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Abrechnung ambulanter radiologischer Leistungen für Krankenhaus-Notfälle

Die ambulante Notfallversorgung durch Vertragsärzte sowie Krankenhäuser zählt gemäß Paragraf 2 Absatz 2 Nummer 4 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) zur vertragsärztlichen Versorgung. Die Behandlung im Rahmen der ambulanten Notfallversorgung ist darauf ausgerichtet, den Patienten bis zur nächstmöglichen regulären ambulanten oder stationären Behandlung ausreichend und zweckmäßig zu versorgen. Aus diesem Grund ist die ambulante Notfallversorgung auf das hierfür Notwendige zu beschränken. Sie umfasst alle diagnostischen und therapeutischen Leistungen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Erkrankung oder Verletzung stehen, die den Notfall begründen.

Dass es hier in der Praxis durchaus mal zu Missverständnissen in der Zusammenarbeit der Krankenhaus-Ärzte mit den niedergelassenen Kollegen in der im bzw. am Krankenhaus ansässigen radiologischen Praxis kommen kann, zeigte sich neulich in einem Beratungsprojekt. Dieses Projekt nehmen wir zum Anlass einer näheren Beleuchtung möglicher Konstellationen und ihrer abrechnungstechnischen Konsequenzen. 

Die Überweisung echter Notfallpatienten

Vom Notfallpatienten spricht man dann, wenn der Patient außerhalb der Dienstzeit des niedergelassenen Arztes in die Notaufnahme eines Krankenhauses kommt. Angenommen, der Notfallpatient benötigt bildgebende Überweisung, stellt das Krankenhaus einen Notfall-Überweisungsschein aus. Die radiologische Praxis erstellt die Aufnahmen und rechnet diese gegenüber der KV ab.

Etwas komplexer wird die Situation, wenn der Patient längere Zeit am selben Tag in der Notaufnahme bleibt, da neben der Erstversorgung mit Röntgen z.B. noch ein CT oder weitere Röntgenbilder benötigt werden. Nun entsteht folgendes Problem: Der Notfallschein wird mit der Erstanforderung einer Röntgenaufnahme über eine Kost-ID abgerechnet und ist damit abgeschlossen. Wird weitere Bildgebung beauftragt, ist für die Radiologie der Zusammenhang nicht unbedingt automatisch erkennbar und sie berechnet die Folgeuntersuchungen dem Krankenhaus direkt. Hier können Krankenhäuser vorbeugen, in dem sie entweder
• auf dem Überweisungsschein „Mit-/Weiterbehandlung“ statt „Auftrag“ ankreuzen. Dann kann die radiologische Praxis mehrere Untersuchungen über diesen Notfallschein berechnen.
• Oder das Krankenhaus stellt in der Notaufnahme einen weiteren Notfall-Überweisungsschein aus. Die KV wird diese Fälle klammern. Dies betrifft im Übrigen auch eine weitere Bildgebung, die beispielsweise veranlasst wird, wenn ein paar Tage später derselbe Patient – zum Beispiel aufgrund anhaltender Schmerzen – wieder in der Notaufnahme vorstellig würde.

Ganz anders sieht es aus, wenn der besagte Patient gebeten wird, nach einigen Tagen zur Nachkontrolle in der Notaufnahme vorstellig zu werden und erneut Röntgenbilder o.ä. benötigt werden. Hier handelt es sich lege artis nicht um eine Notfallbehandlung. Vielmehr müssten die Ärzte der Notaufnahme den Patienten bitten, diese Nachkontrolle beim niedergelassenen Arzt vornehmen zu lassen. Sollte eine Bildgebung erforderlich sein, überweist der Niedergelassene an den Radiologen. Sollten die KH-Ärzte dennoch bei der radiologischen Praxis eine Bildgebung anfordern, stellt diese ihre Rechnung an das Krankenhaus. Dabei entsteht kein Fall für die ambulante Versorgung. Allein eine ermächtigte Ambulanz des Krankenhauses kann die Nachkontrolle regelkonform alternativ zu einer niedergelassenen Haus- oder Facharztpraxis übernehmen und entsprechende Überweisungen zur radiologischen Praxis ausstellen, die von der Praxis mit der KV abgerechnet werden.


Ihr Ansprechpartner:

Carsten Krüger
ckg@curagita.com

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