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Left ventricular mass at MRI and long-term risk of cardiovascular events: The multi-ethnic study of atherosclerosis (MESA)

Radiology, Vol. 293, Oktober 2019, S. 107-114

N. Kawel-Boehm et al., Chur/Schweiz

 

In der MESA-Studie wurde bei 4988 Patienten ohne Herzerkrankung mittels MRT die Herzwandverdickung bestimmt. Nach 15 Jahren hatten 1097 Patienten (22%) mit einer LV-Wandverdickung einen schweren Herz-Event (HE), Patienten ohne LV-Wandverdickung nur in 6% der Fälle. Die Sterberate lag mit einer HE bei 10%, ohne HE unter 2%. Eine LV-Wandverdickung ist insgesamt ein größerer Prädiktor für eine schwere Herzerkrankung als der Kalk-Score.

 

Um die Langzeitauswirkung einer LV-Herzwandverdickung bewerten zu können, und zwar hinsichtlich kardiovaskulärer Events, wurden in der MESA-Studie 4988 Menschen mittels HERZ-MRT untersucht. Es sollten die Langzeitrisiken einer LV-Hypertrophie festgestellt werden mit der Fragestellung, ob die LV-Hypertrophie ein Vorhersage-Faktor für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellt. Auch der Zusammenhang zwischen einer LV-Herzwandverdickung und dem Kalk-Score wurde untersucht.

MESA ist eine Langzeit-Kohorten-Studie ab Juli 2000. 4988 Patienten aus sechs USA-Universitätskliniken erhielten eine MRT-Herzuntersuchung, um die LV-Wanddicke zu bestimmen. Bei der Erst-Untersuchung lag das Alter der Teilnehmer zwischen 45 und 84 Jahren. Short-Axis-Bilder wurden zur Messung akquiriert mittels cine-fast-gradient-echo-Sequenzen mit einer zeitlichen Auflösung von 40 msec. Die LV-Wanddicke wurde am Ende der Diastole als Differenz zwischen endokardialen und epikardialen Konturen ermittelt.

 

Bei den 4988 Teilnehmern handelte es sich um 52% Frauen (n=2594) und um 48% Männer (n=2394). Das Durchschnittsalter betrug 62 Jahre. Von den 4988 Teilnehmern bekamen 215 (4,3%) verschiedene Herzerkrankungen, 290 (5,8%) eine schwere koronare Herzerkrankung (KHE), davon 207 einen Myokardinfarkt. 95 Teilnehmer starben an einer KHE, 57 an anderen Herzerkrankungen. Teilnehmer mit einem Herz-Event waren älter, hatten einen höheren „body-mass-index“, litten häufiger an Diabetes und Bluthochdruck, sie waren häufiger Raucher und hatten einen höheren Koronar-Kalk-Score als Patienten ohne Herz-Event.

 

Nach 15 Jahren hatten 1097 Patienten (22%) der MESA-Teilnehmer mit einer LV-Wandverdickung einen schweren Herz-Event, verglichen mit 6% der Teilnehmer ohne Wandverdickung. Die Todesrate bei Patienten mit Herz-Event betrug 10%, ohne Herz-Event weniger als 2%.

 

Insgesamt ist festzustellen, dass eine LV-Hypertrophie einen unabhängigen Vorhersagefaktor für einen schweren Herz-Event darstellt, einschließlich Myokardinfarkt und KHE-Todesfälle. Sie ist ein größerer Prädiktor für einen Herz-Event als der Kalk-Score. Eine LV-Hypertrophie ist allerdings bei entsprechender Behandlung potenziell reversibel.

 


 

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Clinical utility of 18F-FDG PET/CT for patients with recurrent head and neck squamous cell carcinoma

Acta Oto-Laryngologica, Vol. 139, September 2019, S. 810-815

 S. C. Ha et al., Seoul

 

Zur Darstellung von Fernmetastasen eines „head and neck“-Karzinoms eignet sich am besten die PET/CT. Im Vergleich mit CT- und knochenszintigraphischen Untersuchungen ergab die Detektion von Lungen- und Knochenmetastasen keine Unterschiede. Weitere Metastasen anderer Lokalisationen wurden nur durch PET/CT entdeckt. Ein niedriger SUVmax signalisierte eine bessere Überlebensrate nach einem Rezidiv.

