Carotid artery stenting without embolic protection device: a single-center experience

Journal of Endovascular Therapy, Vol. 26, Februar 2019, S. 121-127
L. Garriboli et al., Negrar/Italien

Bei Patienten mit einer Stenose der A. carotis interna (ACI), bei denen wegen vermehrt geschwungenen ACI-Anteilen oder schwerer Atherosklerose keine „embolic protection devices“ (EPDs) vor dem Stenting eingesetzt werden konnten, zeigten sich nur in 50 % der Fälle zerebrale Läsionen, allerdings meist ohne klinische Symptome. Insgesamt traten bei 77 Patienten innerhalb von 30 Tagen nach Stenting ohne EPDs nur in 1,3 % der Fälle klinisch relevante Komplikationen auf.

Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war es, die Sicherheit hinsichtlich neurologischer Komplikationen und die Effektivität eines Stentings der ACI ohne EPDs zu eruieren. Zwischen Mai 2015 und Mai 2018 erhielten 77 Patienten ein Stenting (CAS) ohne EPDs. Es handelte sich um 60 Männer (77,9 %) und 17 Frauen (22,1 %), die einer Operation nicht zugänglich waren. Das Durchschnittsalter betrug 77 Jahre. 47 Patienten (61 %) hatten eine primäre ACI-Stenose, die anderen 30 Patienten (39 %) hatten eine Re-Stenose nach Thrombendarteriektomie (TEA).

Bei allen Patienten war die CAS erfolgreich, ohne dass unmittelbar neurologische Symptome auftraten. Kontrolluntersuchungen innerhalb von drei Monaten mittels Dopplersonographie ergaben keine signifikanten Re-Stenosen im Stent-Bereich. Nach sechs Monaten hatte ein Patient eine signifikante Re-Stenose (>70 %), die erfolgreich dilatiert werden konnte.

Die Kombinationsrate von Schlaganfall, Myokardinfarkt und Tod innerhalb von 30 Tagen betrug 1,3 %. Danach traten innerhalb von drei Jahren keine weiteren Komplikationen auf. Diese Methode ist besonders indiziert bei Patienten mit vermehrt geschwungenen Arterienanteilen und schwerster Atherosklerose.

Studien mittels diffusionsgewichteter MRT-Sequenzen zeigten bei Patienten mit EPDs in mehr als 70 % der Fälle neu aufgetretene zerebrale Läsionen, bei Patienten ohne EPDs nur in etwa 50 % der Fälle, jedoch meist ohne klinische Symptome. Dennoch sind EPDs nicht überflüssig. Wichtig ist die richtige Auswahl der Patienten.

 

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