Cardiac MRI for detecting left artrial/left artrial appendage thrombus in patients with atrial fibrillations: Meta-analysis and systematic review

Herz, Vol. 44, August 2019, S. 390-397
J. Chen et al., Wuhan/China

Für die Diagnostik eines Vorhofthrombus bei Patienten mit Vorhofflimmern, bisher eine Domäne für die transösophageale Echokardiographie (TEE), hat sich bei Prüfung verschiedener MRT-Protokolle bei 582 Patienten gezeigt, dass die cardiac-MRT (CMRT) im Vergleich zur TEE eine gute Methode darstellt und die DE-CMRT-Methode die besten Werte aufweist und dass bei Patienten mit KM-Allergie eine cine-MRT durchgeführt werden kann.

Vorhofflimmern (AF) ist eine der häufigsten Herzrhythmus-Störungen mit einer Prävalenz von ca. 2%. AF-bedingte Schlaganfälle stellen 60% aller durch Herzerkrankungen erfolgten Schlaganfälle dar und 1,5% der AF-Patienten haben eine Antikoagulantien-Therapie erhalten. Die transösophageale Echokardiographie (TEE) ist der Goldstandard für die Diagnose eines Vorhofthrombus (VT) mit einer Sensitivität von 100% und einer Spezifität von 99%. Wegen des deutlichen Aufwandes für die Patienten gilt als Alternative die CT- bzw. MRT-Untersuchung des Herzens. In der vorliegenden Studie wurde eine Metaanalyse und eine systematische Prüfung der Patienten mit Vorhofflimmern erstellt, und zwar hinsichtlich eines Vergleichs von unterschiedlichen Herz-MRT-Untersuchungen und TEE bei der Diagnostik eines Vorhofthrombus.

Es konnten 582 Patienten aus sieben Publikationen ausgewertet werden. Es handelte sich um 406 Männer (69,7%) und 176 Frauen (30,3%) mit einem Durchschnittsalter von 63,4 Jahren. Die Häufigkeit von VT betrug 8,8% (51 Patienten). Ausgewertet wurden: cardiac computed tomography (CCT), cardiac magnetic resonance imaging (CMRT), contrast-enhanced MR-Angiography (CE-MRA), equilibrium phase delayed enhancement CMRT (DE-CMRT), cine-CMRT. Bei der diagnostischen Auswertung mittels CCT betrugen die Werte für die Sensitivität 96%, für die Spezifität 92% und für die Genauigkeit (accuracy) 94%. Für die CMRT sind die entsprechenden Werte 80%, 99,5%, 97%, für die DE-CMRT 100%, 99%, 94,4%, für die cine-CMRT 91%, 93%, 94%.

Insgesamt ist festzustellen, dass bei Patienten mit Vorhofflimmern die diagnostische Beurteilung zur Erkennung von Vorhofthromben durch die CMRT im Vergleich zur TEE ein gutes Verfahren ohne Nebenwirkungen darstellt. Die cine-CMRT kann bei Patienten eingesetzt werden, die gegen KM allergisch sind. Die höchste Sensitivität, Spezifität und Genauigkeit zeigt allerdings die DE-CMRT.


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Clinical outcomes with endoscopic resection of lumbar extradural cysts

1Journal of Spine Surgery,
August 2019, 12 Seiten,
http://jss.amegroups.com/article/view/4714
S. Hellinger et al., München,
Tucson/USA

Bei Patienten mit schmerzhaften intraspinalen, extraduralen Facettengelenk-Zysten jedweder Art, durch MRT diagnostiziert, die eine Dekompressions-Operation benötigen, können mit einer neuen Methode der endoskopischen Zysten-Resektion ohne wesentliche Traumatisierung, ohne Vernarbung der posterioren spinalen segmentalen Strukturen und ohne dass eine mikrochirurgische Hemilaminektomie durchgeführt werden muss, behandelt werden. 77,1% der 48 behandelten Patienten hatten ein gutes Ergebnis.

Die Diagnose einer schmerzhaften intraspinalen Zyste basiert auf Anamnese, klinischer Untersuchung und MRT, deren Sensitivität ca. 90% beträgt (CT nur 70%). Typische Diagnosen sind: Extradurale Arachnoidzysten, perineurale Zysten, Dermoid-Zysten, Neurofibrome mit zystischer Degeneration sowie Synovial- oder Ganglion-Zysten. Diese Zysten entwickeln sich aus den Facetten-Gelenken und sind oft mit einer Wirbelsäulen-Instabilität verbunden, wobei sie meist in dem mobilsten Segment L4/5 vorkommen. Eine bildgebend geführte Nadelaspiration der Zysten hat keinen endgültigen Erfolg.