 

Fernmetastasen eines „head and neck“-Karzinoms (HNSCC) sind eine fatale Komplikation und können relativ spät auftreten. Die Inzidenz von Fernmetastasen beträgt zwischen 4,2% und 23,8%. Sie steigt an mit Eintreten eines Rezidivs auf bis zu 57%. Die durchschnittliche Überlebensrate beträgt bei diesen Patienten 7,5% und die Zwei-Jahres-Überlebenszeit liegt bei 26,2%. Daher ist es notwendig, eine geeignete und schnelle Methode zur Entdeckung von Fernmetastasen anzuwenden, um eine entsprechende Therapie durchführen zu können. Dazu ist am besten die 18F-FDG PET/CT geeignet.

 

95 Patienten wurden in dieser Studie ausgewertet, und es erfolgten Untersuchungen mittels PET/CT, Thorax-CT und Knochenszintigraphie. Es handelte sich um 79 Männer (83,2%) und 16 Frauen (16,8%) mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren (27-84 Jahre). Am häufigsten betroffen war der Larynx (44,2%), gefolgt von der Mundhöhle (29,5%), dem Oropharynx (16,8%) und dem Hypopharynx (9,5%). Bei 32 Patienten (33,7%) wurden Fernmetastasen diagnostiziert: bei 26 Patienten (81%) in der Lunge, bei 11 Patienten (34%) in den Knochen, bei 11 Patienten (34%) im Mediastinum, bei zwei Patienten (6%) in der Leber und bei 11 Patienten (34%) an unterschiedlichen Lokalisationen.

Die Werte für Sensitivität, Spezifität, Genauigkeit (accuracy), positiven und negativen Vorhersagewert von PET/CT betrugen 89,6%, 100%, 98,2%, 100% und 97,9%. Die Vorhersagewerte von Thorax-CT und Knochenszintigraphie betrugen 93,8%, 99,2%, 98,2%, 95,7% und 98,7%. Während die diagnostische Genauigkeit von PET/CT vergleichbar war bei Patienten mit Lungen- und Knochenmetastasen, konnten mittels PET/CT zwei weitere Metastasen entdeckt werden.

 

Ein SUVmax>8,7 bei Patienten mit einem Rezidiv war signifikant assoziiert mit einer geringen Überlebensrate. Diese Patienten hatten ein dreimal so großes Sterberisiko (14,1 Monate nach Rezidiventdeckung) wie Patienten mit einem SUVmax<8,7 (42,1 Monate). Dieser Unterschied war signifikant.

 

Während Lungen- und Knochenmetastasen durch Thorax-Aufnahmen und Knochenszintigraphie gut diagnostiziert werden, können mittels PET/CT zusätzlich Metastasen anderer Lokalisationen diagnostiziert werden. Außerdem ist bei einem niedrigen SUVmax eine bessere Überlebensrate nach einem Rezidiv zu erwarten.

 


 

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3T-MRI improves intrameatal cranial nerve detection in CI-candidates

Acta Oto-Laryngologica, Vol. 139, März 2019, S. 274-278

 H. Stimmer et al., München

 

Bei gehörlosen bzw. schwerhörigen Kindern ist eine frühe Cochlea-Implantation (CI) ein wesentlicher Faktor für die Sprachentwicklung. Vor der Implantation müssen die relevanten neurologisch-anatomischen Strukturen mittels MRT dargestellt werden. Dabei zeigte die 3T-MRT signifikant bessere Ergebnisse als die 1,5T-MRT.

 

Cochlea-Implantate (CI) gelten heute als Standard-Therapie bei Kindern und Erwachsenen mit Taubheit bzw. Schwerhörigkeit. Für die Sprachentwicklung von Kindern ist eine frühe CI ein wichtiger Faktor. Abweichungen von der normalen vestibulo-cochlearen Anatomie stellen keine OP-Kontraindikation dar, aber es können chirurgische Schwierigkeiten auftreten. Deswegen müssen Cochlea, innerer Gehörgang, cerebello-pontinische Winkel-Zisterne und die intrazerebralen Gehörwege mittels MRT exakt dargestellt werden.

 

Es sollte in der vorliegenden Untersuchung ermittelt werden, ob der theoretische Vorteil einer besseren Auflösung bei der 3T-MRT gegenüber der 1,5T-MRT einen klinischen Vorteil hat. Die relevanten anatomischen Strukturen beinhalten die Nerven 7 und 8, die beide in den inneren Gehörgang (IAC) eintreten. Der N. facialis verläuft gemeinsam mit dem N. intermedius durch den antero-superioren Anteil des IAC und erreicht den labyrinthischen Teil des N. facialis-Kanals im Temporalknochen.

