comment Add Comment

Schwerpunkt Themenübersicht CuraCompact 2/20

Die Schwerpunktthemen der Juni-Ausgabe CuraCompact auf einen Blick:

Krisenmanagement in radiologischen Praxen

Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren 

Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation 

Corona Hilfspaket: Was können Praxen erwarten? 

Teleradiologie als Option in der Krise?

Das Conradia Hygienekonzept in der Coronakrise  

Code Red – ein Leitfaden für den Krisenmodus

 

comment Add Comment

Sicherheit, Aufklärung, Wissen: Das Conradia Hygienekonzept in der Coronakrise

 

 

 

 

 

 

Die Coronakrise erreichte Deutschland in einer raschen Welle. Binnen kürzester Zeit mussten Praxen ihre Hygieneprozesse an die sich täglich zuspitzende Situation anpassen. Die Conradia mit deutschlandweit 24 MVZ-Standorten benannte mit Prof. Dr. Thomas Henzler einen Koordinator aus der ärztlichen Geschäftsführung, der dem DeRaG-Vorstand beim Krisenmanagement beratend zur Seite stand.

 

CC: Was genau war Ihre Aufgabe als Mediziner und Berater des Vorstands in dieser Ausnahmesituation?

Prof. Dr. Thomas Henzler: Im März überschlugen sich die Ereignisse. Natürlich hatten wir bis dato bereits ein funktionierendes Hygienemanagement. Aber es hatte keiner einen Notfallplan für eine Krise von diesem Ausmaß in der Schublade. So war es wichtig, auch von ärztlicher Seite das Tagesgeschehen richtig einzuordnen und mit sinnvollen Maßnahmen zu reagieren. Viele Einzelwege hätten in tausend Einzeldiskussionen geendet und uns ausgebremst. Ein Schwerpunkt war es, die Vielzahl an Informationen zu filtern und den richtigen Weg zwischen Panik und Sicherheit strukturiert und zügig zu beschreiten. Dadurch konnten wir auch dem Vorstand den Rücken bei den schwierigen wirtschaftlichen Maßnahmen, über die entschieden werden musste, freihalten.

 

CC: Wie hat sich das Vorgehen in der Praxis bewährt?

Prof. Dr. Thomas Henzler: Sehr gut. Die Mitarbeitenden wussten und wissen, dass sie für all die auftretenden Sonderfragestellungen eine zentrale Ansprechstelle haben. Problemlösungen konnten gleich allen MVZ zur Verfügung gestellt werden und entlasteten die Kollegen vor Ort. Denn letztlich haben alle mit denselben Herausforderungen zu kämpfen. So hatten wir direkt Lösungen für die Standorte verfügbar.

 

CC: Welche Praxisprozesse haben Sie nachhaltig verändert?

Prof. Dr. Thomas Henzler: Alle Patienten werden vor Ihrer Aufnahme in den MVZ mit einem Fragebogen zu ihrem Gesundheitsstatus befragt. Hier haben wir zu Beginn der Krise tägliche Anpassungen um die vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Risikogebiete vorgenommen. Das fällt aufgrund der pandemischen Situation jetzt weg, aber die Abfrage ist fester Bestandteil unserer Praxisprozesse geworden. Eine zweite Herausforderung für uns war es, frühzeitig Abstandsregeln zu definieren und durchzusetzen zum Schutz für alle Beteiligten. Wir hatten die Schilder „Wir geben Ihnen nicht die Hand, sondern schenken Ihnen ein Lächeln“ schon sehr früh im Einsatz. Noch ehe die allgemeinen Vorgaben zur Distanz in Kraft traten. Dabei stand immer im Vordergrund, dass wir auch mit diesen neuen Regeln überall in unserer Praxis eine gute Beziehung zu unseren Patienten herstellen – vom Empfang bis zum Arztgespräch.

 

CC: Welche sind denn die Schwerpunkte des Corona-Hygienekonzepts von Conradia?

Prof. Dr. Thomas Henzler: Für die Conradia wurden drei Bereiche definiert: Sicherheit, Aufklärung, Wissen. Unter Sicherheit verstehen wir, dass die Teams in unseren MVZ sicher und geschützt dank spezieller Hygienemaßnahmen ihrer Arbeit nachgehen können. Dazu gehört u.a. die ausreichende Versorgung mit Schutzmasken, die zeitnahe Anbringung von Spuckschutzwänden im Empfangsbereich sowie zusätzliche Desinfektionsprozesse in den Untersuchungsbereichen. Die zweite Säule ist die Aufklärungsarbeit bei den Patienten über Hygieneverhalten in unseren Einrichtungen. Diese trägt auch dazu bei, dass vereinbarte Termine nicht übereilt abgesagt werden aus übertriebener und sachlich unberechtigter Sorge. Um unser Personal zu stärken, sowohl in der Art, wie sie mit den Patienten umgehen, als auch in der Kommunikation, was sie den Patienten sagen, briefen wir die Teams und versorgen sie mit Informationen und Argumentationshilfen. Die Aufgabe von Ärzten und Teams liegt gerade auch jetzt stark darin, verunsicherte Patienten wieder ein Stück weit in die Normalität zurück zu führen.