In der vorliegenden Studie wurde mittels einer neuen endoskopischen Technik die Resektion der extraduralen Facettengelenk-Zysten zur Dekompression vorgeführt, um diese degenerativen Lumbalaffektionen effektiv behandeln zu können, bevor ein großer translaminärer Eingriff einschließlich Laminektomie oder Fusions-Operation in Betracht gezogen wird.

Es wurden 48 Patienten in die Studie aufgenommen, 26 Frauen (54,2%) und 22 Männer (45,8%) mit einem Durchschnittsalter von 60,6 Jahren (30-91 Jahre). Bei allen Patienten zeigte die MRT foraminale oder laterale Rezessus-Stenosen mit „Facetten-Zysten“. Gleichzeitig sollte mittels der MRT der mögliche Nachweis einer subklinischen Instabilität der Facetten-Gelenke geführt werden (verdicktes Ligamentum flavum sowie ein erweiterter Gelenkspalt >2 mm mit Flüssigkeitsansammlung). Bei jedem Patienten wurden laterale, dynamische Röntgenaufnahmen der LWS in Extension und Flexion angefertigt.

Bei vergeblicher konservativer Behandlung oder bei schweren neurologischen Defiziten muss eine Dekompressions-Operation durchgeführt werden. Die Autoren hatten sich für die endoskopische Beseitigung der Synovial-Zysten entschieden, mittels zweier Methoden: die transforaminale und die interlaminare Methode, die beide ausführlich beschrieben werden. Bei den 48 Patienten war die folgende Höhenverteilung der Zysten festzustellen: L3/4 = 12,5%, L4/5 = 66,7%, L5/S1 = 18,8%, Th9/10 = 2,1%. 40 Patienten zeigten zwei Jahre nach der OP eine exzellente oder gute Besserung. Nur sechs Patienten (12,5%) wiesen postoperativ eine Dysaesthesie auf, Ein Patient (2,1%) hatte eine Rezidiv-Herniation, bei einem Patienten hatte sich die Neuropathie nicht verbessert. Eine unbegrenzte Gehstrecke lag präoperativ bei 33% der Patienten, postoperativ bei 81,3% der Patienten vor.

Die Patienten mit postoperativ guten Ergebnissen hatten eine signifikante Assoziation mit einer lumbalen Facetteninstabilität, die mittels MRT nachgewiesen wurde. Mittels der neuen endoskopischen Methoden, die bei 37 Patienten (77,1%) exzellente bzw. gute Ergebnisse zeigten, kann jede synoviale Zyste mit minimaler Traumatisierung, ohne Vernarbung der posterioren spinalen segmentalen Strukturen reseziert werden. In geübter Hand kann sie die traditionelle mikrochirurgische Hemilaminektomie ersetzten.


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Clinical correlates of longitudinal MRI changes in CADASIL

Journal of Cerebral Blood Flow and Metabolism, Vol. 39, Juli 2019, S. 1299-1305
Y. Ling et al., Shanghai, Paris, München

CADASIL, eine genetisch bedingte zerebrale small vessel disease, entwickelt sich allmählich über Jahrzehnte. (MRT-)Kriterien sind Lacunen, Mikroblutungen, Hirnatrophie, Demenz. Im Laufe von drei Jahren nahmen diese Merkmale deutlich zu, wobei die Anzahl der Lacunen und die Hirnatrophie die wichtigsten Merkmale für eine klinische Verschlechterung darstellen.

CADASIL (cerebral autosomal dominant arteriopathy with subcortical infarcts and leucoencephalopa-thy), verursacht durch Mutation des NOTCH3-Gens, ist die häufigste hereditäre zerebrale small vessel disease (SVD). Die Manifestation entwickelt sich über Jahrzehnte und schließt Migräneattacken, Stimmungsschwankungen, Schlaganfall und progressive kognitive Schwäche ein. In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, wie die Veränderungen der SVD mit MRT-Merkmalen und mit klinischer Verschlechterung assoziiert sind.