 

Insgesamt wurden in der Zeit von 2007 bis 2017 bei 108 Patienten 116 Temporalknochen untersucht. Das Patientenalter variierte von 1 bis 79 Jahre mit einem Durchschnittsalter von 36,4 Jahren. 50 Patienten wurden mit 1,5T-Geräten examiniert (Gruppe I), 58 Patienten mit 3T-Geräten (Gruppe II).

 

Bei allen Patienten wurden die gleichen MRT-Protokolle angewendet. Die intrameatalen Nerven waren erkennbar durch eine hypointense liquor-umgebende tubuläre Struktur im antero-basalen (N. cochlearis), im antero-superioren (N. facialis), im postero-basalen und postero-superioren Anteil (N. vestibularis sup. und inferior) des IAC mit kontinuierlicher Verbindung zur Hirnstamm-Eintrittszone.

 

In allen 116 Fällen konnte mit der 3T-MRT der N. cochlearis dargestellt werden, mit der 1,5T-MRT nur in 112 Fällen. Bei der 3T-MRT sah man nur in einem Fall den N. facialis nicht exakt, bei der 1,5T-MRT sah man ihn neun Fällen nicht. Schwieriger ist die Darstellung des superioren und inferioren N. vestibularis, weil sie beide deutlich dünner sind. Aber auch hier war das 3T-MRT-Gerät signifikant besser als das 1,5T-MRT-Gerät.

 

Insgesamt war die 3T-MRT z.T. signifikant besser für die Erkennung von Nervenstrukturen im IAC als die 1,5T-MRT. Somit ist die 3T-MRT die erste Wahl zur präoperativen Darstellung der Nervenstrukturen im IAC mit einer ergänzenden CT-Untersuchung bei Patienten mit einer vorgesehenen Cochlea-Implantation.

 


 

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The hypogenic lung (scimitar) syndrome

Radiology, Vol. 293, Dezember 2019, S. 522

K.A. Neal et al., Saint Louis/USA

 

Bei einer 29-jährigen Patientin wurde nach einer Schwangerschaft ein Scimitar-Syndrom entdeckt: Drainage einer Lungenvene in die intrahepatische Cava mit Hypoplasie der rechten Lunge, Dextroposition des Herzens und arterieller Versorgung des re. Unterlappens durch eine aberierende Arterie mit einem Links-Rechts-Shunt und pulmonaler Hypertonie. Die Darstellung des Ostiums der Drainage-Vene mittels MRT ist die Voraussetzung für einen operativen Eingriff.

 

Fallbeschreibung: Bei einer 29-jährigen Patientin wurde drei Jahre nach einer Schwangerschaft ein Scimitar-Syndrom diagnostiziert mit einem Pulmonalarteriendruck von 90/37 mm Hg, im Mittel 54 mm Hg. Nach Gabe von Vasodilatatoren wurde der Druck gesenkt auf im Mittel 32 mm Hg. Ein Rechts-Links-Shunt wurde durch Phasen-Kontrast-MRT des Herzens ermittelt, und zwar mit einem flow von 1,2 l/min in der Scimitar-Vene. Andere Shunts waren nicht vorhanden. Eine adäquate MRT-Darstellung des Ostiums der Drainage-Vene war der Schlüssel für die Planung eines operativen Eingriffs.

 

Ursache des Scimitar-Syndroms bei dieser Patientin war die kongenitale rechtsseitige Drainage einer Lungenvene in die intrahepatische V. cava mit Hypoplasie der re. Lunge, Dextroposition des Herzens und arterieller Versorgung des re. Unterlappens durch eine aberierende Arterie. Dabei kam es zu einem Links-Rechts-Shunt und zu einer pulmonalen Hypertension. Bei großem Shunt kann es zu einer Rechts-Herz-Belastung kommen. In diesen Fällen ist eine OP unumgänglich.