 

CC: Wie wirkt sich das neue Hygienekonzept auf die zu erwartende Leistungsfähigkeit der Conradia MVZ in den nächsten Monaten/Jahren aus? Stichworte wären hier: weniger Patientendurchlauf wg. aufwendigerer Hygienemaßnahmen, geringere Wartezimmerkapazitäten, veränderte Schichtplanungen, Kosten für Hygieneartikel etc.

Prof. Dr. Thomas Henzler: Auch wenn man es sich aktuell kaum vorstellen kann, glaube ich, dass wir in unseren Abläufen auf Dauer keine relevanten Einschränkungen haben werden und damit die Leistungsfähigkeit nicht entscheidend beeinträchtigt wird.

 

CC: Mit Blick auf die Soft-Faktoren: Hat sich die Stimmung, der Zusammenhalt im Team in diesen Stresszeiten verändert?

Prof. Dr. Thomas Henzler: Anfangs begegneten mir Mitarbeitende mit gemischten Gefühlen bis hin zu teilweise starker Verunsicherung. Nach wenigen Tagen entwickelte sich aus der „Wir-sitzen-gemeinsam-in-einem-Boot-Situation“ ein besonderer Team Spirit. Insgesamt verzeichneten wir sogar unterdurchschnittliche Krankenstände. Alle haben gespürt, dass es ein gutes Gefühl ist, in einem systemrelevanten Beruf zu arbeiten.

 

CC: Welche Erfahrung nehmen Sie aus der Coronakrise für die Conradia insbesondere mit?

Prof. Dr. Thomas Henzler: Nach dieser harten Probe ist klar: Wir können schnell auf eine Krise reagieren. Das ist beruhigend für die Zukunft. Und: Wir sind ein fantastisches Team.

 

CC: Vielen Dank für das Gespräch.

 


 

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. Thomas Henzler
t.henzler@conradia.de

 


Die Schwerpunktthemen der Juni-Ausgabe CuraCompact auf einen Blick:

Krisenmanagement in radiologischen Praxen

Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren 

Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation 

Corona Hilfspaket: Was können Praxen erwarten? 

Teleradiologie als Option in der Krise?

Das Conradia Hygienekonzept in der Coronakrise  

Code Red – ein Leitfaden für den Krisenmodus

 

comment Add Comment

Teleradiologie als Option in der Krise?

Welche Möglichkeiten haben Radiologen, fern zu befunden (von einem anderen Standort aus oder von zuhause)?

Insbesondere bei größeren Praxen und Praxen mit mehreren Standorten könnte laut darüber nachgedacht werden, ob eine Fernbefundung eine Option zur besseren Krisenbewältigung darstellen könnte. Wie sieht es nun damit aus?

 

Der Vertragsarzt ist verpflichtet, seinen Versorgungsauftrag vorrangig an seinem Vertragsarztsitz zu erfüllen (vgl. § 95 Abs. 3 S. 1 SGB V). Dazu hat er nach § 24 Abs. 2 Ärzte-ZV seiner Sprechstundenverpflichtung nachzukommen, indem er den Versicherten vor Ort persönlich zur Verfügung steht (Präsenzpflicht). Die Strahlenschutzverordnung geht davon aus, dass der Patient behandelt wird, wenn er geröntgt wird. Nach der Verordnung erfordert die Anwendung einen Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz – wie zum Beispiel einen Radiologen, sowie zur technischen Durchführung eine Medizinischtechnische Radiologieassistentin (MTA/MTRA) mit Fachkunde im Strahlenschutz oder eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz. Entscheidend ist die rechtfertigende Indikation. Der Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, muss die Möglichkeit haben, den Patienten vor Ort persönlich zu untersuchen, es sei denn, es liegt ein Fall von Teleradiologie vor.

