem Patienten verzichtet werden, damit der Patient nicht unversorgt bleibt.
  • Im Interesse von Patienten, die in der aktuellen Krisensituation den Arzt nicht aufsuchen können und bei denen auch keine Video-Sprechstunde möglich ist, könnte eine längere telefonische Beratung sinnvoll sein, um die Versorgung zu sichern. PKV-Verband und BÄK haben sich hier auf folgende Abrechnungsempfehlung der BÄK zur mehrfachen Berechnung der Nr. 3 GOÄ für längere telefonische Beratungen verständigt: „Infolge der COVID-19-Pandemie ist zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020 die mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ für längere telefonische Beratungen, je vollendete 10 Minuten, möglich. Voraussetzung ist, dass das Aufsuchen des Arztes pandemiebedingt nicht möglich bzw. zumutbar ist, eine Videoübertragung nicht durchgeführt und die Patientenversorgung auf andere Weise nicht gewährleistet werden kann.“

 

Weitergehende Informationen zu den Abrechnungsempfehlungen zur Berechnung von ärztlichen Leistungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie

https://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/erlaeuterungen-zu-den-abrechnungsempfehlungen-zur-berechnung-von-aerztlichen-leistungen-im-rahmen-der-covid-19-pandemie/

 

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

Memorandum der fachärztlichen Berufsverbände: Der freie Arzt im Konflikt von Medizin und Ökonomie

Unter der Federführung des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFa) haben 15 fachärztliche Berufsverbände unter Beteiligung des Hartmannbundes und des Verbandes MEDI GENO ein Memorandum „Der freie Arzt im Konflikt von Medizin und Ökonomie – ärztliche Tätigkeit in der Krankenversorgung“ vorgelegt.

 

„In der Krankenhausversorgung wird zunehmend beklagt, dass ökonomische Zielsetzungen zu Qualitätsverlusten in der ärztlichen Versorgung führen, weil das Management in der stationären Versorgung überwiegend betriebswirtschaftlich orientiert ist“, so lautet die Beschreibung der Ausgangslage in der stationären Versorgung. Der Medizinbetrieb werde immer mehr durch ökonomische Rahmenbedingungen gesteuert und damit fremdbestimmt. Damit drohe das Patientenwohl als das eigentliche Ziel der Krankenversorgung unter die Räder zu kommen. Die Verbände werfen in ihrem Memorandum die Frage auf, was aus dem Prinzip der Freiberuflichkeit des Arztes in den letzten Jahren im Krankenhaus geworden ist und kommen dabei zu dem Ergebnis: „Leider stellt man fest, dass dieser Begriff für die Versorgung der Patienten in seiner Bedeutung immer weniger wahrgenommen wird.“

 

Angehörige freier Berufe erbringen aufgrund besonderer beruflicher Qualifikation persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistigideelle Leistungen im gemeinsamen Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit. Auch der angestellte Arzt im Krankenhaus sei freiberuflich tätig und hat sich konsequent an seine Berufsordnung zu halten. Das Prinzip des freien Berufes lässt sich nach Meinung der Verbände auf Dauer nur stärken, wenn der Krankenhausarzt grundsätzlich in seiner medizinischen Indikationsstellung, der Wahl seiner Therapie, aber auch wirtschaftlich wieder unabhängiger vom Krankenhausträger wird. So sei der Prototyp des wirtschaftlich unabhängigen am Krankenhaus tätigen Arztes, nämlich der Belegarzt nahezu verschwunden. Diese Entwicklung müsse zurückgedreht werden, so heißt es in dem Memorandum.

 

Die Initiatoren und unterstützende Verbände dieses Memorandums: Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa), Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI), Akkreditierte Labore in der Medizin e.V. (ALM), Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD), Berufsverband Deutscher Neurochirurgen e.V. (BDNC), Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BvDU), Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands e.V. (bng), Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e.V. (BNK), Bundesverband Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (BDPM), Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. (BVHNO), Deutscher Facharztverband e.V. (DFV), Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e.V. (DGPRÄC), Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands e.V. und MEDI GENO Deutschland e.V.