Es wurden 160 Patienten in die Studie aufgenommen. Dabei handelte es sich um 84 Frauen (52,5%) und um 76 Männer (47,5%). Das Durchschnittsalter betrug 49,6+/-10,7 Jahre. Bei allen Patienten wurde die Diagnose CADASIL mittels Genuntersuchung gesichert. Das MRT-Protokoll umfasste dreidimensionale T1-gewichtete Bilder sowie axiale Schnitte mittels Flair-Bildern und T2-(Stern-)gewichtete gradient-echo-Bilder. Die durchschnittliche Kontrollzeit betrug 3,1+/-0,2 Jahre. Innerhalb dieser Zeit ereignete sich ein Schlaganfall bei 21 von 160 Patienten (13,1%). Moderate oder schwere Behinderungen zeigten sich bei sieben von 142 Fällen (4,9%), und eine Demenz hatten 17 von 145 Patienten (11,7%). Nach diesen drei Jahren konnte eine signifikante Zunahme der Anzahl von Lacunen, eine Zunahme des Volumens der weißen Substanz, eine Zunahme der Anzahl von Mikroblutungen und eine signifikante Zunahme der Hirnatrophie beobachtet werden. Die Demenzrate erhöhte sich von 9,4% auf 20%. Vorhandene Demenz und das Auftreten von Behinderungen waren signifikant assoziiert mit einer Hirnatrophie.

Es zeigte sich, dass bei allen 160 CADASIL-Patienten eine signifikante Progression der Hirnatrophie und eine Zunahme der subkortikalen cerebrovaskulären Läsionen in der Kontrollzeit von drei Jahren gemessen wurden. Darüber hinaus konnte eruiert werden, dass bei der konventionellen MRT die Hirnatrophie und die vorhandenen Lacunen diejenigen Marker sind, die sich signifikant auf die klinischen Veränderungen nach drei Jahren beziehen.


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Risk of acute kidney injury with consecutive, multidose use of iodinated contrast in patients with acute ischemic stroke

American Journal of Neuroradiology,
Vol. 40, April 2019, S. 652-654
Z. Y. Jia et al., Nanjing/China

Bei 181 Patienten mit einem akuten Schlaganfall, die mittels CTA und/oder DSA untersucht wurden, sollte die Wirkung von jodiertem KM auf die Nierenfunktion untersucht werden. 87 Patienten (48%) erhielten eine CTA, 94 Patienten (52%) eine CTA + eine DSA. Eine Nierenfunktionsstörung (AKI) zeigte sich in der CTA-Gruppe bei zwei Patienten (2,3%), bei der CTA+DSA-Gruppe bei sieben Patienten (7,4%). Insgesamt zeigte sich kein signifikanter Anstieg einer AKI nach Gabe von jodiertem KM.

In der vorliegenden Studie sollte prospektiv die Wirkung von mehrfach verabreichtem jodierten KM auf die Niere bei Patienten mit einem akuten Schlaganfall untersucht werden. Von September 2016 bis September 2017 wurden 181 Patienten untersucht. Zum Einsatz kam bei 87 Patienten (48%) die CTA. Es handelte sich um 28 Frauen (32,2%) und um 59 Männer (67,8%) mit einem Durchschnittsalter von 66,5+/-11,4 Jahren. Bei 94 Patienten (52%) kamen CTA und DSA zur Anwendung. Es handelte sich hierbei um 37 Frauen (39,4%) und um 57 Männer (60,6%) mit einem Durchschnittsalter von 67,2+/-13,0 Jahren.

Eine akute Nierenfunktionsstörung (AKI) wurde angenommen, wenn der Kreatinin-Wert 48 Std. nach KM-Gabe um mehr als 25% über den Basis-Wert angestiegen war. Die KM-Mengen lagen bei 95+/-6,85 ml bei Patienten mit CTA und bei 187,04+/-15,68 ml bei Patienten mit CTA und DSA. Der durchschnittliche Kreatinin-Wert vor der Untersuchung betrug bei der CTA-Gruppe 0,84+/-0,21 mg/dl, bei der CTA+DSA-Gruppe 0,90+/-0,36 mg/dl. Zwei Patienten in der CTA-Gruppe (2,3%) erfüllten die Kriterien für eine AKI, bei der CTA+DSA-Gruppe waren es sieben Patienten (7,4%). Der durchschnittliche Kreatinin-Level bei Patienten mit AKI stieg an um 0,24+/-0,06 mg/dl in der CTA-Gruppe und um 1,17+/-2,42 mg/dl in der CTA+DSA-Gruppe.