 

Die Teleradiologie nach StrSchV ermöglicht auch kleineren Krankenhäusern, die Computertomografie (CT) für die Notfallversorgung anzubieten, ohne dass dafür ein Spezialist vor Ort erforderlich ist. Seit Sommer 2002 ist dieser Fall genauer spezifiziert: Teleradiologie ist stets genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur für den Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst vorgesehen. In Ausnahmefällen kann auch eine Genehmigung darüber hinaus erteilt werden, wenn ein Bedarf – etwa in der Versorgung ländlicher Regionen – besteht. Eine Genehmigung wegen solcher Versorgungslücken ist allerdings auf drei Jahre befristet. 1)

Continue reading „Teleradiologie als Option in der Krise?“

comment Add Comment

Code Red – ein Leitfaden für den Krisenmodus

Quelle: Forecast 5_2020, S. 4 ff. Leitfaden für den Krisenmodus, Hrsg. Ebner Stolz Management Consultants GmbH, Köln, Wir danken Marcus Losch von Ebner Stolz für die freundliche Genehmigung, diesen Leitfaden im CuraCompact zu veröffentlichen.

Deutschland, Europa, ja die ganze Welt leidet unter der Corona-Krise. Viele Unternehmen liegen bereits bildlich auf der Intensivstation: Aufträge weggebrochen, Kurzarbeit beantragt, Perspektive ungewiss. In dieser unsicheren Lage braucht es schnell Transparenz und Maßnahmen, die die teils drastischen wirtschaftlichen Auswirkungen abfedern können. Die Unternehmensberater von Ebner Stolz aus Stuttgart haben einen Leitfaden für ein Krisenmanagement entwickelt. Diesen fanden wir hilfreich. Er gibt eine Struktur vor, mit deren Hilfe man auch als Praxis in dieser Ausnahmezeit alle Punkte im Blick halten kann, die notwendig sind, um handlungsfähig zu bleiben.

„Konsequente Entscheidungen und schnelles Reagieren auf sich dynamisch verändernde Situationen sind zentrale Erfolgsfaktoren“, schreibt einer der Autoren des Code Red. Die Consultants haben insgesamt sieben Themenfelder für ein effizientes Krisenmanagement in der aktuellen Corona-Krise identifiziert und hinterlegen hinter jedem Themenfeld eine Checkliste mit To-Do´s. Ohne Schnörkel und Volltext, einfach als Orientierung für Krisenmanager zum vollständigen Erfassen aller relevanten Aspekte und Handlungsfelder der Krise.

 

TOP 1: Etablierung eines Krisenmanagements

>> Um mit der Krise umzugehen, braucht jedes Unternehmen schnelle, fundierte Analysen und daraus abgeleitet clevere Weichenstellungen. Darum ist der erste Tagesordnungspunkt die Einrichtung eines Krisenstabs, der mit Vertretern des Top-Managements sowie etwaigen externen Experten besetzt sein sollte.

  • Review Krisen- und Business-Continuity-Pläne des Unternehmens
  • Gewährleistung effizienter Bewältigung bei Zwischenfällen
  • Festlegung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Zielen sowie Arbeitsweisen des Teams, regelmäßigen Jours fixes
  • Etablierung eines Mechanismus zur Meldung von kritischen Ereignissen
  • Identifizierung wesentlicher Entscheidungspunkte zur Eindämmung des Virus
  • Etablierung eines Schnellreaktionsprozesses / Quick-Response
  • Etablierung eines Plans für den Ersatz von ausfallendem Personal
  • Überprüfung von Ressourcen / Verfügbarkeit der Lieferanten und Bewertung des Betriebsrisikos
  • Überprüfung bestehender Versicherungen sowie der IT-Infrastruktur bezüglich Möglichkeiten an dezentralen Standorten zu unterstützen

Continue reading „Code Red – ein Leitfaden für den Krisenmodus“

comment Add Comment

Corona-Hilfspaket: Was können Praxen erwarten?

Der Schutzschirm für die Vertragsarztpraxen umfasst Leistungen, die aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (budgetierte Leistungen) honoriert werden, und Leistungen, die extrabudgetär bezahlt werden.

Die Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte sind in den Paragrafen 87a Abs. 3b S. 3 SGB V (extrabudgetäre Leistungen) bzw. § 87b Abs. 2a SGB V geregelt. Praxen mit Umsatzverlusten von zehn Prozent und mehr und einem pandemiebedingten Rückgang der Fallzahlen können einen Ausgleich für extrabudgetäre Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen oder ambulante Operationen erhalten. Für Radiologen gibt es nur sehr wenige Leistungen, die nicht budgetiert vergütet werden (z.B. Orthovolttherapie, Aufschläge für Untersuchungen bei onkologischen Patienten in Baden-Württemberg). Vergleichszeitraum ist das jeweilige Quartal des Vorjahres.