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

comment Add Comment

Entlastungen für die Ärzte bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung

Ärzte müssen im Fall eines Arznei- oder Heilmittelregresses in der Regel nicht mehr für die gesamten Kosten einer unwirtschaftlichen Verordnung aufkommen, sondern nur den Mehrpreis erstatten. Dies sehen neue Rahmenvorgaben zur Wirtschaftlichkeitsprüfung vor, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat.

 

„Die neuen Regelungen entlasten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Fall von Regressen und bieten zusätzlich mehr Planungssicherheit durch die Verkürzung der Frist für Wirtschaftlichkeitsprüfungen von vier auf zwei Jahre“, erläuterte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Die Aktualisierung der Rahmenvorgaben war insbesondere aufgrund des 2019 in Kraft getretenen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) notwendig geworden. Denn das Gesetz sieht unter anderem vor, dass bei Regressen für verordnete Leistungen nicht mehr die gesamten Kosten der als unwirtschaftlich erachteten Leistung erstattet werden müssen, sondern nur noch der Differenzbetrag zwischen unwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Leistung.

 

Strittig war diesbezüglich bei den Verhandlungen zu den Rahmenvorgaben unter anderem, in welchen Fällen dies bei Einzelfallprüfungen zur Anwendung kommen soll. Die KBV konnte erreichen, dass bei fast allen Leistungen nur noch die Kostendifferenz zu zahlen ist. Nur bei generellen Verordnungsausschlüssen soll die neue Regelung nicht berücksichtigt werden, also beispielsweise bei gesetzlichen Ausschlüssen wie Lifestyle-Arzneimitteln oder Erkältungsmedikamenten – und bei Ausschlüssen nach der Heilmittel-Richtlinie, zum Beispiel Musiktherapie.

 

Zudem konnte die KBV durchsetzen, dass diese Differenzberechnung auch bei allen Verordnungseinschränkungen und -ausschlüssen aufgrund von Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses durchgeführt wird. Dazu zählen bei Arzneimitteln unter anderem Prüfanträge wegen eines Off-Label-Use. Außerdem wurde vereinbart, dass die Differenzberechnung auch bei der Prüfmaßnahme „Beratung vor Regress“ angewendet wird. „Dadurch kann der Arzt unter die Auffälligkeitsgrenze gelangen und die ansonsten einmalige Regelung ‚Beratung vor Regress‘ bleibt somit gegebenenfalls für zukünftige Verfahren erhalten“, betonte Hofmeister.

 

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung erlassen

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 30. April 2020 die COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung (COVID-19-VSt-SchutzV) erlassen. Mit dieser Rechtsverordnung hat Jens Spahn MdB (CDU), Bundesminister für Gesundheit, die ihm mit dem Infektionsschutzgesetz eingeräumte Möglichkeit genutzt, durch Rechtsverordnung und ohne Gesetz wichtige Maßnahmen im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie durchzusetzen.

 

Mit der COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung wird eine Liquiditätshilfe für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte zur Überbrückung der finanziellen Auswirkungen der infolge der COVID-19-Pandemie verminderten Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen eingeführt. Die Gesamtvergütung für vertragszahnärztliche Leistungen wird für das Jahr 2020 auf 90 % der gezahlten Gesamtvergütung des Jahres 2019 festgesetzt. Der zentrale Punkt: Eine mögliche Überzahlung muss in den Jahren 2020 und 2021 vollständig zurückgezahlt werden. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat kritisiert, dass mit dieser Regelung die massiven negativen Auswirkungen der Corona-Krise für die vertragszahnärztliche Versorgung in Deutschland nicht abgefedert werden und die Verordnung nicht zur Sicherstellung einer flächendeckenden zahnärztlichen Versorgung beiträgt. Die Regelung sehe – im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf – nur noch kurzfristige Liquiditätshilfen vor, die vollständig zurückgezahlt werden müssen.

 

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV, betonte: „Von einem Schutzschirm kann keine Rede sein, wenn uns lediglich ein Kredit gewährt wird, der in den nächsten zwei Jahren mit viel Bürokratieaufwand vollständig zurückgezahlt werden muss. Damit wird die Krise für die zahnärztlichen Praxen nur verlängert.“

 

Außerdem sind in dieser Rechtsverordnung Ausgleichszahlungen an Heilmittelerbringer vorgesehen. Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen erhalten bei Einnahmeverlusten in der Corona-Pandemie Ausgleichszahlungen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds. Für bestimmte Pflegehilfsmittel wird eine zeitlich begrenzte Preisregelung getroffen.

