DRG veröffentlicht Konsensus-basierte Befundvorlagen zur strukturierten Befundung von soliden und zystischen Pankreasläsionen im CT und MRT

Prof. Dr. med Lars Grenacher

Prof. Dr. med Lars Grenacher von der Conradia Radiologie München wirkt als Autor am veröffentlichten Fachartikel „Strukturierte Befundung von soliden und zystischen Pankreasläsionen im CT und MRT: Konsensus-basierte Befundvorlagen der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG)“ mit.

Strukturierte Befundvorlagen bieten das Potenzial einer optimierten radiologischen Befundung in Bezug auf Vollständigkeit, Reproduzierbarkeit und Differenzialdiagnose. In der klinischen Radiologie werden aktuell jedoch radiologische Befundberichte bei Pankreasläsionen weitverbreitet als Freitexte formuliert. Für die optimale klinische Versorgung, das Staging und die Operationsplanung sind mannigfaltige Informationen erforderlich, die mitunter nicht umfänglich erfasst werden. Die strukturierte Befundung bietet hier das Potenzial einer Verbesserung in Bezug auf Vollständigkeit, Reproduzierbarkeit sowie Klarheit der interdisziplinären Kommunikation.  Continue reading „DRG veröffentlicht Konsensus-basierte Befundvorlagen zur strukturierten Befundung von soliden und zystischen Pankreasläsionen im CT und MRT“

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CME-Fortbildung: Peritoneale und retroperitoneale Anatomie für Radiologen

Selbst versierte Radiologen haben Schwierigkeiten mit der Anatomie der peritonealen und retroperitonealen Räume: Warum läuft Aszites von der linken Ovarialloge bis in den linken Oberbauch, aber nie rechts entlang? Was ist das Foramen Winslowii? Wo ist die Area nuda der Leber? Wie sehen die ganzen Mesos aus und wo laufen sie? All das wird übersichtlich in einem 2020 bei Thieme verlegten Fachartikel beschrieben – mit eingefärbten Bereichen, Schema-Zeichnungen und Beispielen aus dem CT.

Der unter Mitwirkung von Prof. Dr. med Lars Grenacher von der Conradia Radiologie München entstandene Beitrag „Peritoneale und retroperitoneale Anatomie für Radiologen“ liefert das Rüstzeug für ein fundiertes radiologisch-anatomisches Verständnis des Intra- und Retroperitonealraums. Typische Ausbreitungsmuster von Erkrankungen werden systematisch pathoanatomisch erläutert und ihr Potenzial für (differenzial-)diagnostische Rückschlüsse aufgezeigt.  Continue reading „CME-Fortbildung: Peritoneale und retroperitoneale Anatomie für Radiologen“

Corona-Risikofaktoren: „Gut eingestellte Hypertoniker und Diabetiker gelten nicht unbedingt als Risikopatienten“

Übergewicht, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen, Geschlecht, Blutgruppe etc. – die Liste der im Zusammenhang mit Covid-19 genannten Vorerkrankungen und Risiken wird immer länger. Und manches – wie Rauchen – wird sogar kontrovers diskutiert. Der Ärztenachrichtendienst druckte ein Gespräch mit dem internistischen Endokrinologen Prof. Christoph M. Bamberger, Direktor der Conradia Medical Prevention Hamburg.

Prof. Dr. Christoph M. Bamberger

„Adipositas gilt als wichtigster Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf bei unter 55jährigen.“

Herr Prof. Bamberger, welche Vorerkrankungen sind in Bezug auf die Verläufe von Covid-19 inzwischen in der Diskussion – wer gilt als Risikopatient?

Wie Ihre Frage schon impliziert, müssen wir in der Tat zwischen dem Ansteckungsrisiko und dem Risiko für einen schweren Verlauf bei bereits Infizierten unterscheiden. Fast alle bisher veröffentlichten Studien beziehen sich auf die Risiken für einen schweren Verlauf. Wenn man sich nachgewiesenermaßen mit SARS-CoV-2 angesteckt hat, liegt das Risiko für einen solchen, mit der Notwendigkeit einer stationären Behandlung einhergehenden Verlauf bei ca. 10 % (da die Dunkelziffer der Infizierten nicht bekannt ist, könnte der tatsächliche Prozentsatz niedriger liegen). Von diesen verstirbt knapp die Hälfte (ca. 4,5 % der nachgewiesenermaßen Infizierten). Deutlich höher liegen die Prozentsätze bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren, entsprechend niedriger bei Vorliegen von Schutzfaktoren (vor allem jüngeres Lebensalter).  Continue reading „Corona-Risikofaktoren: „Gut eingestellte Hypertoniker und Diabetiker gelten nicht unbedingt als Risikopatienten““

Schutz von Patienten und medizinischem Personal vor COVID-19: Überlegungen zur Praxis und ambulanten Versorgung in der Kardiologie

Herz, Vol. 45, Juli 2020, S. 319-320
R. Dörr, Dresden

In der Zeit der Corona-Krise müssen in ärztlichen Praxen die Hygienevorschriften (Verwendung von Masken, Handschuhen, Brillen, Kitteln etc.) penibel eingehalten werden. Invasive Eingriffe sollten möglichst verschoben werden. Erste Patientenkontakte sollten per Telefon der Anamnese dienen (Fieber, Husten, Atemnot etc.). Der Besuch in der Praxis stellt den zweiten Kontakt dar und entscheidet schließlich über die Untersuchung.

