Bildgebende Diagnostik zur Therapieplanung bei Lip- und Lymphödem

Handchirurgie, Mikrochirurgie, Plastische Chirurgie, Vol. 50, Dezember 2018, S. 386-392
K. Zetzmann et al., Erlangen

Während das Lipödem eine angeborene Fettgewebevermehrung in den Extremitäten mit unbekannter Genese ist, tritt ein sekundäres Lymphödem meist nach Malignom-Operationen auf. Das primäre Lymphödem ist oft mit weiteren kongenitalen Syndromen assoziiert. Diagnostisch kommen Sonographie, Lymphszintigraphie, SPECT-CT, MRT sowie die Fluoreszenz-Lymphographie zum Einsatz. Lymphödeme können durch rekonstruktive Verfahren (Lymphknoten-Transplantationen, lymphovenöse Anastomosen) behandelt werden.

Das Lipödem ist eine progrediente Erkrankung mit ungeklärter Genese und tritt vorwiegend bei Frauen auf. Es kommt zu einer Fettgewebevermehrung in den Extremitäten, die zum Ödem führen kann. Das Lymphödem dagegen ist Folge einer umschriebenen Lymphabflussstörung, die zu einer Fibrose des umliegenden Bindegewebes führen kann. Es ist oft mit anderen kongenitalen Syndromen assoziiert, das sekundäre Lymphödem wird meist durch Operationen von Malignomen hervorgerufen.

Durch Sonographie lässt sich der Grad der eingelagerten Flüssigkeit bestimmen. Bei der Lymphszintigraphie wird 99mTc an Albumin gekoppelt und subkutan ins Gewebe injiziert, wobei es lymphogen abtransportiert wird. Mittels SPECT-CT lassen sich funktionelle Auffälligkeiten mit anatomischen Strukturen abgleichen.

Die MRT kann sowohl Veränderungen der Cutis und Subcutis als auch eine Bindegewebefibrose darstellen, wobei insbesondere die Differenzierung von Fettgewebe und aufgestauter Lymphe mit einer T2-gewichteten Sequenz möglich ist. Man kann auch Gadolinium subkutan zwischen die erste und zweite Zehe injizieren, wobei eine zusätzliche Injektion von Ferumoxytol das venöse Signal auslöscht.

Zur Durchführung von lymphovenösen Anastomosen lassen sich durch CT-Angiographie die Anschlussgefäße darstellen. Bei der Fluoreszenz-Lymphographie wird mittels subkutan injiziertem Indocyaningrün eine Messung durch eine Laserkamera durchgeführt, wobei eine Eindringtiefe des Farbstoffs von 5-7 mm detektiert werden kann. Dies ist vor allem intraoperativ hilfreich.

Als chirurgische Maßnahme eines Lymphödems haben sich rekonstruktive Verfahren (Lymphknotentransplantation, lymphovenöse Anastomosen) etabliert. Durch die Liposuktion können bei fortgeschrittener Erkrankung sekundäre Gewebeveränderungen reduziert und die Schmerzsymptomatik erheblich verbessert werden.

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