 


 

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Association between vertebral artery hypoplasia and vertebral artery aneurysms: A case-control study

Journal of Neurological Surgery, Vol. 80, September 2019, S. 365-370

A. Harati et al., Dortmund

 

Es wurden 64 Patienten mit einem „vertebral artery posterior inferior cerebellar artery” (VA-PICA)-Aneurysma hinsichtlich einer Korrelation mit einer Hypoplasie oder eines Verschlusses der A. vertebralis (AV) untersucht. 70% der 192 Patienten waren Frauen. 41 Patienten hatten ein rupturiertes, 23 Patienten ein nicht-rupturiertes Aneurysma. Linksseitige Aneurysmen hatten häufiger eine Ruptur als rechtsseitige. Bei rupturierten Aneurysmen zeigte sich in 72,7% der Fälle eine AV-Hypoplasie oder eine AV-Aplasie, bei nicht rupturierten Aneurysmen nur in 52,2%. So stellen Veränderungen der A. vertebralis einen Risikofaktor für das Auftreten eines AV-PLICA-Aneurysmas dar.

Die Anatomie des Circulus Willisii ist sehr variabel. Eine Vertebralarterien-Hypoplasie (VAH) ist in bis zu 26% der Fälle vergesellschaftet mit anderen Gefäßvarianten. Verschiedentlich wird über die Assoziation zwischen VAH und posteriorer Ischämie, vestibulärer Neuronitis, Migräne und Vertebralarterien-Dissektion berichtet. Der Effekt einer VAH auf die VA-PICA-Aneurysma-Formation ist bisher nicht beschrieben worden.

Ziel der vorliegenden Studie war es, eine Verbindung von VAH, einschließlich anderen Gefäßvarianten, mit VA-PICA-Aneurysmen herzustellen. 192 Patienten wurden in die retrospektive Studie aufgenommen. Davon hatten 64 Patienten ein VA-PICA-Aneurysma. 128 Patienten waren Kontrollpatienten. Die Aneurysma-Diagnose erfolgte mittels CTA.

 

Eine VAH wurde diagnostiziert bei einer Lumenweite von <2 mm, eine VA-Aplasie und eine PICA-Aplasie wurden angenommen, wenn das Gefäß mittels CTA nicht eruiert werden konnte. Als PICA wurde eine Arterie definiert, die ihren Ursprung aus der AV nimmt und das Kleinhirn versorgt.

 

Bei den 64 Patienten mit einem Aneurysma handelte es sich um 45 Frauen (70%) und um 19 Männer (30%) mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren (29-81 Jahre). Bei 41 Patienten (64%) war das VA-PICA-Aneurysma rupturiert, bei 23 Patienten (36%) war es nicht rupturiert. Die rupturierten Aneurysmen waren signifikant größer (6 mm) als die nicht rupturierten Aneurysmen (4 mm).

 

Von den 41 rupturierten Aneurysmen lagen 28 Aneurysmen (68,3%) links, 13 Aneurysmen (31,7%) rechts. Von den 23 nicht-rupturierten Aneurysmen lagen 10 Aneurysmen links (43,5%), 13 Aneurysmen rechts (56,5%). Linkseitige Aneurysmen hatten häufiger eine Ruptur (68,3%) als rechtsseitige (56,5). Bei 52% der Patienten mit VAH wurden VA-PICA-Aneurysmen entdeckt, aber nur bei 17% der Kontrollgruppe. Der durchschnittliche Durchmesser der rechten Vertebral-Arterie war geringer als auf der linken Seite. Die Häufigkeit von VAH und VA-Aplasie war in der Aneurysma-Gruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass VAH und VA-Aplasie mit einer Prävalenz von 52% potenzielle Risikofaktoren für VA-PICA-Aneurysmen darstellen. Dieser Zusammenhang ist pathophysiologisch noch nicht aufgeklärt.

 


 

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Digitalisierung im Gesundheitswesen. Entwicklung einer datengetriebenen Medizin

Wehrmedizinische Monatsschrift, Vol. 63, Juni 2019, S. 207-208

U. Mausmann, München

 

Die Digitalisierung gehört heute nicht nur zum Alltag der modernen Gesellschaft und Wirtschaft, sondern erfasst auch das Gesundheitswesen, und dies nicht nur hinsichtlich der Behandlungsprozesse, sondern auch hinsichtlich der Organisation, des medizinischen Personals und des Patientenumfelds. Die Gesundheitsinformationen jedes Bürgers werden verfügbar sein, wobei die datengetriebene Medizin kontrolliert werden muss, um die Datensicherheit zu gewährleisten. An allen Vorgängen müssen die Ärzte aktiv im System mitarbeiten.