„Nur drei Monate nach der Erstbeschreibung der neuen Krankheit in Wuhan, China, Ende Dezember 2019, hat sich die Covid-19-Pandemie als größte globale gesundheitliche Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg herausgestellt“ (WHO 2020). Die folgenden Empfehlungen basieren auf den Erfahrungen von Wuhan und der europäischen Vereinigung für kardio-vaskuläre Bildgebung (EACVI).  Continue reading „Schutz von Patienten und medizinischem Personal vor COVID-19: Überlegungen zur Praxis und ambulanten Versorgung in der Kardiologie“

Unter Druck im Unterdruck: Aerosinusitis bei Piloten – Fallvorstellung

Wehrmedizinische Monatsschrift, Vol. 63, Dezember 2019, S. 421-424
C. Juhran et al., Fürstenfeldbruck

Bei Vorliegen einer Sinusitis bei einem Piloten kann es während des Sinkflugs und dem damit verbundenen Einströmen der Luft in die Nasennebenhöhlen (NNH) und in das Mittelohr zu einem Kollaps des Restlumens der Nasengänge und der Tuba Eustacchii kommen mit der Folge starker Schmerzen und eventueller Blutungen in die NNH und in das Mittelohr (Aerosinusitis) mit unter Umständen gefährlichen Situationen für den Piloten. MRT- und CT-Befunde ergeben die Indikationen für eine operative Sanierung der Sinusitis, um die Fliegerverwendungsfähigkeit (WFV) wieder herzustellen.  Continue reading „Unter Druck im Unterdruck: Aerosinusitis bei Piloten – Fallvorstellung“

Acute approach to orbital lymphatic malformations

Am J Interv Radiol 2020; 4:10, https:americanjir.com/view-pdf
J.M. Bennet et al., Houston/Texas

Bei lymphatischen Missbildungen (LM) im Bereich der Orbita bei Kindern handelt es sich um gutartige erweiterte Lymphkanäle oder Lymphzysten, die mit Endothel-Gewebe ausgekleidet sind. Die Behandlung erfolgt heute vorwiegend konservativ mit interventionellen Techniken (Sklerotherapie, Lasertherapie) oder Medikamenten. Anhand von zwei Beispielen wurden mittels MRT primär die Größe, die Ausdehnung in die benachbarten Gewebe und eventuelle Blutungen evaluiert und die daraus resultierende Behandlung in einem interdisziplinären Team besprochen.

Angeborene lymphatische Missbildungen (LM) bestehen aus erweiterten Lymphkanälen und/oder -zysten und treten in 90% der Fälle vor dem zweiten Lebensjahr auf. Im Kopf-Hals-Bereich machen die LM 1% bis 3% der Orbital-Tumoren aus. Für die interventionelle Behandlung bedarf es eines interdisziplinären Teams von Spezialisten. Ziel dieser Arbeit sollte es sein, anhand von zwei Fällen die aktuellen Standards für therapeutische Interventionen zu überprüfen und einen Leitfaden für das Management von orbitalen LM zu erstellen.  Continue reading „Acute approach to orbital lymphatic malformations“

After ISCHEMIA: Is coronary CTA the new gatekeeper?

Herz, Vol. 45, Juli 2020, S. 441-445
S. Smolka et al., Erlangen, Cleveland/Ohio

Der koronaren CTA bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung (KHE) kommt eine immer größere Bedeutung zu, da – falls eine Hauptstamm-Stenose ausgeschlossen werden kann – durch invasive Maßnahmen kein größerer Nutzen für die Patienten resultiert, sofern sie eine intensive medikamentöse Therapie erhalten.

In der ISCHEMIA-Studie sollte geklärt werden, ob nach Ausschluss einer koronaren Hauptstamm-Stenose mittels KM-CT eine Interventionsstrategie zusätzlich zu einer optimalen medikamentösen Therapie das klinische Ergebnis bei einer KHE verbessern kann. Für Patienten mit Verdacht auf KHE stehen diagnostisch folgende Konzepte zur Verfügung: Photonenemissions-Computer-Tomografie (SPECT), Positronenemissions-Tomografie (PET), koronare Computer-Tomografie (CTA), kardiale MRT (CMR) und die Stress-Echokardiographie.  Continue reading „After ISCHEMIA: Is coronary CTA the new gatekeeper?“

U-Frakturen des Os sacrum – wie therapiert man richtig?