 

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

Zweites Bevölkerungsschutzgesetz beschlossen

Der Deutsche Bundestag hat am 14. Mai 2020 das Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite beschlossen.

 

Die wichtigsten Regelungen im Überblick

 

  • Das BMG kann die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) per Verordnung verpflichten, Tests auf das Coronavirus oder Antikörpertests grundsätzlich zu bezahlen. Damit sollen Tests in einem weiteren Umfang als bisher möglich werden – zum Beispiel auch dann, wenn jemand keine Symptome zeigt. Gesundheitsämter sollen Tests ebenfalls über die GKV abrechnen können.
  • Im Umfeld besonders gefährdeter Personen – etwa in Pflegeheimen – soll verstärkt auf Corona-Infektionen getestet werden. So sollen Infektionen früh erkannt und Infektionsketten effektiv unterbrochen werden.
  • Die Labore müssen künftig auch negative Testergebnisse melden. Teil des Meldewesens ist künftig auch, wo sich jemand wahrscheinlich angesteckt hat. Die Daten werden anonymisiert an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt.
  • Das BMG kann Labore verpflichten, Daten von Proben pseudonymisiert an das RKI zu übermitteln. Ein Rückschluss aus den übermittelten Daten auf die Person ist auszuschließen.
  • Um die Kosten von Testungen auf eine SARS-CoV-2-Infektion von Patientinnen und Patienten zu decken, die in Krankenhäusern stationär behandelt werden, wird ein neues Entgelt eingeführt.
  • Um besser einschätzen zu können, wie das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz wirkt und wie es sich auf die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser auswirkt, werden zwei unterjährige Datenübermittlungen zum Leistungsgeschehen eingeführt. Die Ergebnisse werden dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt.
  • Alle Beschäftigten in der Altenpflege erhalten im Jahr 2020 einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Sonderleistung (Corona-Prämie) in Höhe von bis zu 1.000 Euro. Die höchste Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung. Auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helfer im freiwilligen sozialen Jahr und Leiharbeiter sowie Mitarbeiter in Servicegesellschaften sollen eine Prämie erhalten.
  • Arbeitgebern in der Pflege werden die Prämien im Wege der Vorauszahlung zunächst von der sozialen Pflegeversicherung erstattet. In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 werden das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium der Finanzen miteinander festlegen, in welchem Umfang die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung Zuschüsse des Bundes zur Stabilisierung der jeweiligen Beitragssätze (auch zur Refinanzierung der Corona-Prämien) erhalten.
  • Die Länder und die Arbeitgeber in der Pflege können die Corona-Prämie ergänzend bis zur Höhe der steuer- und sozialversicherungsabgabenfreien Summe von 1.500 Euro aufstocken.
  • Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) wird durch Maßnahmen des Bundes während der epidemischen Lage von nationaler Tragweite unterstützt – insbesondere, um die Digitalisierung voranzutreiben. Dafür werden etwa 50 Millionen Euro für die 375 Gesundheitsämter bereitgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

Innovationsfonds: Erste Projekte abgeschlossen – Benennungsrunde für den Expertenpool erfolgt

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat Anfang April über die ersten fünf abgeschlossenen Projekte beschlossen. Neben einer Transferempfehlung wurden auch die Ergebnisberichte zu den einzelnen Projekten auf der Website des Innovationsausschusses veröffentlicht. Diese beinhalten neben Informationen zur Methodik und Durchführung auch Hinweise zum Potenzial einer weiteren Verwertung der Ergebnisse. Auch die erste Benennungsrunde für Mitglieder des Expertenpools, die am 17. Februar 2020 durch eine Bekanntmachung eingeleitet wurde, ist nun abgeschlossen.