Insgesamt erhöhte die mehrfach verabreichte Dosis von KM bei Patienten mit CTA oder CTA + DSA bei einem akuten Schlaganfall, mit Ausnahme von Einzelfällen, nicht signifikant die Anstiegsrate von AKI bei diesen Patienten.


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Gadolinium enhancement of the aneurysm wall in unruptured intracranial aneurysms is associated with an increased risk of aneurysm instability: A follow-up study

American Journal of Neuroradiology,
Vol. 40, Juli 2019, S. 1112-1116
M. D. J. Vergouwen et al., Utrecht, Rotterdam, Amsterdam

65 nicht operierte intrakranielle Aneurysmen wurden mittels MRT-A (3T- bzw. 7T-Geräte) auf ihre Stabilität bzw. Instabilität untersucht. Dabei bedeutet Instabilität ein Größenwachstum >1 mm oder eine Ruptur. Bedeutsam ist ein Wand-Enhancement des Aneurysmas im MRT, wobei von 19 dieser Patienten zwei eine Größenzunahme und zwei eine Ruptur aufwiesen. Von 46 Aneurysmen ohne Wand-Enhancement zeigte sich in keinem Fall eine Instabilität.

Die Prävalenz von nicht-rupturierten intrakraniellen Aneurysmen bei Erwachsenen beträgt ca. 3%. Das vorhersagbare Risiko einer Aneurysma-Ruptur ist heute bedingt durch die Größe und die Lokalisation sowie durch das Alter der Patienten. Die kleinen Aneurysmen werden in der Regel nicht behandelt, da das Rupturrisiko geringer ist als das Behandlungsrisiko. In der vorliegenden Langzeitstudie sollte untersucht werden, ob eine Gadolinium-Anreicherung in der Aneurysma-Wand assoziiert ist mit einem Größenwachstum oder einer Ruptur des Aneurysmas.

Es wurden 57 Patienten mit 65 nicht-rupturierten intrakraniellen Aneurysmen in die Studie aufgenommen und durchschnittlich 27 Monate (20-31 Monate) kontrolliert. Es handelte sich um 19 Aneurysmen (davon 79% bei Frauen) mit Wand-Enhancement und um 46 Aneurysmen (80% Frauen) ohne Wand-Enhancement. Das Alter der Patienten lag zwischen 47 und 68 Jahren.

Zur Diagnostik wurden 3T- bzw. 7T-MRT-Geräte eingesetzt, aber auch CT-Geräte. Eine Aneurysma-Instabilität lag vor bei einem Größenwachstum >1 mm oder bei Ruptur des Aneurysmas. Von den 19 Aneurysmen mit Wand-Enhancement zeigten vier Patienten (21,1%) eine Instabilität (zwei Patienten ein Größenwachstum, zwei Patienten eine Ruptur). Aneurysmen ohne Wand-Enhancement zeigten in keinem Fall eine Instabilität.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass ein Enhancement der Aneurysma-Wand assoziiert ist mit einem zunehmenden Risiko eines Größenwachstums mit Folge einer Aneurysma-Ruptur.


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Superior vena cava cancerous thrombus due to squamous cell tongue cancer: Virchow’s triad at its worst version

Thrombosis and Haemostasis,
Vol. 119, April 2019, S. 512-514
J. Papanikolao et al., Trikala,
Larissa/Griechenland

Es wird zum ersten Mal über ein Zungengrund-Karzinom berichtet, bei dem eine Herztamponade auftrat in Folge eines mobilen Thrombus im rechten Vorhof, dessen Ursprung in der oberen Cava lag. Gleichzeitig wiesen die beiden internen Jugular-Venen und die V. brachiocephalica Tumorthromben auf, und es lagen Lungenembolien vor. Der Patient verstarb nach Perikard-Punktion (1.200 ml), wahrscheinlich durch die akute Druckentlastung des Herzens mit Prolaps des Thrombus in den re. Vorhof.