Unfallchirurg, Vol. 123, Juli 2020, DOI: 10.1007/s00113-020-00842-2

I. Schubert et al., Bamberg, Leipzig

U-Frakturen des Sakrums sind seltene, aber schwere Verletzungen, die wegen einer vertebro-pelvinen Dissoziation hochgradig instabil sein können mit entsprechenden neurologischen Defiziten. Anhand von drei Fällen zeigen CT- und MRT-Untersuchungen neben den Sakrumfrakturen, die in drei Kategorien eingeteilt werden, auch eventuelle Begleitverletzungen. Standardtherapie sind stabilisierende Operationen, die in der Regel erfolgreich sind.

Sakrum-Frakturen mit vertebro-pelviner Dissoziation und dadurch bedingter hochgradiger Instabilität (wegen des Frakturverlaufs auch U-Frakturen genannt) sind sehr selten. Häufigste Ursachen sind Stürze aus großer Höhe und Verkehrsunfälle. U-Frakturen wurden erstmals 1984 von Roy-Camille et al. beschrieben und in drei Kategorien eingeteilt. Typ I: Nicht-dislozierte Flexionsfraktur; Typ II: Kyphosierende Flexionsfraktur mit Dislokation des proximalen Anteils nach posterior; Typ III: Extensionsfraktur mit Verschiebung des proximalen Anteils nach anterior-inferior vor das untere Fragment.  Continue reading „U-Frakturen des Os sacrum – wie therapiert man richtig?“

Measurement of stapes footplate thickness in otoscle- rosis by ultra-high-resolution computed tomography

Acta Oto-Laryngologica, Juli 2020, DOI: 10.10.1080/00016489,2020.1788225

Y. Akazawa et al., Nishiharacho/Japan

Bei V.a. Vorliegen einer Otosklerose müssen die feinen Strukturen des betroffenen Schläfenbeins exakt dargestellt werden, um eine genaue Differenzialdiagnose stellen zu können. Dies gelingt besonders gut mit einer ultra-hochauflösenden CT. Da die Stapesankylose eine Ursache für Schwerhörigkeit ist, wird therapeutisch meist eine Stapedotomie durchgeführt. Präoperativ wurde bei 23 betroffenen Ohren und bei 50 Kontrollohren die Stapesdicke am vorderen und hinteren Schenkel sowie in der Mitte gemessen. Bei den Patienten mit Otosklerose betrug die Dicke im mittleren Bereich durchschnittlich 0,60 mm, bei der Kontrollgruppe 0,46 mm. Dieser Unterschied war signifikant.

Die Otosklerose ist eine multifaktorielle Knochenerkrankung mit genetischen (autosomal-dominant) und umweltbedingten Ursachen, die die enchondrale knöcherne Kapsel des Labyrinths betrifft. Es kommt zur Stapesankylose und zur Schwerhörigkeit. Die Prävalenz liegt (vorwiegend bei Frauen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr) bei ca. 1%.  Continue reading „Measurement of stapes footplate thickness in otoscle- rosis by ultra-high-resolution computed tomography“

CT and MR imaging surveillance of stage 1 renal cell carcinoma after microwave ablation

K.A. Wetley et al., Madison/USA

Bei T1-Nierenkarzinomen (RCC) nimmt therapeutisch die perkutane thermische Ablation mehr und mehr zu. CT und MRT können die postoperativen Gewebefolgen darstellen (z.B. nekrotisches Fettgewebe in den Randzonen). Bei T1-RCC wurde für 5 min eine maximale Mikrowellenleistung appliziert, wobei ein vollständiger Erfolg nur bei einem Tumor nicht gelang (von 71 RCC). Die Ablationszonen nahmen deutlich ab, verschwanden aber nicht vollständig. Es gab drei Rezidive und nur geringe, vorübergehende Nebenwirkungen.

Neben der radikalen bzw. partiellen Operation eines Nierenkarzinoms (RCC) ist die perkutane thermische Ablation eine alternative Behandlungsoption, die gegenüber den Operationen eine geringere Morbidität, jedoch eine höhere lokale Rezidivrate zeigt. Sowohl die HF- als auch die Mikrowellenablation sind wärmebasierte Ablationsmodalitäten, die Zonen koagulierter Nekrosen erzeugen. Diese Zonen sind bei T1-gewichteter MRT hyperintens, bei T2-Wichtung hypointens, im Nativ-CT hyperintens. Proteinumbau, Flüssigkeitsabnahme und Gewebedehydration führen zu einer sofortigen Verkleinerung des Tumors.  Continue reading „CT and MR imaging surveillance of stage 1 renal cell carcinoma after microwave ablation“