Bis März 2020 konnten Akteure des Gesundheitswesens, die nicht dem Innovationsausschuss angehören – insbesondere Verbände ärztlicher und nichtärztlicher Leistungserbringer, Verbände der Krankenhäuser und Krankenkassen, Wissenschaftsverbände, universitäre und nicht universitäre Forschungseinrichtungen sowie Patientenorganisationen – Vorschläge für Mitglieder des Expertenpools einreichen. Die vorgeschlagenen Expertinnen und Experten werden schriftlich darüber informiert, ob sie in den Expertenpool aufgenommen wurden. Der jeweilige Benennungszeitraum beträgt zwei Jahre. Eine Wiederbenennung ist möglich – weitere Vorschläge für die Benennung von Mitgliedern für den Expertenpool können jederzeit eingereicht werden. Wesentliche Aufgaben der Mitglieder des Expertenpools sind die Begutachtung von Förderanträgen und die Abgabe einer Empfehlung zur Förderentscheidung an den Innovationsausschuss.

Die abgeschlossenen Projekte stammen aus dem Bereich der Versorgungsforschung, die auf die ersten Förderbekanntmachungen aus dem Jahr 2016 zurückgehen:

  • Entwicklung von Methoden zur Nutzung von Routinedaten für ein Sektorenübergreifendes Entlassmanagement (EMSE)
  • Projekt aus dem HIOPP Forschungsverbund: Hausärztliche Initiative zur Optimierung der Patientensicherheit bei Polypharmazie – Komplexitätsreduktion in der Polypharmazie unter Beachtung von Patientenpräferenzen (HIOPP-6)
  • Notfallversorgung von Migranten und Geflüchteten (NoMiG)
  • Entwicklung eines Instruments zur Identifikation von multimorbiden Hochrisikopatienten für negative Folgen von Multimedikation (PROPERmed)
  • Evaluation der Wirksamkeit von SAPV in Nordrhein (APVEL)

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen: www.innovationsfonds.g-ba./deinnovationsausschuss

https://innovationsfonds.g-ba.de/innovationsausschuss/

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

comment Add Comment

Hohe Investitionskosten in den Arztpraxen durch Anforderungen an die IT-Sicherheit

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz fordert einen Investitionszuschlag für Praxen bei der IT-Sicherheit. Die Ärzteschaft könne den finanziellen Aufwand für die Umsetzung der EDV-Richtlinie nicht alleine stemmen, erklärte die KV. Der Vorstand der KV RLP befürchtet, dass eine Kostenlawine auf die Praxisinhaber im vierstelligen Bereich zurollen wird, um die strengen IT-Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.

Mit den digitalen Anwendungen und Systemen gingen zwar erhebliche Einsparungen für Patienten, Arbeitgeber und Krankenkassen einher, für die Praxen entstünden zunächst jedoch einmal hohe Investitionskosten. „Wir erwarten, dass die erforderlichen Investitionen, die durch die Umsetzung dieser IT-Sicherheitsrichtlinie entstehen, durch einen Zuschlag für die Praxen abgebildet werden“, betonte Peter Andreas Staub, Vorstandsmitglied der KV RLP. Das könne zum Beispiel durch eine EDV-Vorhaltepauschale realisiert werden. Denkbar sei auch ein System von Gesamtpauschalen wie sie bereits in der Finanzierungsvereinbarung zur TI festgehalten wurden.

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

comment Add Comment

BGH-Entscheidung zur wirtschaftlichen Aufklärungspflicht bei Privatbehandlungen

Die in § 630c Abs. 3 Satz 1 BGB kodifizierte Pflicht des Behandlers zur wirtschaftlichen Information des Patienten soll den Patienten vor finanziellen Überraschungen schützen und ihn in die Lage versetzen, die wirtschaftliche Tragweite seiner Entscheidung zu überschauen, stellt der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil fest. Die Aufklärungspflicht ziele allerdings nicht auf eine umfassende Aufklärung des Patienten über die wirtschaftlichen Folgen einer Behandlung.

 

Der Arzt, der eine neue, noch nicht allgemein anerkannte Behandlungsmethode anwendet, müsse die Möglichkeit in den Blick nehmen, dass der private Krankenversicherer die dafür erforderlichen Kosten nicht in vollem Umfang erstattet. Die Beweislast dafür, dass sich der Patient bei ordnungsgemäßer Information über die voraussichtlichen Behandlungskosten gegen die in Rede stehende medizinische Behandlung entschieden hätte, trägt nach allgemeinen Grundsätzen der Patient. Eine Beweislastumkehr erfolgt nicht (BGH, Urteil vom 28. Januar 2020 -VI ZR 92/19).

