Ambulante telemedizinische Leistungserbringung

Die Bundesregierung hat dem Parlament den Bericht des Bewertungsausschusses für die ärztlichen Leistungen zur Überprüfung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) auf die Möglichkeit zur ambulanten telemedizinischen Leistungserbringung vorgelegt.

In der Zusammenfassung dieses Berichts des Bewertungsausschusses heißt es, bereits seit 1. April 2016 werde die Erbringung der telemedizinischen Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defbrillators und eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie im Einheitlichen Bewertungsmaßstab vergütet. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 wurde die Bewertung dieser Leistungen mit dem Ziel modifiziert, dem unterschiedlichen Aufwand bei der Funktionsanalyse von Herzschrittmachern, Kardiovertern bzw. Defi brillatoren und von implantierten Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie Rechnung zu tragen, wobei die telemedizinischen Funktionsanalysen bisher noch in eher geringem Umfang erbracht werden. Weiterhin nicht Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes sind demnach Elemente des Telemonitorings.

Seit 1. April 2017 wird auch die telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen im EBM vergütet. Die Einholung eines radiologischen Telekonsils umfasst die konventionelle Radiologie und die CT-Untersuchungen. Dynamische Röntgenuntersuchungen wie z.B. Angiographien sind von einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung allerdings ebenso ausgeschlossen wie MRT-Untersuchungen.

Ebenfalls zum 1. April 2017 wurde die Videosprechstunde zur Verlaufskontrolle von Erkrankungen in den EBM aufgenommen, sofern eine Erstbegutachtung durch dieselbe Arztpraxis, z.B. in einem der beiden Vorquartale im persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt, erfolgt ist. Die Videosprechstunde kann von einer Vielzahl von Facharztgruppen in einem definierten Indikationsspektrum durchgeführt werden. Videosprechstunden können erfolgen zur visuellen Verlaufskontrolle von Operationswunden, sonstigen Wunden, Dermatosen, zur visuellen Beurteilung von Bewegungsstörungen, auch nervaler Genese, zur Beurteilung der Stimme und des Sprechens sowie zur anästhesiologischen, postoperativen Verlaufskontrolle.

Vergütet werden zum einen die Kosten, die durch die Nutzung eines Videoanbieters entstehen. Arzt-Patienten-Kontakte im Rahmen einer Videosprechstunde sind Bestandteil von Versicherten- und Grundpauschalen, es sei denn, dass im Behandlungs- oder Arztfall kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat. In diesen Fällen erfolgt die Vergütung über eine gesonderte Leistung.

Telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen und telemedizinische Videosprechstunden wurden laut des Berichts im beobachteten Zeitraum vom 1. April 2017 bis zum 31. Dezember 2017 noch nicht in nennenswertem Umfang erbracht, wobei allerdings auch die technischen Voraussetzungen für eine telemedizinische Leistungserbringung zum 1. April 2017 nur in geringem Umfang vorhanden gewesen seien. Die weitere Entwicklung bleibe hier abzuwarten.

Für die Übermittlung elektronischer Briefe wurde mit der Richtlinie vom 8. Dezember 2017 eine Übergangsregelung bis längstens zum 30. Juni 2019 vereinbart, die wie bisher eine Zahlung von insgesamt 55 Cent für jeden elektronisch übermittelten Brief vorsieht. Als eine Anwendung auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2018 Vereinbarungen zum Notfalldatenmanagement getroffen, die jedoch auf Grund der bisher fehlenden technischen Voraussetzungen derzeit noch nicht abgerechnet werden können. Zu weiteren Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte finden derzeit in den Gremien des Bewertungsausschusses Beratungen zum elektronischen Medikationsplan und zur elektronischen Patientenakte inklusive elektronischem Patientenfach statt.

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