Fallbeschreibung: Ein 48-jähriger Mann, seit sechs Monaten mit einem wenig differenzierten Plattenepithel-Ca der Zunge erkrankt, zeigte klinische und echokardiographische Zeichen einer Herztamponade, gleichzeitig Zeichen eines V. cava sup.-Syndroms (beidseits ödematöse Arme sowie Gesichtsröte). Eine Perikard-Punktion ergab 1.200 ml haemorrhagische Flüssigkeit. Danach zeigte sich zeitweise eine klinische Verbesserung. Die Echokardiographie (EK) ergab einen mobilen Thrombus im re. Vorhof, der erheblich elongiert war und dessen Ursprung in der oberen Cava lag. Darüber hinaus zeigte sich auch in den internen Jugularvenen je ein Thrombus, bedingt durch Invasion der umgebenden metastatischen Lymphknoten. Die CTA bestätigte diese Befunde. Zusätzlich zeigten sich Lungenembolien. Der Patient erhielt Anti-Koagulantien, er verstarb jedoch vor weiteren therapeutischen Maßnahmen.

Dies ist der erste beschriebene Fall einer Thrombose in der V. cava sup. bei einem Patienten mit einem Zungenkarzinom. Alle drei Virchow-Komponenten waren vorhanden: metastatischer perikardialer effusionsinduzierter Blutstau, Gefäßinvasion des Tumors und maligne-assoziierte Hyperkoagularität. Möglicherweise hat die abrupte Druckentlastung durch die Perikard-Punktion bewirkt, dass der Thrombus in den re. Vorhof prolabierte mit der fatalen Folge von Lungenembolien. Somit sollte eine frühe Ultraschall-Untersuchung des Herzens bei Patienten mit einem V. cava sup.-Syndrom durchgeführt werden.


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Journal of Endovascular Therapy, Vol. 26, Juni 2016, S. 283-287

Journal of Endovascular Therapy,
Vol. 26, Juni 2016, S. 283-287
M. Brodmann et al., Graz, Münster, Austin/Texas

Bei 21 Patienten mit einer verkalkten Stenose unterschiedlichen Ausmaßes im Bereich der A. femoralis communis (AFC) wurde mittels eines Lithotrypters der Kalk zertrümmert und danach mit einem integrierten Ballon das Lumen dilatiert. Vor und nach der Prozedur wurden Röntgenbilder und CTAs angefertigt. In allen Fällen war die Prozedur erfolgreich ohne Komplikationen. Die durchschnittliche Stenosengröße wurden von durchschnittlich 72% auf 21% reduziert.

Der Schlüssel für die Entstehung von atherosklerotischem Gewebe in der A. femoralis communis (AFC) ist typischerweise die hohe Kalkkonzentration. Traditionsgemäß gilt als Standardtherapie die Endarterektomie (CFE), die aber mit einer Mortalität von 3-4% einhergeht. Endovaskuläre Eingriffe haben eine kürzere Öffnungsrate und eine höhere Rezidivrate als Operationen. Die intravaskuläre Lithotrypsie (IVL) ist eine kürzlich eingeführte Alternative zur OP und zur endovaskulären Therapie. IVL benutzt gepulste „sonic“-Druckwellen, die den Kalk zerbrechen. Sie schont die Intima und die Media und behindert keineswegs zukünftige chirurgische Eingriffe. Es sollten in dieser Studie aus drei Zentren die Sicherheit und die Effektivität dieses IVL-Systems festgestellt werden.
Von August 2015 bis März 2018 wurden 21 Patienten in die Studie aufgenommen. Es handelte sich um 16 Männer (76,2%) und um fünf Frauen (23,8%) mit einem Durchschnittsalter von 71,9+/-10,1 Jahren. Der durchschnittliche Gefäßdurchmesser betrug 6,1+/-0,8 mm (4,5-7,5 mm), der durchschnittlich kleinste Gefäßdurchmesser 1,7+/-0,7 mm (0,0-2,8 mm), das entspricht einer Stenose von 72,3%. Die durchschnittliche Länge der Stenose lag bei 37,8+/-16,7 mm (12,0-72,7 mm).

15 Patienten hatten eine erhebliche Verkalkung mit einer durchschnittlichen Länge von 16,6 mm (größer als die Stenosenlänge), sechs Patienten hatten eine geringe Verkalkung. Das IVL-System besteht aus einem Generator (Energie: 3 KV), einem Kabel, einem Katheter und einem integrierten Ballon (60 mm lang). Dieses System emittiert 1 Puls/sec. Wenn der Kalk zertrümmert ist, wird der Ballon mit 6 atm aufgepumpt bis das gewünschte Lumen erreicht ist. Vor der Prozedur wurden entsprechende Röntgen- und CTA-Aufnahmen angefertigt.