Für budgetierte Leistungen – und das ist die Masse in Radiologie und Nuklearmedizin – sieht das Gesetz vor, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang ausgezahlt wird. Die Krankenkassen müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu „normalen“ Zeiten. Sie dürfen auch im kommenden Jahr aufgrund eines geringeren Behandlungsbedarfs die MGV nicht kürzen. Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung im Rahmen der budgetierten Gesamtvergütung ist eine pandemiebedingte Fallzahlminderung in einem Umfang, der die Fortführung der Arztpraxis gefährden würde. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Fallzahlminderung vorliegt, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen im Benehmen mit den Krankenkassen zu treffen.

Continue reading „Corona-Hilfspaket: Was können Praxen erwarten?“

comment Add Comment

Stabilisierung der wirtschaftlichen Praxissituation

Auf der KBV-Seite konnte man am 27. April lesen, dass vertragsärztliche Praxen nach einer internen Weisung der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich kein Kurzarbeitergeld erhalten. Grund seien die im März durch den Bundestag beschlossenen Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte und Psychotherapeuten.

Die Ausgleichzahlungen wirkten wie eine Betriebsausfallversicherung, sodass die erforderlichen wirtschaftlichen Gründe für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld fehlten, heißt es in der internen Anweisung der Behörde. Raum für eine Zahlung von Kurzarbeitergeld bestehe folglich nicht. Die Aufregung war groß und die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mittlerweile Gespräche mit den Bundesagenturen für Arbeit durchgeführt. Dies auch vor dem Hintergrund, dass gem. § 87a Abs. 3b SGB V Leistungen aus dem Kurzarbeitergeld auf die Auszahlungen im Rahmen des Schutzschirms durch die KV angerechnet werden können.

Am Ende dieser Verhandlungen stand die interne Weisung der Bundesagentur für Arbeit an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom 7. Mai, dass Kurzarbeitergeld an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen und zwar ohne Ansehung der Tatsache, ob diese Vertragsärzte sind oder reine Privatpraxen unterhalten, weiter gezahlt und die vorliegenden Anträge mit sofortiger Wirkung bearbeitet werden.

Davon unabhängig ist die durch die KBV angekündigte Anrechnung dieser Leistungen auf Zahlung der Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen des sog. Rettungsschirms an Vertragsärzte. Die Anrechnung dieser Leistungen auf die Zahlung aus dem Rettungsschirm hat sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung ausdrücklich vorbehalten.

Continue reading „Stabilisierung der wirtschaftlichen Praxissituation“

comment Add Comment

Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren

Bereits im April hat das Netzmanagement eine Video-Unterweisung von Anette Butzmann mit dem Titel „Arbeitsschutz und Hygiene im Zeichen von Corona“ allen Radiologienetz-Praxen zum Download zur Verfügung gestellt. Hier konnten und können Praxen Orientierung für ihr Praxismanagement zu diesem Thema finden.

 

Was heißt das nun konkret für Risikogruppen innerhalb der eigenen Praxis?

Nach dem RKI sind Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, insbesondere folgende:

• Ältere Personen ab 50 Jahren
• Personen mit verschiedenen Grunderkrankungen wie z. B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen
• Personen mit unterdrücktem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z. B. Cortison)

 

Wie genau geht man als Praxis mit Partnern und/oder Mitarbeitern um, die zur Risikogruppe gehören?

Klar ist, dass ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz nur aufgrund der Zugehörigkeit zur Risikogruppe nicht zu rechtfertigen ist, zumal eine ärztliche oder auch nicht-ärztliche Tätigkeit in einer Arztpraxis immer ein gewisses Berufsrisiko durch den Umgang mit Patienten mit potentiell auch ansteckenden Krankheiten vorhanden ist. Ärzte können also nicht beispielsweise einfach ihre Zulassung ruhen lassen oder sich vertreten lassen. Was aber auch klar ist: in Praxen muss für die Risikogruppen eine Situation hergestellt werden, die das individuelle Risiko des einzelnen minimiert. Bei Patientenkontakt müssen die Risikogruppen daher besonders sorgfältig die Schutzmaßnahmen ergreifen, wie z.B. Nutzung von FFP2 Masken und Einhaltung von Mindest-Abständen zu anderen Personen. Für Mitarbeiter ohne Patientenkontakt, z.B. im Abrechnungsteam, können Homeoffice-Regelungen getroffen werden.

Continue reading „Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Viren“

comment Add Comment

Krisenmanagement in radiologischen Praxen

In einer Radiologienetz-Umfrage baten wir Anfang Mai die Mitgliedspraxen im Radiologienetz um Rückmeldungen und Einschätzungen. 34 Mitgliedspraxen nahmen teil.