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

comment Add Comment

Richtlinie der KBV zur IT-Sicherheit in den Arztpraxen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wird bis zum 30. Juni 2020 gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) eine Richtlinie für die Anforderungen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung erlassen.

 

Es sei heute selbstverständlich, dass sich jeder Arzt, jeder Psychotherapeut und jeder Zahnarzt darum kümmere, „dass die medizinischen Daten seiner Praxis höchstmöglich geschützt werden“, sagte dazu Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV. Dafür gebe es derzeit jedoch keinen konkreten Rahmen. Mit der Sicherheitsrichtlinie solle ein solcher geschaffen werden. Kriedel befürchtet, dass auf die Ärzte und Psychotherapeuten enorme Investitionskosten zukommen könnten. Auch wenn jetzt schon die Sicherheit in den Praxen gewährleistet sei, könne durch „gewisse Normen“ mehr Aufwand entstehen. Dieser zusätzliche Investitionsaufwand müsse von den Krankenkassen finanziert werden, fordert er.

 

Die Richtlinie soll laut gesetzlicher Vorgabe auch Anforderungen an die sichere Installation und Wartung von Komponenten und Diensten der Telematikinfrastruktur (TI) erfassen, die in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung genutzt werden. Die festzulegenden Anforderungen sollen geeignet sein, abgestuft im Verhältnis zum Gefährdungspotenzial, Störungen der informationstechnischen Systeme, Komponenten oder Prozesse der vertragsärztlichen Leistungserbringer in Bezug auf Verfügbarkeit, Integrität, Authentizität und Vertraulichkeit zu vermeiden. Zudem sollen die Anforderungen jährlich an den Stand der Technik und an das Gefährdungspotenzial angepasst werden. Die Richtlinie ist für die an der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringer verbindlich.

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

Anhebung der Vergütungskürzung bei „TI-Verweigerern“

Das Ergebnis einer Umfrage der Ärzte Zeitung bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zeigt, dass im Schnitt so etwa 10 % der niedergelassenen Ärzte ihre Praxis noch nicht an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen haben. Wichtig: Die „TI-Verweigerer“ müssen damit rechnen, dass ihre Vergütungen nach der Verschärfung der entsprechenden Strafvorschrift im Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) ab 1. März 2020 um 2,5 % (zuvor 1 %) gekürzt werden.

 

Zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) gibt es, was den Grad der Anschlüsse an die TI angeht, deutliche Unterschiede. „Wir haben bei unseren Ärzten inzwischen eine Quote von über 80 %, die an die TI angeschlossen sind“, teilte etwa die KV Baden-Württemberg mit. In Bayern werden die Honorarkürzungen schätzungsweise rund ein Viertel der Arztpraxen treffen. In Berlin waren im 4. Quartal 2020 immerhin rund 89 % an die TI angeschlossen, so heißt es. Im Bereich der KV Brandenburg sind es derzeit sogar rund 96 %. In Bremen und Hamburg liegt die Quote der IT-Anschlüsse jeweils bei etwa 90 %. In Hessen ist von einer Beteiligung von „gut 88 %“ die Rede. Auf dieser Ebene liegen auch die KVen in Niedersachsen (88 %), Schleswig-Holstein (88 %), Rheinland-Pfalz (etwa 90 %) und Thüringen (88 %) und Westfalen-Lippe (90 %).

 

Bemerkenswert ist der folgende Hinweis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) an die von Kürzungen betroffenen Vertragsärzte: „Praxisinhaber, die gegen die Honorarkürzungen Widerspruch einlegen möchten, können dies immer innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des jeweiligen Honorarbescheids tun, in dem ein Kürzungsbetrag entsprechend ausgewiesen ist. Dabei ist zu beachten, dass gegen jeden einzelnen Honorarbescheid erneut Widerspruch eingelegt werden muss.“

 


Der Artikel stammt vom Leo Schütze Verlag, Herausgeber des „Schütze-Briefs“. Curagita übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff
jst@curagita.com

Carsten Krüger
ckg@curagita.com