 

In den letzten 50 Jahren hat die klinische Epidemiologie Daten gesammelt, um eine Basis für evidenzbasierte Medizin zu schaffen. Das ist noch nicht vollständig gelungen. Digitalisierung gehört grundsätzlich und selbstverständlich zum Alltag der modernen Gesellschaft, der Wirtschaft und auch des Gesundheitswesens, und hier nicht nur hinsichtlich von Behandlungsprozessen, sondern auch hinsichtlich Organisation, medizinischem Personal und Patientenumfeld.

 

Stichworte sind hier Mobilität, Papierlosigkeit, Vernetzung und detaillierte Untersuchungsergebnisse in Datenbanken. D.h. Bilder sind digital verfügbar und können durch komplexe Algorithmen in Informationsbestandteile zerlegt werden. Die Gesundheitsinformation zu jedem Bürger wird künftig in einer einheitlichen Struktur verfügbar sein. Daraus kann ein lernendes Gesundheitssystem Schlüsse ziehen.

 

Es ist zu prüfen, wie verlässlich und hilfreich dieses Wissen ist. Eine weitere noch unbeantwortete Frage stellt sich hinsichtlich der Entstehung von neuen Formen der Versorgung und wie hier das Personal agiert und reagiert, ebenso wie auch die Patienten. Wichtig dabei ist eine Kontrolle, die die datengetriebene Medizin reguliert. Dabei ist klar, dass die Patienten informiert werden und ihre Zustimmung geben müssen, damit die Datensicherheit gewährleistet ist, und dass sich die Entwicklung künstlicher Intelligenz an die Prinzipien der Fairness und der Ethik halten muss.

 

An allen diesen Vorgängen müssen die Ärzte aktiv mitarbeiten. Ein lernendes Gesundheitssystem erfordert neue Formen von Forschung und Praxis im Sinne einer kreativen Destruktion heutiger Methoden und Verfahren.

 


 

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Magnetic eyelashes: A new source of MRI artefacts

American Journal of Roentgenology, Vol. 213, Dezember 2019, S. 983-985

E. Slonimsky et al., Hershey/USA

 

Bei einem neuen kosmetischen Produkt, magnetischen Augenwimpern, kann es zu Auswirkungen auf die MRT-Bildqualität kommen. Dies wurde an einem Phantom nachgewiesen, wobei diese Artefakte deutlich größer waren als die von Gefäßclips. MRT-Fragebögen sollten hinsichtlich der Magnet-Wimpern ergänzt werden.

 

Kleine, ferromagnetische Objekte am Körper eines MRT-Patienten können entweder die Bildqualität reduzieren oder das homogene Magnetfeld verändern. Neuerdings gibt es ein kosmetisches Produkt, an das man normalerweise nicht denkt: magnetische Augenwimpern, deren Gebrauch in den USA seit 2017 um 31% zugenommen hat. Um die Auswirkungen dieser magnetischen Wimpern auf die MRT-Bildqualität zu eruieren, wurde ein Phantom entsprechend präpariert, mit mehreren standardisierten Bildsequenzen untersucht und mit Artefakten von Aneurysmen-Clips verglichen.

 

Verwendet wurde ein 3T-MRT-Gerät: T2-gewichtete Bilder, T1-gewichtete Bilder, DWI-Bilder und nach KM-Gabe T2-gewichtete Bilder. Die Magnet-Wimpern verursachten größere Artefakte als die Gefäßclips. Deshalb sollten die MRT-Fragebögen, diese Magnet-Wimpern betreffend, ergänzt werden.

 


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Neurinom des Plexus brachialis als Ursache stärkster chronischer Schulterschmerzen, chirurgisches Management und Verlauf

Handchirurgie, Mikrochirurgie, Plastische Chirurgie, Vol. 51, August 2019, S. 334-335
G, Wechselberger et al., Salzburg

 

Neurinome im Bereich des Plexus brachials kommen in ca. 5% aller Tumoren der peripheren Nerven vor. Sie wachsen langsam und führen wegen Kompressionseffekten zu erheblichen Schmerzen. Dies war bei einem 73-jährigen Patienten der Fall, bei dem mittels MRT und Ultraschall ein Neurinom im Plexus brachialis festgestellt wurde. Dieses wurde chirurgisch weitestgehend reseziert. Der Patient wurde vollständig beschwerdefrei.