Bei allen 21 Patienten war die Prozedur erfolgreich: Der Gefäß-Durchmesser stieg von 1,7+/-0,7 mm auf 4,8+/-1,1 mm, die Stenose reduzierte sich von 72,3+/-12,8% auf 21,3+/-10,7%. Die AFC war nach der Prozedur in allen Fällen offen, es zeigte sich keine Perforation, keine distale Embolisation, kein Thrombus und kein akuter Verschluss. Somit ist die IVL eine sichere und effektive Maßnahme zur Behandlung von verkalkten Stenosen der AFC.


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Growth of pituitary macroadenomas postpartial resection: Implications for adjuvant radiotherapy

Journal of Neurological Surgery, Part B. Skull Base, Vol. 80, Juni 2019, S. 223-226
V. Panet-Raymond et al., Quebec/Canada

Makroadenome der Hypophyse werden transsphenoidal operiert, wobei wegen der Adenomgröße nicht immer eine totale Entfernung möglich ist. Von 81 postoperativen, mittels MRT volumetrisch gemessenen Resttumoren zeigte sich bei 31 Patienten eine durchschnittliche Größenzunahme von 0,45 ml/Jahr. Zur Rezidivprophylaxe wurde bei zwei Patienten eine Radiotherapie durchgeführt, bei sieben Patienten eine zweite Operation. Bei Tumoren mit einem Restvolumen von >3,95 ml, als einzigem Vorhersagefaktor für ein Rezidiv, kommt es zu einem deutlichen Größenwachstum, sodass diese Tumoren zusätzlich einer Radiotherapie zugeführt werden sollten.

30-35% der Hypophysen-Adenome sind klinisch stumm. Diese stummen Makroadenome (NFMA) stellen ca. 15% aller Hypophysentumoren dar. Erste therapeutische Maßnahme ist die transsphenoidale Operation, die aber bei großen Tumoren nicht immer vollständig ist. Anhängig von der Größe des Resttumors ergibt sich nach fünf Jahren eine Größenzunahmerate von 30%, nach 10 Jahren von 50%. Die Radiotherapie (RT) ist eine gute Option, um ein Größenwachstum des Resttumors zu verhindern. Da eine zweidimensionale Messung zur Bestimmung der Tumorgröße nicht ausreichend ist, sollte in der vorliegenden Studie mittels MRT die Tumorgröße durch eine volumetrische Messung exakt bestimmt werden, um einen korrekten Vergleich zwischen prä- und postoperativem Zustand zu erreichen, wobei gleichzeitig auch der Benefit für eine RT evaluiert werden sollte.

Zwischen 1995 und 2010 wurden 31 operierte Patienten in die Studie aufgenommen. Es handelte sich um 19 Männer (61%) und 12 Frauen (39%) mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren (33-77 Jahre). Das durchschnittliche Resttumorvolumen betrug 1,65 ml (0,19-19,79 ml), die durchschnittliche Größenzunahme 0,45 ml/Jahr bei einer durchschnittlichen Kontroll-Untersuchungszeit von 4,4 Jahren (1,5-7,3 Jahre). Insgesamt wurden 81 postoperative MRTs volumetrisch ausgewertet.

Eine Größenzunahme wurde mittels Volumetrie bei 95% der Patienten gefunden, mittels Planimetrie nur bei 64% der Patienten. Neun Patienten (29%) erhielten eine „salvage“-Behandlung: Radiotherapie bei zwei Patienten, eine nochmaligen Resektion bei sieben Patienten. Die Rate des Größenwachstums korrelierte positiv mit dem postoperativen Volumen (P>0,001). Keine Beziehung ergaben Alter, Geschlecht oder die planimetrische Größe. Es konnte gezeigt werden, dass Patienten mit einem postoperativen Restvolumen >3,95 ml (als einzigem Vorhersagefaktor) zu weiterem Größenwachstum neigen und eine „salvage“-Behandlung erforderlich machen.


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Stille Post: „Was haben wir denn da?“

 

 

 

 

 

Es gibt sie – die Momente, in denen Radiologen stirnrunzelnd vor Röntgenaufnahmen grübeln, was ihren Patienten wohl widerfahren ist. Da befinden sich Gegenstände jeglicher Form und Funktion in menschlichen Körpern – teilweise ist es geradezu ein Wunder, dass die Patienten diese ungewöhnlichen Verletzungen überlebten und teilweise sehr erstaunlich, wie die Fremdkörper wohl bis in das tiefste Innere vordringen konnten.