 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Coronakrise die Nachfrage nach Untersuchungen kurzfristig enorm reduziert hat. Bei 42 % der antwortenden Praxen lag der Nachfragerückgang an Untersuchungen im April bei über 40 %. Im Bereich der Privatpatienten lag er noch deutlich höher. Hier blieben in 64 % der Praxen die Patienten weg (mehr als 40 % Rückgang). Seit Mai verzeichnet die große Mehrheit der Praxen (82 %) eine kontinuierlich stärker werdende Nachfrage, die jedoch noch weit weg vom Normalbetrieb ist. Die Hoffnung, bereits im Juni/Juli wieder auf das Schlagzahl-Niveau vor Corona zu kommen, hat mehr als die Hälfte der Befragten (55 %), die anderen rechnen längerfristig nicht damit. Negative wirtschaftliche Folgen, die noch zu den Honorarrückgängen durch die EBM-Reform addiert werden müssen, befürchten fast alle antwortenden Radiologen. Ein gutes Drittel ist der Meinung, dass sich durch Corona zusätzlich Einnahmeüberschüsse bzw. Gewinne um mehr als 20 % reduzieren werden. Als Hauptinstrumente im Krisenmanagement wurden reduzierte Öffnungszeiten, Kurzarbeit und die Schließung einzelner Abteilungen genannt.

Continue reading „Krisenmanagement in radiologischen Praxen“

comment Add Comment

Schwerpunkt Themenübersicht CuraCompact 1/20

In der aktuellen Ausgabe des CuraCompact Magazins 1/20 haben wir die EBM-Reform und das Thema Terminvereinbarung als Schwerpunkte bearbeitet. Aus aktuellem Anlass sind Informationen zum Thema Corona-Virus und der Umgang im Praxisalltag damit hinzu gekommen.

Zur Orientierung die Artikel zu den Themen hier im Überblick:

EBM-Reform

Und nun das Wetter: Tief Jens im Anflug – wenig Sonne, viele Wolken, gebietsweise stürmisch

Auswirkungen der EBM-Reform regional unterschiedlich

Weder Politik noch Standesvertretung KBV verstehen die Radiologie – Kommentar & Fazit

Terminvereinbarungen

Der Weg zum Termin – eine Befragung im Netz

Online-Termine für Arztpraxen: Telefonieren Sie noch oder buchen Sie schon?

Terminvereinbarung durch externe Callcenter

Corona-Virus

Update Corona – wie geht die Conradia intern mit dem Thema um?

Aus aktuellem Anlass: Corona in der Radiologie

comment Add Comment

Und nun das Wetter: Tief Jens im Anflug – wenig Sonne, viele Wolken, gebietsweise stürmisch

Erst im Februar legte das Orkantief Sabine weite Teile von Deutschland lahm. Auf die ambulante Radiologie könnte nun im Gefolge der EBM-Reform ab dem zweiten Quartal ein länger anhaltendes Tief zukommen.

„Wir sind froh, dass wir diese EBM-Reform jetzt abgeschlossen haben und das im Wesentlichen, ohne übermäßige Verwerfungen zu produzieren“. Für Radiologen müssen die Worte von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen Mitte Dezember 2019 angesichts dieser Ergebnisse wie Hohn klingen. Keine andere Arztgruppe hat in Bezug auf ihre Hauptleistungen Verluste im zweistelligen Prozentbereich zu tragen. Doch der Reihe nach:

Nach langen Verhandlungen haben sich Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband auf eine „kleine EBM-Reform“ zum 1. April 2020 verständigt. Zwar liegen die Anfänge der Reform schon lange zurück: Bereits 2012 beschloss der Bewertungsausschuss, Änderungen der vertragsärztlichen Gebührenordnung vorzunehmen. Eine Einigung wurde allerdings immer durch die Forderungen aus Politik und Krankenkassen nach Punktsummenneutralität verhindert.  Aus Sicht der Kassen sollten höhere Bewertungen bestimmter Leistungen durch die Abwertung anderer Leistungen gegenfinanziert werden. So stehen am Ende keine höheren Ausgaben bei der Gesamtvergütung zu Buche. Dabei stand immer schon im Fokus, die sogenannte „zuwendungsorientierte, sprechende Medizin“ zu Lasten der „kalten Apparatemedizin“ aufzuwerten.

Continue reading „Und nun das Wetter: Tief Jens im Anflug – wenig Sonne, viele Wolken, gebietsweise stürmisch“