 

Fallbeschreibung: Ein 73-jähriger Patient hatte seit ca. vier Monaten ausgeprägte Schmerzen in der rechten Schulter mit deutlich funktioneller Einschränkung ohne sensorische Defizite. Konservative Behandlungen brachten keine Besserung. Anamnestisch lagen mehrfach Neurinome am re. Oberarm und am N. musculocutaneus li. vor, die operativ entfernt wurden. Im Rahmen der jetzigen Schulterschmerzen ergab eine Arthroskopie keinen pathologischen Befund. Im MRT wurde eine 2×1 cm große, scharf begrenzte Struktur im Plexus brachialis, dorsal der V. clavicula re. dargestellt, die einem Neurinom entsprach, das vom Truncus inferior des Plexus brachialis ausging. Das Neurinom wurde operiert, wobei aus anatomischen Gründen die vollständige Entfernung nicht gelang. Postoperativ waren die Schmerzen verschwunden und die Schulterbeweglichkeit erheblich verbessert.

 

Neurinome sind die häufigsten Tumoren der peripheren Nerven, wobei 25% am Kopf und Hals auftreten. Nur in 5% der Fälle ist der Plexus brachialis betroffen. Neurinome wachsen langsam und führen zu Kompressions-Effekten der betroffenen Nerven und sind mit z.T. erheblichen Schmerzen verbunden. Eine chirurgische Sanierung ist anzustreben.

 


 

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Cardiac MRI for detecting left artrial/left artrial appendage thrombus in patients with atrial fibrillations: Meta-analysis and systematic review

Herz, Vol. 44, August 2019, S. 390-397
J. Chen et al., Wuhan/China

Für die Diagnostik eines Vorhofthrombus bei Patienten mit Vorhofflimmern, bisher eine Domäne für die transösophageale Echokardiographie (TEE), hat sich bei Prüfung verschiedener MRT-Protokolle bei 582 Patienten gezeigt, dass die cardiac-MRT (CMRT) im Vergleich zur TEE eine gute Methode darstellt und die DE-CMRT-Methode die besten Werte aufweist und dass bei Patienten mit KM-Allergie eine cine-MRT durchgeführt werden kann.

Vorhofflimmern (AF) ist eine der häufigsten Herzrhythmus-Störungen mit einer Prävalenz von ca. 2%. AF-bedingte Schlaganfälle stellen 60% aller durch Herzerkrankungen erfolgten Schlaganfälle dar und 1,5% der AF-Patienten haben eine Antikoagulantien-Therapie erhalten. Die transösophageale Echokardiographie (TEE) ist der Goldstandard für die Diagnose eines Vorhofthrombus (VT) mit einer Sensitivität von 100% und einer Spezifität von 99%. Wegen des deutlichen Aufwandes für die Patienten gilt als Alternative die CT- bzw. MRT-Untersuchung des Herzens. In der vorliegenden Studie wurde eine Metaanalyse und eine systematische Prüfung der Patienten mit Vorhofflimmern erstellt, und zwar hinsichtlich eines Vergleichs von unterschiedlichen Herz-MRT-Untersuchungen und TEE bei der Diagnostik eines Vorhofthrombus.

Es konnten 582 Patienten aus sieben Publikationen ausgewertet werden. Es handelte sich um 406 Männer (69,7%) und 176 Frauen (30,3%) mit einem Durchschnittsalter von 63,4 Jahren. Die Häufigkeit von VT betrug 8,8% (51 Patienten). Ausgewertet wurden: cardiac computed tomography (CCT), cardiac magnetic resonance imaging (CMRT), contrast-enhanced MR-Angiography (CE-MRA), equilibrium phase delayed enhancement CMRT (DE-CMRT), cine-CMRT. Bei der diagnostischen Auswertung mittels CCT betrugen die Werte für die Sensitivität 96%, für die Spezifität 92% und für die Genauigkeit (accuracy) 94%. Für die CMRT sind die entsprechenden Werte 80%, 99,5%, 97%, für die DE-CMRT 100%, 99%, 94,4%, für die cine-CMRT 91%, 93%, 94%.

Insgesamt ist festzustellen, dass bei Patienten mit Vorhofflimmern die diagnostische Beurteilung zur Erkennung von Vorhofthromben durch die CMRT im Vergleich zur TEE ein gutes Verfahren ohne Nebenwirkungen darstellt. Die cine-CMRT kann bei Patienten eingesetzt werden, die gegen KM allergisch sind. Die höchste Sensitivität, Spezifität und Genauigkeit zeigt allerdings die DE-CMRT.