Da wäre einmal ein höflicher Herr aus Südafrika, der mit einer Schere im Kopf die Notaufnahme betrat und Hilfe für sein „kleines Problem“ erbat. Ein Betrunkener hatte ihm das Schnittwerkzeug in den Schädel gerammt. Oder der Fischer aus Brasilien, ebenfalls durch die Augen hindurch tief im Kopf verletzt von seiner eigenen Harpune, welche er versehentlich beim Reinigen auf sich selbst abschoss. Auch eine Kettensäge verfing sich tief zwischen Hals und Schulter eines jungen Südafrikaners und eine Gartenschere wurde einem 85-Jährigen zum Verhängnis. Er hatte sich beim Sturz im Grünen die Schere durch ein Auge bis in die Kehle gerammt. Der zweite Griff und die Klingen traten aus seinem Auge heraus. Er konnte durch die Ärzte per Operation gerettet werden. Weniger spektakulär muten da schon fast Nägel an. Ein 30-jähriger Pole jedoch jagte sich einen fünf Zentimeter langen Nagel mit der Nagelpistole beim Teppichverlegen direkt ins Herz.

Neben dem Kopf gelangen diverse Gegenstände auch in den Magen und den Darm, die für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Beginnen wir mit dem Verlobungsring, den die glückliche Angebetete wohl übersehen hatte und kurzerhand mit dem Kuchen hinunterschluckte. Bei einem anderen Herrn fanden die Ärzte eine Gabel, die nicht nur leckere Speisen beförderte, sondern gar selbst in der Speiseröhre landete. Der gute Rat vom Arzt: Gieriges Hinunterschlingen gefährdet die Gesundheit.

Ansonsten offenbaren die Röntgenbilder immer wieder auch längliche Gemüse, Dosen, Flaschen und Gegenstände aus hautfreundlichem Gummi, die anfangs wohl für großes Vergnügen sorgen, später dann zu großen Unannehmlichkeiten führen.

Welchen Schluss ziehen wir daraus? Unsere fachlich brillanten Aufnahmen sind Zeitzeugen der Kuriosität des Lebens und der Kreativität der Menschen. Und sie helfen selbstverständlich, das Leben in all seiner Fülle zu erhalten.

Machen Sie mit!

Wir suchen die verrücktesten Aufnahmen und kuriose Begebenheiten im Radiologienetz.
Senden Sie uns gern Fotos und eine kurze Story dazu an netzmanagement@curagita.com. Die „besten“ Stories präsentieren wir dann in der nächsten Ausgabe.
Zu gewinnen gibt es eine kleine Nervennahrung für das Team.

Direkt, online – Conradia Radiologie München lanciert Portal für Zuweiser

Seit Sommer bietet Conradia Radiologie München 50 Zuweisern einen sehr guten Service zur Bereitstellung von Befund- und Bilddaten. Erste Bilanz: positive Feedbacks und zunehmende Nutzung.

Zum besonderen Service für Zuweiser gehört die schnelle Bereitstellung von Befunden und Bildern. Die just-in-time Übermittlung der Daten in sehr guter Auflösung bietet dabei auf jeden Fall einen Mehrwert in der Kooperation. Insbesondere im großstädtischen Umfeld kann sie ein Pfund sein, um Zuweiser langfristig an die radiologische Praxis zu binden. Aber auch in weniger wettbewerbsintensiven Lagen hilft ein solches Portal, auf beiden Seiten, Radiologie und zuweisender Praxis, die Prozesse zu verschlanken und zu beschleunigen.

Wichtig bei der Einführung eines solchen Services ist natürlich die Kommunikation, um der Zielgruppe die Vorteilhaftigkeit schmackhaft zu machen und mögliche Berührungsängste oder Antrittshürden zu nehmen. Zunächst muss der Nutzen kommuniziert werden. Beispielsweise sind im neuen Portal auch die Datensätze aus den Voruntersuchungen der Patienten hinterlegt. Das heißt, dass Zuweiser künftig eine Art Archivfunktion durch das Portal haben und einfach auf Verläufe zugreifen können. Und in Sachen Usability haben sich die Entwickler ins Zeug gelegt – das Portal ist einfach im Handling, vielseitig kompatibel und entspricht neuesten Sicherheitsstandards auf dem Gebiet der Datensicherheit.

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