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Clinical outcomes with endoscopic resection of lumbar extradural cysts

1Journal of Spine Surgery,
August 2019, 12 Seiten,
http://jss.amegroups.com/article/view/4714
S. Hellinger et al., München,
Tucson/USA

Bei Patienten mit schmerzhaften intraspinalen, extraduralen Facettengelenk-Zysten jedweder Art, durch MRT diagnostiziert, die eine Dekompressions-Operation benötigen, können mit einer neuen Methode der endoskopischen Zysten-Resektion ohne wesentliche Traumatisierung, ohne Vernarbung der posterioren spinalen segmentalen Strukturen und ohne dass eine mikrochirurgische Hemilaminektomie durchgeführt werden muss, behandelt werden. 77,1% der 48 behandelten Patienten hatten ein gutes Ergebnis.

Die Diagnose einer schmerzhaften intraspinalen Zyste basiert auf Anamnese, klinischer Untersuchung und MRT, deren Sensitivität ca. 90% beträgt (CT nur 70%). Typische Diagnosen sind: Extradurale Arachnoidzysten, perineurale Zysten, Dermoid-Zysten, Neurofibrome mit zystischer Degeneration sowie Synovial- oder Ganglion-Zysten. Diese Zysten entwickeln sich aus den Facetten-Gelenken und sind oft mit einer Wirbelsäulen-Instabilität verbunden, wobei sie meist in dem mobilsten Segment L4/5 vorkommen. Eine bildgebend geführte Nadelaspiration der Zysten hat keinen endgültigen Erfolg.

In der vorliegenden Studie wurde mittels einer neuen endoskopischen Technik die Resektion der extraduralen Facettengelenk-Zysten zur Dekompression vorgeführt, um diese degenerativen Lumbalaffektionen effektiv behandeln zu können, bevor ein großer translaminärer Eingriff einschließlich Laminektomie oder Fusions-Operation in Betracht gezogen wird.

Es wurden 48 Patienten in die Studie aufgenommen, 26 Frauen (54,2%) und 22 Männer (45,8%) mit einem Durchschnittsalter von 60,6 Jahren (30-91 Jahre). Bei allen Patienten zeigte die MRT foraminale oder laterale Rezessus-Stenosen mit „Facetten-Zysten“. Gleichzeitig sollte mittels der MRT der mögliche Nachweis einer subklinischen Instabilität der Facetten-Gelenke geführt werden (verdicktes Ligamentum flavum sowie ein erweiterter Gelenkspalt >2 mm mit Flüssigkeitsansammlung). Bei jedem Patienten wurden laterale, dynamische Röntgenaufnahmen der LWS in Extension und Flexion angefertigt.

Bei vergeblicher konservativer Behandlung oder bei schweren neurologischen Defiziten muss eine Dekompressions-Operation durchgeführt werden. Die Autoren hatten sich für die endoskopische Beseitigung der Synovial-Zysten entschieden, mittels zweier Methoden: die transforaminale und die interlaminare Methode, die beide ausführlich beschrieben werden. Bei den 48 Patienten war die folgende Höhenverteilung der Zysten festzustellen: L3/4 = 12,5%, L4/5 = 66,7%, L5/S1 = 18,8%, Th9/10 = 2,1%. 40 Patienten zeigten zwei Jahre nach der OP eine exzellente oder gute Besserung. Nur sechs Patienten (12,5%) wiesen postoperativ eine Dysaesthesie auf, Ein Patient (2,1%) hatte eine Rezidiv-Herniation, bei einem Patienten hatte sich die Neuropathie nicht verbessert. Eine unbegrenzte Gehstrecke lag präoperativ bei 33% der Patienten, postoperativ bei 81,3% der Patienten vor.

Die Patienten mit postoperativ guten Ergebnissen hatten eine signifikante Assoziation mit einer lumbalen Facetteninstabilität, die mittels MRT nachgewiesen wurde. Mittels der neuen endoskopischen Methoden, die bei 37 Patienten (77,1%) exzellente bzw. gute Ergebnisse zeigten, kann jede synoviale Zyste mit minimaler Traumatisierung, ohne Vernarbung der posterioren spinalen segmentalen Strukturen reseziert werden. In geübter Hand kann sie die traditionelle mikrochirurgische Hemilaminektomie ersetzten.


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